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09.07.2009

Musik-Joint Venture: KKR setzt bei Schulterschluss mit Bertelsmann auf Freshfields

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann gründet mit dem Private-Equity-Haus KKR unter dem Namen BMG Rights Management ein Joint Venture zur Vermarktung von Musikrechten. KKR übernimmt 51 Prozent an dem Unternehmen, investiert zunächst 50 Millionen Euro und stellt innerhalb der kommenden fünf Jahre weitere 200 Millionen Euro für mögliche Übernahmen bereit. Darüber hinaus will der US-Investor offenbar bis zu einer halben Milliarde Euro an Fremdkapital besorgen. Bertelsmann wird 49 Prozent an BMG Rights halten und das Management stellen. Das Unternehmen bringt neben der Marke BMG auch Rechtekataloge sowie Lizenz- und Vermarktungsverträge mit Künstlern ein, die sie bei der Tochter BMG Rights Management gelagert hat.

Bertelsmann hatte BMG Rights erst 2008 gegründet, um Songschreiber und Interpreten bei der Vermarktung, Lizenzabrechnung und Vorfinanzierung zu unterstützen. Bislang arbeiten 30 Mitarbeiter für das Unternehmen, mittelfristig sollen es 100 sein.

Bis 2006 war Bertelsmann einer der Marktführer in dem Geschäft. Um Schulden abzubauen, musste das Unternehmen aber 2006 seinen Musikverlag BMG Music Publishing für 1,6 Milliarden Euro an den Konkurrenten Universal verkaufen. Bereits damals hatte KKR mitgeboten. Den Rest des Musikkonzerns Sony BMG gab Bertelsmann dann im vergangenen Jahr an Sony ab. Aus dem Joint Venture behielt Bertelsmann aber die Rechte an Aufnahmen von mehr als 200 Künstlern, die Basis für die im Oktober 2008 gegründete BMG Rights Management. (René Bender)

Berater KKR
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER (Frankfurt): Dr. Arend von Riegen, Dr. Andreas Fabritius (beide Unternehmensrecht), Prof. Dr. Peter Chrocziel (IP/IT; München), Dr. Axel Reidlinger (Kartellrecht; Wien); Associates: Hester Huisman (Unternehmensrecht), Dr. Rüdiger Hopfe (Arbeitsrecht), Birte Fehling (IP/IT; München), Dr. Isolde Rabl (Kartellrecht; Wien)
SIMPSON THACHER & BARTLETT (New York): Mark Pflug – aus dem Markt bekannt

Berater Bertelsmann
INHOUSE (Gütersloh): Bettina Wulf (Senior Vice President)
SLAUGHTER AND MAY (London): Richard de Carle (M&A), John Boyce (Competition), David Ives (IP), Richard Carson (Steuern); Associates: Georgie Fast (M&A), Jeremy Watson (beide M&A), Naomi Burgoyne (Competition), Cindy Knott (IP), Ben Mudd (Steuern)

Berater Management
BMH BRÄUTIGAM & PARTNER (Berlin): Dr. Johannes Meinel, Dr. Patrick Hohl (beide M&A; Gesellschaftsrecht)

Freshfields hat KKR in den vergangenen Jahren mehrfach bei großen Transaktionen im Mediensektor beraten, vor allem bei gemeinsamen Engagements mit dem Investor Permira. So beriet die Kanzlei etwa 2007 beim Erwerb der Sendergruppe SBS Broadcasting, ebenso wie zuvor bei der spektakulären Übernahme von ProSiebenSat.1 – jeweils gemeinsam mit Simpson Thacher. Aber auch darüber hinaus stand Freshfields dem Investor schon häufiger zur Seite, etwa bei der Übernahme der Linde-Gabelstaplersparte Kion gemeinsam mit Goldman Sachs.

Bei Bertelsmann spielte die Inhouse-Abteilung dem Vernehmen nach bei dem jetzigen Deal eine bedeutende Rolle. In der Vergangenheit griff die Kanzlei bei größeren Deals häufig auf Hengeler Mueller zurück, die dabei auch schon mehrfach mit ihrer Best-Friend-Kanzlei Slaughter and May zusammenarbeitete. Der Düsseldorfer Partner Dr. Axel Baumanns betreute unter anderem den Milliarden-Verkauf der Tochter BMG Music Publishing im Jahr 2006. Zudem war der renommierte Gesellschaftsrechtler Prof. Dr. Michael Hoffmann-Becking lange Mitglied im Aufsichtsrat des Unternehmens.

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