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09.08.2010

Triton kauft Tyco-Wassersparte

Der an der New Yorker Börse notierte Mischkonzern Tyco International hat sein europäisches Zuliefergeschäft für die Wasserversorgung an das Private-Equity-Haus Triton veräußert. Der Kaufpreis beträgt rund 245 Millionen US-Dollar. Der Verkauf wurde in Form eines Auktionsverfahrens durchgeführt, an dem sich Marktinformationen zufolge auch die Beteiligungsunternehmen Blackstone, Cinven und 3i beteiligt haben sollen. Tyco Waterworks Europe vertreibt technische Komponenten für die Wasserversorgung, unter anderem Armaturen, Schieber, Ventile, Hydranten und Zähler. Zur Unternehmensgruppe gehören Marken wie Belgicast, Bayard und Atplas sowie unter anderem die deutschen Unternehmen Erhard Armaturen, Frischhut, Strate und Schmieding. Sie hatten sich 2001 zunächst zu Tyco Waterworks Deutschland zusammengeschlossen. Tyco Waterworks Europe beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter und hat 13 Produktionsstandorte in mehreren europäischen Ländern. Zuletzt erwirtschaftete die Sparte rund 350 Millionen US-Dollar. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. (Geertje Oldermann)

Berater Triton
Linklaters (Frankfurt): Ulrich Wolff, Stefan Morsch (München) – aus dem Markt bekannt

Berater Tyco International
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Markus Paul, Dr. Andreas von Werder (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Torsten Schreier (Geistiges Eigentum/IT), Dr. Jan Brinkmann (Steuerrecht); Associates: Norbert Kaliwe, Melanie König, Dr. Hendrik Braun (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Timo Kost (Geistiges Eigentum/IT), Sandra Hüber (Steuerrecht), Tina von Riedesel (Arbeitsrecht)
Inhouse (Princeton, New Jersey): Nicht bekannt
Wardynski & Partners (Warschau) – polnisches Recht
PRK Partners (Prag) – tschechisches Recht
Oppenheim (Budapest) – ungarisches Recht

Berater Blackstone
Gleiss Lutz
(Frankfurt): Dr. Jan Bauer (Federführung), Dr. Christian Cascante (beide Corporate; Stuttgart), Dr. Ingo Brinker (Kartellrecht; München), Dr. Matthias Sonntag (IP/IT; Düsseldorf), Thomas Winzer (Arbeitsrecht), Dr. Cai Berg (Corporate), Dr. Stefan Mayer (Steuerrecht); Associates: Marco Niehaus, Stefanie Schween (beide Corporate), Dr. Tobias Holzmüller (Kartellrecht; München), Verena Hechenblaikner (Arbeitsrecht)

Berater Cinven
Ashurst (München): Dr. Nikolaus von Jacobs (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater 3i
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hartmut Krause – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Triton hat immer wieder wechselnde Berater an seiner Seite darunter Freshfields, Baker & McKenzie und Ashurst. Im Bieterverfahren um den insolventen Kaufhauskonzern Karstadt vertraute Triton zuletzt auf Heymann, setzte steuerrechtlich jedoch auf ein Linklaters-Teams aus Frankfurt. Beobachtern zufolge hat Linklaters-Steuerrechtler Blumenberg inzwischen sehr gute Kontakte zu Triton aufgebaut.

Dass Freshfields-Partner Paul hier auf Unternehmensseite auftaucht, mag auf den ersten Blick überraschen, schließlich ist er vielfach als Berater von Private-Equity-Investoren wie Permira aufgetreten. Ganz neu ist die Mandatsbeziehung von Freshfields und Tyco aber nicht. Unter anderem beriet Freshfields 2001 Tyco beim Erwerb der Deutschen Armaturen AG, einer Holding, zu der auch  Erhard, Frischhut, Manibs und Schmieding gehörten.

Da Tyco Waterworks Standorte in diversen Jurisdiktionen unterhielt, gehörten auch Freshfields-Anwälte aus den Büros in Frankreich, den Niederlanden, England, Spanien und Italien zum Beraterteam. Zudem zog die Kanzlei Anwälte anderer Sozietäten hinzu, vor allem in Osteuropa, wo sich Freshfields selbst weitgehend zurückgezogen hat. Mit Oppenheim griff sie nun auf ihre ehemaligen Kollegen aus dem einstigen Budapester Büro zurück, die sich Ende 2007 selbstständig gemacht hatten.

Gleiss tritt immer wieder für Blackstone auf und hat sich seit Langem eine hervorgehobene Stellung bei dem Finanzinvestor gesichert. Unter anderem beriet ein Team um Bauer und Cascante den Investor 2008 beim Einstieg bei dem Berliner Projektentwickler Windland. Dass zwischenzeitlich Hengeler Mueller Blackstone 2008 bei seiner Trennung von der Beteiligung an dem Pharmazulieferer Gerresheimer beriet, wurde gemeinhin als konsequente Folge der früheren Beratung gesehen, denn Hengeler hatte Blackstone schon beim Einstieg beziehungsweise Börsengang von Gerresheimer 2007 beraten. Die jetzige, erneute Mandatierung von Gleiss untermauert dies nur.

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