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05.07.2018

Schlank zur Fusion: Praxair verkauft Gasgeschäfte an japanische Greenberg-Mandantin

Der Gase-Konzern Praxair hat in Vorbereitung auf seine Fusion mit Linde einen Großteil seines Europageschäfts verkauft. Für rund fünf Milliarden Euro geht die Sparte an die japanische Konkurrentin Taiyo Nippon Sanso. Gerüchten zufolge will auch Linde bald Teile verkaufen, um die Kartellbehörden zufriedenzustellen. Mehrere Bieter stehen in den Startlöchern.

Peter Schorling

Peter Schorling

Auch der Verkauf an Taiyo Nippon muss noch genehmigt werden und tritt nur dann in Kraft, wenn auch die Praxair-Linde-Fusion zustande kommt. Bis Ende Oktober muss das Go aller Kartellbehörden vorliegen, sonst wird es kein Gemeinschaftsunternehmen geben. Sollten die Wettbewerbshüter zustimmen, würde das neue Praxair-Linde-Unternehmen zum größten Industriegasehersteller der Welt aufsteigen.

Taiyo Nippon gehört der Mitsubishi Chemical Holdings Corporation an und ist an der Tokyo Stock Exchange notiert. Für das japanische Unternehmen wäre es der Markteintritt in Europa. Der Geschäftsteil, den die Taiyo Nippon übernimmt, macht einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Über die Finanzierung des Deals ist noch nichts bekannt.

Im Juni 2017 hatten Linde und Praxair im zweiten Anlauf ein Business Agreement für ihr Gemeinschaftsunternehmen verabschiedet. Der erste Versuch war unter anderem deshalb gescheitert, weil sich die Unternehmensführungen nicht über die Verteilung von Posten und den Unternehmenssitz einigen konnten. Bei Linde mussten deshalb mehrere Vorstandsmitglieder ihren Hut nehmen. 

Berater Taiyo Nippon Sanso
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Peter Schorling (Federführung), Lee Albanese (New Jersey), Paul Maher (London), Koji Ishikawa (Tokyo), Dr. Henrik Armah, Sara Moyles (London), Brian Petrequin (New Jersey), Thédoor Melchers (Amsterdam; alle Corporate/M&A), Rafal Baranowski (M&A; Warschau), Dr. Christoph Enaux, Stephen Pepper (New York), Simon Harms, Gillian Sproul (beide London; alle Kartellrecht), Georg von Wallis, Graham Iversen (London; beide Steuerrecht), Dr. Niklas Conrad (Prozessführung), Dr. Martin Hamer (Umwelt- und öffentliches Recht), Cate Sharp,  (Umweltrecht; London), Dr. Henning Sieber (Immobilien/M&A), Dr. Kati Beckmann (Finanzierung), Dr. Stefan Lütje, Dr. Viola Bensinger (beide IP/Vertragsrecht); Associates: Dr. David Schwintowski, Dr. Philipp Osteroth, Franca Biallas, Eleonore Chowdry, Johannes Sobanski (alle Corporate/M&A), Anna Szyndler, Karoline Tauschke, Charles George, Christopher Ives (alle London), Eva Herdé (Amsterdam), John Stapleton (Tokyo; alle Corporate/M&A), Lennart Beckhaus, Nini Blom (Amsterdam; beide IP/Vertragsrecht), Dr. Lucas Wüsthof (Kartellrecht), Dr. Johann-Frederik Schuldt, Aonghus Heatley (London; beide Umwelt- und öffentliches Recht), Julia Lubisch (Prozessführung), Kathrin Peiffer, Dr. Johannes Steinfort, Tina Rechenbach, Alexandra Parascho, Koh Ueda (Tokyo; alle Immobilien/M&A), Julian Rindler (Finanzierung), Claudia Stremel (Steuerrecht), Dorothee von Einem (Arbeitsrecht)
Simpson Thacher & Bartlett (Washington): Andrew Bartlett (Kartellrecht)
Cuatrecasas Gonçalves Pereira (Barcelona): Dr. Kai Fischer (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Gianni Origoni Grippo – aus dem Markt bekannt
Ernst & Young (Hamburg): Jörg Brodersen, Frederic Malerz (Manager; beide Transaction Tax)

Berater Praxair
McDermott Will & Emery (London): Lisa O’Neill (Federführung), Shawn Helms (Dallas; beide Corporate/M&A), Andrea Hamilton (Kartellrecht, Brüssel), Elisabeth Moseley (Corporate/M&A); Associates: Linda Zeman, Caroline Kavanagh, Marta Wrobel, Matthew Chen (alle London), Joanna Lin, Blake Wong (beide Dallas)

Hintergrund: Der Berliner Greenberg-Partner Schorling leitet das internationale Anwaltsteam und koordiniert auch die Arbeit der Local Counsel, beispielsweise Cuatrecasas in Spanien und Gianni Origoni Grippo in Italien. Greenberg wurde über Kontakte ihrer amerikanischen Partner zu Taiyo in den USA zu einem ersten Pitch eingeladen, später musste sich die Kanzlei noch mit ihrem japanischen Büro bei der Mandantin präsentieren.

Simpson Thacher bekam nach den Vorstellungsrunden, soweit bekannt, das Mandat für die internationale Kartellrechtsberatung, Greenberg wurde mit ihrer Verbreitung in den USA, Europa und Japan mit dem M&A-Part beauftragt.

McDermott war schon vor zwei Jahren einmal für Praxair angetreten, als der Gaseproduzent das europäische Co2-Geschäft von Yara kaufte. Damals war bereits die Londoner Energierechtlern O’Neill im Lead.

Bekannt ist, dass Hengeler Mueller als M&A-Counsel von Linde mit den Partnern Dr. Matthias Hentzen und Dr. Emanuel Strehle im Hintergrund ebenfalls zu der Praxair-Transaktion beraten hat. Schließlich müssen sich die Unternehmen gemeinsam vor den Kartellbehörden rechtfertigen. Außerdem ist ein Linklaters-Team um die Partner Dr. Timo Engelhardt, Thomas McGrath und Dr. Bernd Meyring dem Vernehmen nach nicht nur für die kartellrechtliche Beratung von Linde zuständig, sondern auch für die gesellschafts- und steuerrechtliche Vorbereitung von Geschäftsteilen, die demnächst verkauft werden. (Helena Hauser, Christiane Schiffer)

 

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