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30.06.2020

Onlineapotheken: Zur Rose kauft mit Ebner Stolz die Versandaktivitäten von Apotal

Die Schweizer Apothekengruppe Zur Rose kauft die Versand- und Diabetes-Aktivitäten der deutschen Apotal-Gruppe. Damit expandiert sie weiter in Deutschland und ergänzt das Geschäft ihrer marktführenden Tochter DocMorris. Finanzieren will Zur Rose den Kauf mithilfe vorhandener Barmittel sowie der Ausgabe von Aktien. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Klaus Krink

Klaus Krink

Die Onlineapotheke Apotal mit Sitz in Bad Rothenfelde ist derzeit die fünftgrößte Versandapotheke bundesweit. Neben dem Verkauf von verschreibungspflichtigen sowie rezeptfreien Medikamenten hat sie sich auf Dienstleistungen für Diabetespatienten spezialisiert. Laut Zur Rose erwirtschaftete Apotal 2019 einen Umsatz von 157 Millionen Euro. Mit der Akquisition dürften geschätzt 1,1 Millionen zusätzliche Kunden von Apotal an die Zur Rose-Gruppe übergehen. Letztere baue damit die Marktführerschaft in Europa aus und erhöhe die Anzahl aktiver Kunden auf über acht Millionen, heißt es weiter.

In den vergangenen Jahren sei Apotal jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich gewachsen bei einem gleichzeitig positiven operativen Ergebnis (Ebitda). Abhängig vom Erreichen vereinbarter Wachstums- und Profitabilitätsziele könne der Gesamtkaufpreis einem Multiple von maximal bis zu 0,4 mal des geplanten Umsatzes 2020 entsprechen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts wird der Abschluss der Transaktion für das dritte Quartal 2020 erwartet.

Der Kauf reiht sich ein in eine groß angelegte Akquisitionsstrategie von Zur Rose in Deutschland. In den vergangenen Jahren sicherte die Apothekengruppe ihrer Tochter DocMorris durch verschiedene Zukäufe die Marktführerschaft hierzulande. So erwarb sie etwa Ende 2018 die große Onlineversandapotheke Medpex. Der Erwerb von Apotal ist ein weiterer Schritt, durch den sich Zur Rose von der Nummer zwei in Europa, der Shop Apotheke Europe, absetzt.

Berater Zur Rose
Ebner Stolz Mönning Bachem (Hamburg): Klaus Krink (Federführung), Sönke Storch (beide Corporate/M&A), Jörn Karall (Arbeitsrecht), Dr. Björn Schallock (IT), Albrecht von Bismarck (Markenrecht), Stephan Weber (Steuern)
Dorn Krämer & Partner (Berlin): Clemens Krämer (Apothekenrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Frauenfeld): Michael Neff (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Christoph Lächler

Christoph Lächler

Berater Apotal
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Christoph Lächler (Federführung), Dr. Jochen Lux (Leipzig; beide Corporate/M&A), Prof. Dr. Heralt Hug (IP; Leipzig), Dr. Rolf Hempel (Wettbewerbsrecht), Dr. Jörn Witt, Dr. Susanne Pech (beide Regulierung; beide Hamburg), Dr. Boris Alles (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Dirk Schauer (Gesellschaftsrecht), Dr. Martin Mohr (Steuerrecht); Associates: Benedikt Pittrof (Leipzig), Daniel Mahn, Laura Rejano (alle Corporate/M&A), Stefan Schreiber (IP; Leipzig), Dr. Friederike von Zezschwitz (Regulierung; Hamburg), Aylin Kocak (Immobilienrecht)
CMS von Erlach Poncet (Zürich): Dr. Daniel Jenny (Corporate/M&A)
Freese Feldhaus (Vechta): Hubert Feldhaus, Michael Punte (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Apotal und CMS arbeiten beim aktuellen Deal zum ersten Mal zusammen. Das Mandat entstand über den Kontakt des Corporate-Partners Simmat zur M&A-Beratungsgesellschaft Ferber & Co., die schon seit Längerem für Apotal tätig sind. Die Herausforderung lag für CMS vor allem in der Strukturierung der Transaktion aus apothekenrechtlicher Sicht. Auf diesem Gebiet hat Partner Witt umfangreiche Erfahrung. Der Hamburger Partner beriet in der Vergangenheit unter anderem Apologistics, die Firma hinter der Onlineapotheke Apo-Discounter.

Ebner Stolz hatte bei zwei Zur Rose-Zukäufen in der Vergangenheit noch auf der Gegenseite gestanden. So beriet Krink mit seinem Team 2017 die Versandapotheke Eurapon zur Kooperation mit DocMorris. 2018 vertrat er zudem die Apotheke am Rothenbaum. Offenbar konnte er dabei überzeugen, da ihn diesmal Zur Rose selbst mandatierte. Für den apothekenrechtlichen Teil holte Ebner Stolz sich Unterstützung bei Krämer von der Berliner Mittelstandskanzlei Dorn Krämer & Partner. Sie arbeiteten mit Neff zusammen, der die Transaktion aufseiten von Zur Rose koordinierte. (Johanna Heidrich; mit Material von dpa)

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