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04.03.2021

Insolventer Hotelbetreiber: Eigentümer findet Ersatz mit Taylor Wessing und GvW

Die Westmont Hospitality Group übernimmt den Betrieb eines Hotelportfolios der Marke IHG. Der bisherige Betreiber der 13 Hotels, Tidal Operations Germany (TOG), hatte im Sommer 2020 Insolvenz angemeldet. Die Eigentümerin der Hotels ist Invesco.

Christian Zerr

Christian Zerr

Invesco hatte die Hotels 2017 von Apollo Global Management für rund 530 Millionen Euro gekauft. Elf Standorte befinden sich in Deutschland, zwei in Amsterdam. Die unter den Marken ‚Holiday Inn Express‘, ‚Holiday Inn‘ und ‚Crowne Plaza‘ geführten Hotels befinden sich unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt und München. Mit zum Portfolio gehört eines der größten Hotels in Deutschland, das Holiday Inn ,Munich City Center‘, das fast 600 Zimmer hat. 

Mit der Betreiberin der Hotels, TOG, gehörte Invesco ein Joint Venture. Bereits im Juni 2020 hatte TOG Insolvenz beim Amtsgericht Düsseldorf angemeldet. Auf die vorläufige Eigenverwaltung wurde zum September das Insolvenzverfahren eröffnet. Seitdem betreibt die IHG selbst die Hotels.

Westmont übernimmt die TOG-Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Invesco und damit auch Anteile an den Hotels. Westmont ist einer der größten privaten Hoteleigentümer mit weltweit rund 400 Hotels in Europa, Nordamerika, Afrika und Asien. Darüber hinaus wird das Unternehmen zehn Hotels aus dem Portfolio mieten und betreiben. Mit der Übernahme des Betriebs durch Westmont bleiben rund 296 Arbeitsplätze erhalten.

Berater Westmont
Hogan Lovells (Frankfurt): Marc Werner (Federführung), Sabrina Handke (München; beide Immobilienrecht), Daniel Dehghanian (Corporate; Düsseldorf); Associate: Angelika Tafelmaier (Immobilienrecht; München)

Berater Invesco
Taylor Wessing (London): Mark Rajbenbach (Federführung), Dr. Adrian Birnbach (München), Dr. Alexander Peinze (Hamburg), Wilma Booij (Amsterdam; alle Immobilienrecht), Tim Strong, Hugo Nieuwenhuizen (Eindhoven; beide Litigation), Dr. Jan Riebeling (Hamburg), Maja Bolè (Amsterdam; beide Corporate/M&A), Ralf van der Pas (Insolvenzrecht), Vera Jurgens (Litigation), Mark Goorts (Corporate/M&A; alle Eindhoven); Associates: Victoria Butcher, Tom Benjamin, Theresa Haßlberger (München; alle Immobilienrecht), Elisabeth Heide, Rebekah Prince (beide Corporate/M&A), Paul Orij (Bank- und Finanzrecht; Amsterdam)
GvW Graf von Westphalen (München): Dr. Wolfram Desch (Restrukturierung), Dr. Christian Zerr (Immobilienrecht; beide Federführung), Felix Wolf (Corporate), Ansgar Hain (Restrukturierung); Associates: Dr. Sajanee Arzner, Rebecca Brühl, Dr. Richard Lungstras, Sophia Volk (Berlin; alle Litigation), Uli Hochdorfer, Lena Biendl (beide Restrukturierung), Laurens Klinkert (Corporate; Hamburg)

Michael Bremen

Michael Bremen

Insolvenzverwaltung TOG
Pluta (Düsseldorf): Michael Bremen (Insolvenzverwalter), Martin Jungclaus (M&A), Oliver Westkamp (Insolvenzverwaltung), Dr. Karl Gulbins (Arbeitsrecht), Joachim Huber (Steuern)

Berater IHG
DLA Piper (Frankfurt): Mike Danielewsky, Florian Bruder (beide Restrukturierung), Christian Lonquich, Dr. Martin Haller (München; beide Immobilienrecht), Matthew Duncombe, Milena Falciano-Padron (beide IP; beide Leeds); Associates: Dr. Martin Kaltwasser, Maximilian Dieler (beide Restrukturierung), Markus Kotowski (Immobilienrecht; München)

Notar
Linklaters (Frankfurt): Wolfram Krüger – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Londoner Taylor Wessing-Partner Rajbenbach war für die Gesamtkoordination des Projekts und die Vereinbarung mit Westmont zuständig. Er war auch schon in den Ankauf des Portfolios involviert. Unterstützt wurde er außerdem von Teams aus Deutschland und den Niederlanden. Um die deutschrechtlichen Aspekte des Joint Ventures kümmerten sich unter anderem die beiden deutschen Immobilienpartner Birnbach und Peinze. 

Das GvW-Team um Hotelexperte Zerr und Insolvenzrechtler Desch hat Invesco bei allen insolvenz- und restrukturierungsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der TOG beraten. GvW hat Invesco im Gläubigerausschuss vertreten. Zudem hat die Kanzlei miet- und gesellschaftsrechtlich bei der Trennung von TOG beraten. Mietverträge mussten beendet, Sicherungsrechte teils prozessual geltend gemacht und gesellschaftsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Joint Venture beantwortet werden. 

Die beiden GvW-Partner Zerr und Desch teilen sich derzeit auch in weiteren Mandaten im Zusammenhang mit Hotelinsolvenzen die Federführung. Zerr kam Ende 2017 zu GvW. Er kam von Hogan Lovells und traf bei diesem Mandat auf seine ehemaligen Kollegen, die Westmont berieten. 

Marc Werner

Marc Werner

Hogan Lovells-Partner Werner zählt zu den bekanntesten Hotelexperten der Branche. Er beriet zuletzt etwa die HR Group bei der Übernahme eines Portfolios vom Hotelbetreiber Vienna House. Handke, die 2020 zur Partnerin ernannt wurde, hat ebenfalls einen Schwerpunkt im Hotelsektor und begleitete zuletzt aufseiten von Vienna House den Verkauf eines weiteren Hotelportfolios. Die Beziehung zu Westmont besteht seit mehreren Jahren, ebenso wie zu Invesco, die Werner und Handke 2019 beim Kauf eines 25hours-Hotels in Florenz berieten.

DLA kam über die Beziehungen der Immobilienpartner Lonquich und Haller ins Mandat für IHG. Die Hotelkette ist langjähriger Mandant der Kanzlei, auch international hat DLA das britische Unternehmen bereits unterstützt. Die Restrukturierungspraxis um Danielewsky und Bruder beriet IHG bereits zu Fragen des deutschen Insolvenzrechts, die allerdings nicht die Kette selbst betrafen.

Insolvenzverwalter Bremen von Pluta hat viel Erfahrung mit Sanierungen von Immobilien-Portfolios aus den Branchen Einzelhandel und Hotellerie. Er kam Anfang 2017 zu Pluta, wenige Monate nach der Auflösung seiner eigenen Kanzlei Bremen Houben. (Laura Bartels)

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