Das gesamte Team wird Bardehle voraussichtlich zum Jahresende verlassen und eine überörtliche Kanzlei gründen. Diese wird den Namen Isenbruck Bösl Hörschler Wichmann Huhn tragen. Als Standorte werden das komplette Bardehle-Büro in Mannheim sowie das kürzlich von hieraus neu gegründete Heidelberger Büro in die überörtliche Sozietät eingebracht. An den geplanten Standorten in Düsseldorf und München werden neue Büros gegründet. Bardehle verfügt trotz der Abgänge weiterhin über große Teams in den beiden Landeshauptstädten.
Isenbruck Bösl wird sich ausschließlich auf das reine patentanwaltliche Geschäft im Geistigen Eigentum beschränken.
Da der Kanzlei nur Patentanwälte angehören, wird man bei Verletzungsfällen mit externen Rechtsanwälten zusammenarbeiten. Die Aufnahme von Rechtsanwälten schloss Kanzleigründer Isenbruck zwar nicht aus, geplant sei zunächst jedoch die reine patentanwaltliche Betätigung.
Für Bardehle ist der Weggang der zwölf Patentanwälte nicht nur gleichbedeutend mit dem Verlust des Mannheimer und des Heidelberger Büros. Am wichtigen Düsseldorfer Standort werden nach dem Ausscheiden von Féaux de Lacroix ausschließlich Rechtsanwälte tätig sein. Insgesamt musste die Kanzlei, die erst in 2002 ihr 25-jähriges Bestehen feierte, in diesem Jahr einen erheblichen Schwund auf patentanwaltlicher Seite hinnehmen. Im Oktober hatte Patentanwalt Dr. Mathias Ricker das Münchner Büro verlassen. Die beiden Patentanwälte Günther Schneider und Michael Schramm (als Rechtsanwalt doppelt qualifiziert) hatten im Oktober die Kanzlei Bettinger Schneider Schramm gegründet.
Ein Beobachter der Kanzlei sprach gegenüber JUVE davon, dass Bardehle durch die diesjährigen Abgänge praktisch die gesamte chemische Expertise weggefallen sei. Im Bereich Biotech wird die Kanzlei ehedem nicht zu den renommierten Praxen gezählt. Nunmehr werden noch 17 deutsche Patentanwälte am Münchner Stammsitz tätig sein.
„Wir wollen uns nach den Abgängen wieder gleichwertig aufstellen“, kommentierte Reinhardt Schuster, Rechtsanwalt und Partner bei Bardehle, die Vorgänge. „Auch Mannheim ist als Standort nicht aus unseren Überlegungen gestrichen.“ Die zukünftige Namensgestaltung von Bardehle ließ Schuster allerdings offen.