Linklaters wollte zu der Nachricht auf JUVE-Nachfrage nicht Stellung nehmen. Namen oder Anzahl der ausscheidenden Partner waren nicht zu erfahren. Dies stehe auch noch nicht fest, hieß es in Kanzleikreisen. Fest steht dagegen: Über die Pläne wurde mit den Betroffenen in Einzelgesprächen vor dem deutschen Partnertreffen am 18. und 19. Juni in Berlin gesprochen.
Erst vor drei Jahren hatte die deutsche Oppenhoff-Partnerschaft im Vorfeld der Fusion mit Linklaters in einem drastischen Schritt ein Drittel ihrer damals 120 Partner freigesetzt. In den vergangenen Monaten hatte die Branchenpresse in London dann wiederholt über umfangreiche interne Restrukturierungsmaßnahmen bei Linklaters berichtet. Auch das deutsche Linklaters-Management habe eine verschärfte Gangart eingeschlagen, hatten Beobachter hierzulande zuletzt berichtet.
Mit dem nun bekannt gewordenen Einschnitt will die deutsche Linklaters-Führung die Partnerschaft dem Vernehmen nach homogener und profitabler ausrichten. Außerdem will man Möglichkeiten schaffen, um künftig mehr Jungpartner aufnehmen zu können. Zum neuen Geschäftsjahr im Mai hatten nur drei deutsche Linklaters-Neupartner die Aufnahme geschafft: der Frankfurter Corporate- und Kapitalmarktrechtler Dr. Florian Drinhausen (35), der Münchner Immobilienrechtler Dr. Wolfram Pätzold (38) und der Frankfurter Bankaufsichtsrechtler Andreas Steck (35). Nach JUVE-Informationen ging dabei mindestens ein weiterer Associate mit klaren Partnerperspektiven überraschend leer aus.
Mit der Partnerüberprüfung wolle man „Platz machen für Leute von unten“, hieß es in der Kanzlei. Das deutsche Management strebt dazu offenbar eine Reduzierung der Gesamtentnahme und eine Freisetzung von Gewinnanteilen am oberen Ende der Partnerschaft an. Ob die Maßnahmen die derzeit wohl weiter bestehende Profitabilitätslücke zu den englischen Partnern betreffen, ist offen.
Im Vorfeld der Überprüfung der deutschen Partnerschaft hatte sich bereits die Führung um Managing Partner Markus Hartung umgebildet und dabei ebenso verschlankt wie verjüngt. Im Mai löste der 46-jährige Corporate/M&A-Partner Dr. Michael Lappe als Senior Partner Dr. Rudolf Cölle (63) ab.
Das German Management Committee (GMC) umfasst seit Mai sechs statt bisher neun Mitglieder und besteht neben Hartung und Lappe aus Vertretern der wichtigsten Fachbereiche Corporate/M&A, Banking/Finance und Steuern/Commercial bzw. der vier Standorte: Wolfgang Sturm (Köln, Corporate), Dr. Carl-Peter Feick (Frankfurt, Finance), Dr. Karl Schäfer (München, Steuern) und Dr. Stefan Lütje (Berlin, IP).