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25.06.2007

Kanzleikette Juraxx: Insolvenz mit fertigem Sanierungskonzept

Die in Schwierigkeiten geratene Kanzleikette Juraxx wird in die Insolvenz gehen. Parallel zum vorläufigen Insolvenzverfahren wird ein Sanierungskonzept umgesetzt, demzufolge zumindest ein Teil der insgesamt 34 Standorte unter gemeinsamer Marke fortgeführt werden kann. Die Sanierungslösung wurde wie am vergangenen Donnerstag gemeldet von Aderhold v. Dalwigk Knüppel erstellt und sieht neben dem Fortbestand eines bundesweiten Verbundes außerdem vor, dass einige der Juraxx-Büros in die Hände der lokal beteiligten Anwälte übergeben werden.

Aktuell sind bereits mindestens sieben Büros bei Juraxx ausgeschieden und arbeiten in Eigenregie weiter. Die restlichen Standorte betreibt nun ein überregionaler Zusammenschluss von Juraxx-Partneranwälten, der den Mandantenstamm übernimmt.

Thorsten Prigge, Sven Degenhardt und Dr. Michael Löser aus dem Düsseldorfer Aderhold-Büro haben in den vergangenen Wochen geprüft, ob und in welchem Umfang ein wirtschaftlich tragfähiges Fortbestehen des Kanzlei-Filialisten mit Zentrale in Dortmund möglich ist. Die Gesellschaft, namentlich der Firmengründer und geschäftsführender Gesellschafter Eugen Boss, die verbliebenen Partner und die Gläubigerbanken gaben nun ihre Zustimmung.

Das Amtsgericht Dortmund, bei dem mehrere Insolvenzanträge gegen Juraxx eingegangen waren, hatte den renommierten Insolvenzverwalter Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von Schröder Rechtsanwälte als Gutachter beauftragt, der deshalb auch als vorläufiger Insolvenzverwalter die erste Wahl sein dürfte.

Anwälte der 2003 gegründeten Juraxx Eugen Boss Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mussten in der Vergangenheit zum Einstieg 50.000 Euro als Gesellschafterdarlehen mitbringen. Dafür wurden sie mit einem nominalen Anteil von 100 Euro Partner und Geschäftsführer der GmbH, die bundesweit preiswerte Rechtsberatung in umfunktionierten Ladenlokalen anbietet. Juraxx sorgt im Gegenzug für die technische und organisatorische Infrastruktur, die Abrechnung und die Vermarktung.

Ende Mai hatte es erste Medienberichte über finanzielle Probleme gegeben, interne Streitigkeiten schwelten diesen Berichten zufolge bereits seit dem Vorjahr. (Markus Lembeck)

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