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18.09.2008

Unter Dach und Fach: Hölters & Elsing fusioniert mit Orrick

Hölters & Elsing und die US-Großsozietät Orrick Herrington & Sutcliffe schließen sich zusammen. Das bestätigten beide Kanzleien nun offiziell. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen. Die neue Einheit firmiert ab sofort in Deutschland als Orrick Hölters & Elsing. Ihr gehören rund 1.100 Berufsträger an, davon mehr als 370 Partner. Alle 21 Hölters-Partner werden auch Equity-Partner der neuen Konstellation. Keine einfache Aufgabe war die Eingruppierung in das komplexe Vergütungssystems der US-Kanzlei: Orrick-Partner werden ausschließlich leistungs- und umsatzabhängig honoriert, da die deutschen Hölters-Partner nach dem Lockstep-System vergütet wurden, musste für jeden Equity-Partner eine angemessene Bewertung gefunden werden.

Nach dem Zusammenschluss ist die bislang unabhängige Kanzlei Hölters & Elsing international deutlich besser aufgestellt. Zudem soll mithilfe der bekannten kapitalmarkt- und finanzrechtlichen Expertise von Orrick insbesondere das Frankfurter Büro deutlich verstärkt werden. Nach der Abwanderung großer Teile des Corporate-Teams vor vier Jahren ist die dortige Präsenz trotz einiger Zugänge nach wie vor unterentwickelt.

„Mit Orrick haben wir nun eine starke weltweite Plattform mit einer starken europäischen Präsenz: Paris, London, Mailand, Moskau und Rom. Und die Mandanten wünschen zunehmend, bei internationalen Transaktionen aus einer Hand betreut zu werden“, sagte Arno Frings, Managing-Partner bei Hölters & Elsing, der zukünftig das Deutschland-Geschäft führen und Orrick Hölters & Elsing im europäischen Supervisory Committee repräsentiert. Namenspartner Prof. Dr. Siegfried Elsing ist ebenfalls in dem europäischen Gremium vertreten, nimmt aber zudem als eines von acht Mitgliedern weltweit einen Platz im Executive Committee von Orrick ein.

Aus Sicht von Orrick ist Deutschland von erheblicher strategischer Bedeutung. Mit der Fusion setzt die amerikanische Top-30-Kanzlei ihren Expansionskurs zudem weiter fort: Anfang 2006 hatte sie einen Großteil der Pariser Kanzlei Rambaud Martel übernommen. Bereits 2004 eröffnete sie in Rom und Taipeh, und als 2005 Coudert zerbrach, übernahm Orrick gleich mehrere Standorte, darunter London, Moskau und Hongkong. Eine Fusion mit dem US-Wettbewerber Dewey Ballantine scheiterte Anfang 2007 kurz vor der Partnerzustimmung, nachdem das jeweilige Management beider Kanzleien ihren Partnern den Zusammenschluss bereits empfohlen hatte. Grund sollen Streitigkeiten um das neue Management gewesen sein. (Geertje Oldermann)

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 15. September 2008

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