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24.09.2010

Große Aufgabe: Neuer Ferrostaal-Chefjurist kommt von Sal. Oppenheim

Dr. Thomas Sonnenberg wird ab November neuer General Counsel bei Ferrostaal.  Der 49-Jährige kommt von der Privatbank Sal. Oppenheim und war dort ebenfalls Chefjurist.

Sonnenberg war seit fast zwei Jahrzehnten für Sal. Oppenheim tätig, zuletzt in Luxemburg. Er gehörte bis 2008 auch dem Geschäftsführungsausschuss der Privatbank an, die im vergangenen Jahr von der Deutschen Bank übernommen worden ist.

Bei dem seit mehr als einem Jahr wegen eines Korruptionsskandals in den Schlagzeilen stehenden Essener Unternehmen übernimmt Sonnenberg ein Team von, wie es heißt, etwa 20 Mitarbeitern. Er löst bei Ferrostaal Dr. Johann-Friedrich Hochbaum ab. Hochbaum war öffentlichen Informationen zufolge nach knapp einjähriger Tätigkeit bei der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS) 1996 zu Ferrostaal gekommen und hatte 2002 die Leitung der Rechtsabteilung übernommen. Er ist zudem im Beirat der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS). Nicht bekannt ist derzeit, welche Tätigkeit er künftig ausüben wird. Eine Stellungnahme des Unternehmens zur Neubesetzung der Position lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Mit Sonnenberg übernimmt ein Branchenfremder die Rechtsabteilungsleitung. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Shearman & Sterling-Partner Georg Thoma und Sonneberg dürften sich jedoch bereits kennen: Shearman stand unter anderem bei der Übernahme durch die Deutsche Bank auf Seiten der Eigner der Privatbank (mehr…).

Ferrostaal setzt damit den Umbau der Führungsriege auch unterhalb der Vorstandsebene fort. Erst im Mai hatte Ferrostaal ein eigenes Vorstandsressort für Compliance und Administration eingerichtet und dafür Dr. Andreas Pohlmann (52), vormals Chief Compliance Officer bei Siemens, gewonnen (mehr…). Wenig später folgte Michael Thun (40) Pohlmann von Siemens zu Ferrostaal. Er ist seit Juli Chief Compliance Officer des Unternehmens und berichtet an Pohlmann. Nicht bekannt ist derzeit, ob dieser Berichtsweg künftig auch für Sonnenberg gilt.

Aufgrund der Korruptionsvorwürfe laufen bei Ferrostaal nach wie vor interne Untersuchungen. Beteiligt sind daran Debevoise & Plimpton, Heuking Kühn Lüer Wojtek und Ernst & Young. (Astrid Jatzkowski)

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