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08.12.2011

Arbeitsrecht: Hogan Lovells verstärkt sich mit Mayer Brown-Partner

Der Arbeitsrechtler und Compliance-Experte Tim Wybitul (41) verlässt das Frankfurter Büro von Mayer Brown und schließt sich als of Counsel Hogan Lovells an. Der Zeitpunkt des Wechsel steht noch nicht genau fest, soll aber in den kommenden Wochen stattfinden.

Tim Wybitul

Wybitul arbeitet seit 2004 bei Mayer Brown, im vergangenen Jahr wurde er Partner. Ursprünglich beriet er im Arbeitsrecht, verlagerte seinen Fokus aber in den vergangenen Jahren zunehmend in die Praxis für Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit um Dr. Mark Hilgard. Wesentlicher Grund dafür ist Wybituls Spezialisierung im Beschäftigten-Datenschutz. So berät er Unternehmen häufig beim Aufbau und Betrieb von Compliance-Strukturen, vor allem zu Fragen des Datenschutzes und der Nutzung von IT-Systemen, aber auch im Rahmen von aufsichts- und strafrechtlichen Ermittlungen. In der Compliance-Szene erarbeitete er sich rasch einen Namen. Wybitul machte unter anderem durch seine Mandatsführung bei einer sehr groß angelegten internen Untersuchung für die UBS auf sich aufmerksam. Abseits davon beriet er zuletzt auch andere große Konzerne, so etwa die Allianz in datenschutzrechtlichen Fragen.

Bei Hogan Lovells soll Wybitul sich künftig wieder um arbeitsrechtliche Fragen kümmern, mit seinem Spezialwissen aber auch die Compliance-Arbeit der Kanzlei und die Beratung im Datenschutz unterstützen. Im Arbeitsrecht musste Hogan Lovells Anfang dieses Jahres durch den Weggang der beiden Aushängeschilder Hans-Peter Löw (mehr…) und Thomas Ubber (mehr…) schwere Verluste hinnehmen. Im Sommer verlagerte dann Partnerin Dr. Kerstin Neighbour ihre Tätigkeit aus Düsseldorf ins Frankfurter Büro, wo sie das Arbeitsrecht nun zusammen mit Wybitul wieder ausbauen soll. Zwar gehört die Arbeitsrechtspraxis von Hogan Lovells nach wie vor zu den wichtigsten Adressen hierzulande, doch an der Schnittstelle zu IT-Themen verfügte sie bisher nicht über ausgeprägte Erfahrung.

Für Mayer Brown ist Wybituls Weggang ein Dämpfer, denn er trug einen sichtbaren Anteil dazu bei, dass die Prozess- und Schiedsarbeit der Kanzlei in den vergangenen Jahren deutlich präsenter wurde. Der Gesamterfolg der Praxis schlug sich 2009 beispielsweise durch die Ernennung von zwei Partnern nieder, als neben Wybitul auch Dr. Jan Kraayvanger in diesen Status gehoben wurde. In der Praxisgruppe arbeiten künftig noch drei Partner und drei Associates. Die Stelle Wybituls will die Kanzlei nicht wieder besetzen. Der deutsche Managing-Partner Dr. Jörg Wulfken erklärte, dass die Kanzlei etwa in Compliance-Fragen mit dem Team um Dr. Rainer Markfort weiter extrem gut aufgestellt sei, ebenso beim Thema Arbeitnehmerdatenschutz mit Dr. Guido Zeppenfeld und Dr. Nicolas Rössler. (René Bender, Astrid Jatzkowski)

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