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21.01.2011

Arbeitsrechts-Coup: Allen & Overy holt Hogan Lovells-Partner Thomas Ubber

Einer der bekanntesten deutschen Arbeitsrechtler wechselt zu Allen & Overy: Thomas Ubber (49), Partner im Frankfurter Büro von Hogan Lovells und einer der beiden Leiter der weltweiten Praxisgruppe Arbeitsrecht, schließt sich der Magic-Circle-Kanzlei an.

Thomas Ubber
Thomas Ubber

Ubber kommt gemeinsam mit seinem dreiköpfigen Team. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels steht allerdings noch nicht fest.

Der Zugang von Ubber ist ein großer Erfolg für Allen & Overy. Ubber gehört zu den profilierten Arbeitsrechtlern im deutschen Anwaltsmarkt und gilt als pragmatisch und verhandlungsstark. Er hat sich speziell im Arbeitskampfrecht sowie bei der rechtlichen Begleitung von Tarifverhandlungen einen Namen gemacht. Viel Aufmerksamkeit erregte beispielsweise seine Vertretung der Deutschen Lufthansa im Streit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit vor rund einem Jahr (mehr…). Auch die Deutsche Bahn vertritt er regelmäßig, unter anderem in der Auseinandersetzung mit der Gewerkschaft der Lokführer beim Lokführerstreik 2007 (mehr…). Zudem verfügt Ubber über langjährige Verbindungen zur Deutschen Telekom AG und zu T-Systems.

Konsequenter Ausbau

„Es ist mir sehr schwer gefallen, Hogan Lovells zu verlassen“, so Ubber. „Doch bei Allen & Overy gemeinsam mit dem bestehenden Team um Tobias Neufeld eine deutsche Arbeitsrechtspraxis aufzubauen, die mittelfristig zu den führenden gehören soll, ist eine tolle Herausforderung.“

Mit den vier Zugängen wächst die Arbeitsrechtspraxis von Allen & Overy in Deutschland auf zwei Partner und sieben Associates an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Im Frühjahr 2010 war infolge der Abgänge der ehemaligen Allen & Overy-Partnerin Anja Breitfeld (mehr…) sowie weiterer Berufsträger (mehr…) zwischenzeitlich nur noch ein Associate im Hamburger Büro im Arbeitsrecht tätig gewesen.

Nachdem Tobias Neufeld (37) im vergangenen Jahr in Düsseldorf als Quereinsteiger von Taylor Wessing gekommen war (mehr…), hatte Allen & Overy stets betont, den Bereich weiter ausbauen und über die transaktionsrechtliche Begleitung hinaus eine arbeitsrechtliche Praxis von bundesweitem Gewicht aufbauen zu wollen. Daran, dass sie dafür die richtigen Personen gewinnen könnte, hatten jedoch viele Marktbeobachter gezweifelt.

Spitzenposition im Visier

In Deutschland ist Allen & Overy im Arbeitsrecht seit Jahren bemüht, ein ähnliches Ansehen wie die internationale Praxisgruppe zu erreichen. Diese zählt über 180 Anwälte. Bisher war die deutsche Arbeitsrechtspraxis regelmäßig in Transaktionen und Restrukturierungen eingebunden, für den Markt dabei aber eher unauffällig geblieben.

Mit Ubber ist es ihr nun gelungen, einen Partner einer Kanzlei zu gewinnen, die im Arbeitsrecht gerade auch deshalb zu den führenden gehört, weil ihre Anwälte traditionell nicht nur transaktionsbegleitend, sondern auch stark originär tätig sind. „Ich trete an, um bei Allen & Overy auch in Deutschland eine Full-Service-Arbeitsrechtsgruppe aufzubauen“, sagte Ubber. Er wird die Leitung der deutschen Arbeitsrechtspraxis von Neufeld übernehmen.

„Mit Thomas Ubber und seinem Team bauen wir unsere Kapazitäten im Arbeitsrecht nachhaltig weiter aus“, sagte Dr. Neil Weiand, Senior Partner bei Allen & Overy Deutschland. „Sein Zugang zeigt, dass wir unsere kanzleiweite Ausbaustrategie konsequent weiter verfolgen, mit dem erklärten Ziel in allen vorhandenen Bereichen in drei bis fünf Jahren zu den Spitzenteams zu gehören.“

Hogan Lovells-Partner hoch im Kurs

Ubber ist bereits der dritte Partner, den Allen & Overy bei Hogan Lovells binnen weniger Monate abgeworben hat. Im vergangenen Jahr waren Prozessrechtler Dr. Daniel Busse samt einem zweiköpfigen Team in Frankfurt gewechselt sowie Corporate-Anwalt Dr. Christian Eichner, der zu den angesehensten jungen Gesellschaftsrechtlern in Düsseldorf gehört (mehr…).

Zum Weggang Ubbers sagte der deutsche Managing-Partner von Hogan Lovells, Dr. Christoph Küppers: „Unsere Arbeitsrechtspraxis zählt zu den größten und erfolgreichsten in Deutschland und ist mit einer Vielzahl renommierter Anwälte bestens aufgestellt. Wir verfügen weiterhin über die Ressourcen, um unseren Mandanten die gewohnt exzellente Beratungsqualität bei allen Fragen des Arbeitsrechts bieten zu können.“

Zu Lovells war Ubber 1990 als Associate gekommen und zunächst im Münchner Büro der Kanzlei tätig, ehe er 1992 nach Frankfurt wechselte. 2000 übernahm er die Leitung der deutschen Praxisgruppe Arbeitsrecht von Lovells, 2009 wurde er Leiter der internationalen Arbeitsrechtspraxis von Lovells. Infolge des Zusammenschlusses mit Hogan & Hartson im vergangenen Jahr rückte er dann gemeinsam mit der New Yorker Partnerin Barbara Roth 2010 an die Spitze der weltweiten Praxis von Hogan Lovells.

Den Bereich Arbeitsrecht in Deutschland leitet seit dem vergangenen Jahr der Münchner Partner Dr. Hendrik Kornbichler. Die deutsche Arbeitsrechtspraxis von Hogan Lovells zählt mit 9 Partnern, 2 Counseln und 17 Associates nach wie vor zu den schlagkräftigen hierzulande. Ubbers Nachfolge als Co-Head der weltweiten Praxisgruppe Arbeitsrecht tritt die Münchner Partnerin Dr. Ingrid Ohmann-Sauer an. (Geertje Oldermann)

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