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29.06.2012

Umsätze: Freshfields verliert leicht in Deutschland, wächst aber in Wien

Freshfields Bruckhaus Deringer hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem drei Prozent geringeren Umsatz als im Vorjahr  abgeschlossen. Die deutsche Praxis erwirtschaftete nach JUVE-Informationen bis Ende April dieses Jahres 324 Millionen Euro. Das Wiener Büro legte dagegen mit einem Umsatz von 40 Millionen Euro leicht um knapp ein Prozent zu.

Klaus-Stefan Hohenstatt

Klaus-Stefan Hohenstatt

In Deutschland bleibt die von Managing-Partner Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt geführte Kanzlei dennoch die mit Abstand umsatzstärkste am Markt. Dahinter rangiert CMS Hasche Sigle mit knapp 227 Millionen Euro (mehr…).

Als Ursache für den Rückgang in Deutschland gilt bei Freshfields die Delle im Markt für ganz große Deals im Sommer 2011. Der Rückstand habe nicht mehr aufgeholt werden können, auch wenn das Geschäft der Transaktionsanwälte im vierten Quartal wieder anzog.

Wie schon in den Vorjahren entwickelten sich dagegen die Vorzeige-Bereiche Kartellrecht und Litigation stark, indem die Anwälte die gestiegene Nachfrage vieler Unternehmen nach Beratung in heiklen Situationen bedienen konnten. „Wir sind alle mehr denn je der Meinung, dass unsere fachlich breite Aufstellung strategisch genau richtig ist. Der Markt besteht im Augenblick eben nicht aus großen Börsengängen“, kommentierte ein Partner.

Personell blieb die deutsche Praxis im maßgeblichen Zeitraum mit rund 460 Berufsträgern ungefähr gleich groß, der Umsatz pro Berufsträger (UBT) sank allerdings auf − immer noch äußerst stattliche − 698.000 Euro.

Dagegen legte die österreichische Praxis um knapp ein Prozent auf einen Umsatz von nun 40 Millionen Euro zu. Sie wird bei Freshfields zusammen mit Deutschland und den osteuropäischen Ländern als ‚DACE‘ geführt.

Das Wiener Büro ist mit knapp 60 Anwälten deutlich kleiner, betreute aber im vergangenen Jahr einige spektakuläre Deals. Dazu zählen die hochvolumigen Akquisitionen von Hutchison und Sberbank, beide Transaktionen schlugen auch bei anderen Wiener Kanzleien zu Buche (mehr…). Hinzu kam ein komplexer Exit für One Equity Partners (mehr…).

Der UBT in Wien sank aufgrund des wiederholten personellen Wachstum auf 702.000 Euro, liegt damit aber noch immer über dem Vergleichswert für Deutschland.

Auch die Londoner Praxis hat nach übereinstimmenden Aussagen einiger Partner trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes leicht zulegen können.

Die deutsche Partnerschaft hält trotz des Umsatzrückgangs an ihrem Kurs fest. „Gemessen an der Entwicklung der Kapitalmärkte und des Transaktionsgeschäfts war das Geschäftsjahr 2011/12 sehr erfolgreich. Wir haben die Zeit genutzt, um uns optimal auf die Bedürfnisse unserer Mandanten und auf deren zunehmend globale Herausforderungen einzustellen. Wir sehen uns besser positioniert als je zuvor“, so Hohenstatt.

Die deutsche Praxis hat zuletzt noch mehr als bisher auf die jahrelangen Investitionen der Kanzlei in die internationale Integration und internationale Kompetenz ihrer Anwälte gesetzt. So begleitet ein Team aus deutschen Freshfields-Anwälten aus Hamburg, Brüssel und Berlin die griechische Privatisierungsbehörde bei der anstehenden Privatisierung der größten griechischen Häfen, darunter Piräus und Thessaloniki.

„Nicht nur US-amerikanische und britische Anwälte können in internationalen Sachverhalten beraten, die mit ihrer Heimatrechtsordnung nicht zusammenhängen“, erklärte ein Freshfields-Partner. „Auch wir als deutsche Anwälte können da ruhig selbstbewusster auftreten.“ (Antje Neumann)

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