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12.09.2012

Compliance: Görling gewinnt Team von Hogan Lovells

Die vor allem für ihr Engagement in Compliance-Fragen bekannte Kanzlei Görling holt fünf Anwälte von Hogan Lovells. Wechseln werden zum Oktober unter anderem Counsel Dr. Jan Kappel (36) und Wendelin Acker (59), langjähriger Partner bei Hogan Lovells und Leiter der Compliance-Praxis. Sie kommen aus dem Frankfurter Büro von Hogan Lovells.

Wendelin Acker

Wendelin Acker

Acker ist seit 1990 Partner bei Hogan Lovells beziehungsweise der Vorgängerkanzlei Lovells. Kappel gehört der Sozietät seit 2006 an. Acker ist vom Ursprung her und nach wie vor Baurechtler, hatte aber in vergangenen Jahren den Auf- und Ausbau der Compliance-Praxis verantwortet. Kappel hatte sich zudem in der Szene immer mehr einen Namen gemacht. Beide gehören, ebenso wie der Rest des Teams, auch der Litigation-Praxis von Hogan Lovells an.

Entsprechend passt Görling seine Kanzleistrategie an und rückt Litigation stärker in der Vordergrund. Schon bislang war die Kanzlei gerade im Umfeld von Compliance-Fällen auch intensiv prozessual tätig. Dieses Engagement will sie nun noch einmal ausdehnen, wobei Acker auch Schiedserfahrung gerade aus dem Baubereich mitbringt.

Görling, der Acker schon seit Jahren kennt, strukturiert seine Gesellschaften zu diesem Zweck um zur Partnerschaftsgesellschaft. Acker wird Equity-Partner, Kappel und der derzeit als Senior Associate bei Hogan Lovells tätige Thomas Günther (36) steigen als Salary-Partner ein. Hinzu kommen Jan Ehling (30) und Philipp Kärcher (34) als Associates. Die Einheit firmiert dann unter Görling Acker & Partner und zählt mit den Neuzugängen 22 Berufsträger, einschließlich Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Weitere Expansion ist fest geplant.

Unter dem Dach der Partnerschaftsgesellschaft werden künftig die Rechtsberatung, die Prozessführung, Vollstreckung – bislang eine separate Gesellschaft – und Immobilienrecht angesiedelt. Daneben wird der gesamte forensische Beratungsarm, eine Tätigkeit, für die Görling schon seit Langem hoch angesehen ist, eigenständig bleiben. Diese zweite Gesellschaft befasst sich mit der kaufmännischen Seite von Compliance, mit Compliance-Audits und -Management, der IT-Forensik und dem Research, also etwa der Untersuchung von Geschäftspartnern.

Für das Immobilienteam von Hogan Lovells ändert sich durch das Ausscheiden Ackers wenig. Zwar gehört er zu den hoch angesehenen

Tim Wybitul

Tim Wybitul

Baurechtlern hierzulande, doch deckt die Praxis diese Themen weiterhin ab. An dem Engagement in diesem Bereich soll sich, gerade bei Projektentwicklungen, auch nichts ändern.

Die Wirkung auf die Compliance-Praxis ist größer. Das Team hatte sich zuletzt einen guten Ruf erarbeitet, auch wenn das internationale Netzwerk noch bei Weitem nicht ausgeschöpft wurde. An die Spitze setzte die Kanzlei nun of Counsel Tim Wybitul als Head of Compliance and Investigations für Frankfurt.

Der Arbeitsrechtler war erst vor einem knappen Jahr von Mayer Brown hinzugestoßen (mehr…) und gilt als exzellenter Datenschutzspezialist sowie Netzwerker. In seinem Spezialbereich ist er fachlich sehr anerkannt. Bei Hogan Lovells ist er der Arbeitsrechtspraxis zugeordnet, kooperiert aber auch eng mit dem Litigation-Team, so dass er auf entsprechende Ressourcen zurückgreifen kann. (Astrid Jatzkowski, Eva Flick)

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