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29.07.2013

Ausbau Brüssel: Latham verstärkt sich mit renommiertem Kartellrechtler von WilmerHale

Der äußerst anerkannte Brüsseler Kartellrechtler Prof. Dr. Sven Völcker (46) wechselt zu Latham & Watkins. Der 46-Jährige war 17 Jahre lang bei WilmerHale tätig und hatte dort schon als Associate begonnen. Mit Völckers Zugang verstärkt sich Latham innerhalb kurzer Zeit bereits um einen zweiten namhaften Kartellrechtler in Brüssel: Erst in der vergangenen Woche hatte sich Lars Kjølbye von Covington & Burling der US-Kanzlei angeschlossen.

Sven Völcker

Sven Völcker

Zu Völckers prominentesten Mandaten zählte beispielsweise die mehrjährige Begleitung von Lufthansa im Luftfracht-Kartellverfahren. Neben dem Luftverkehr bilden Mandanten aus der High-Tech-Industrie einen Schwerpunkt seiner kartellrechtlichen Arbeit. Im Markt ist bekannt, dass er zuletzt auch für Apple tätig war. Auch Kjølbye bringt Erfahrung in der Technologiebranche mit: Er zählte zuletzt etwa zu den Beratern von Microsoft gegenüber der EU-Kommission. Beides passt sehr gut zu Lathams US-Westküstenpraxis.

Der Ausbau des Kartellrechts folgt nun einerseits auf die kräftige Erweiterung der deutschen Corporate-Praxis durch das neue Büro in Düsseldorf (mehr…). Andererseits verstärkt die US-Kanzlei ihre fusionskontrollrechtlichen Kapazitäten, zumal der erfahrene Partner Prof. Dr. Andreas Weitbrecht zum Jahreswechsel aus Altersgründen ausgeschieden war (mehr…).

Völcker trifft bei Latham auf einige frühere Weggefährten. Denn 2002 war schon einmal ein größeres Wilmer-Team zu Latham gewechselt und hatte deren Brüsseler Büro mit aufgebaut. Darunter war auch der jetzige Managing-Partner des Büros, Jean-Paul Poitras.

Das Brüsseler Latham-Büro ist mit Anwälten aus unterschiedlichen Ländern besetzt. Neben der deutschen Partnerin Susanne Zühlke arbeiten hier beispielsweise auch im Markt sehr anerkannte spanische, französische und US-amerikanische Anwälte, deren Praxis durchgehend sehr international geprägt ist. Zu den Mandanten des Büros gehören unter anderem Oracle, Arcelor Mittal, Carlyle, Iberdrola oder die südafrikanische Steinhoff-Gruppe. Das Büro besteht jetzt aus neun Partnern und elf Associates.

Für Wilmer bedeutet Völckers Weggang den zweiten Brüsseler Verlust innerhalb kurzer Zeit. Vor einigen Wochen war sein langjähriger Associate zu Noerr gewechselt, um für die Kanzlei ein Büro zu eröffnen (mehr…). Das Brüsseler Wilmer-Büro ist auch weiterhin mit drei Partnern besetzt, doch ist der deutsche Anteil vor Ort in den letzten Jahren geschrumpft. In nächster Zeit wird der Frankfurter Partner Prof. Dr. Hans-Georg Kamann die Verbindung nach Brüssel stärker ausbauen. Seine Praxis ist auch bisher schon stark europarechtlich geprägt. „Für unsere deutschen Mandanten ändert sich nichts. Wir haben eine starke deutsche Kartellrechtspraxis mit fünf Partnern und einem Senior Counsel. Von ihnen werden unsere Mandanten auch heute schon nicht nur in Deutschland, sondern auch in Brüssel und Luxemburg betreut“, sagte der Berliner Partner Ulrich Quack, Kopf der deutschen Kartellrechtspraxis. (Antje Neumann)

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