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30.10.2013

Wölbern-Affäre: Reimer-Partner verwaltet Muttergesellschaft Wölbern Invest

Das Hamburger Amtsgericht hat Dr. Tjakr Thies von der Kanzlei Reimer zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Hamburger Emissionshaus Wölbern Invest bestellt. Am Montag hatte das Unternehmen Insolvenzantrag eingereicht.

Bernd Depping

Bernd Depping

Damit zieht die Untreue-Affäre um Prof. Dr. Heinrich Schulte, den derzeit inhaftierten Chef von Wölbern Invest, weitere Kreise. Nachdem Mitte Oktober bereits sechs Gesellschaften von Schultes Medizinverbund Endokrinologikum Insolvenz angemeldet hatten (mehr…), erreichte die Welle wenig später die Wölbern Invest-Tochter Wölbern Fondsmanagement. Diese hatte in der vergangenen Woche wegen Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie beantragt. Als Sanierungsgeschäftsführer agiert der Insolvenzrechtler Bernd Depping aus der Essener Kanzlei dnp Depping. Thies hat eine Doppelrolle in dem Komplex: Der Hamburger Insolvenzrechtler ist auch der gerichtlich bestellte Sachwalter der Fondsmanagement-Tochter, fungiert also als eine Art Aufseher für Depping.

Depping teilte nun anlässlich der Insolvenz der Muttergesellschaft mit, dass er „absehbar keinerlei negativen Auswirkungen auf die Immobilienfonds unter unserem Management“ erwarte. Weiterhin prüft Depping unter anderem, ob und wie der vom vorherigen Management initiierte Portfolioverkauf von Fondsimmobilien durchgeführt werden könne. Mitte November will der Sanierungsgeschäftsführer ein Anlegerkomitee einberufen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Thies wird neben Hamburg auch in Pinneberg bestellt. Mitte August dieses Jahres war er als Verwalter einer Tochter der Frankfurter Immobiliengruppe S&K bestellt worden, die ebenfalls im Zuge eines Anlegerskandals von sich reden machte (mehr…). Die Hamburger Insolvenzverwalterkanzlei Reimer besteht in dieser Form erst seit Anfang 2012. Sie entstand durch den Zusammenschluss der drei Büros Reimer & Thies, Borchardt & von Websky und Gittermann & Best. (Christine Albert)

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