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01.07.2015

Rückkehr: Eckhard Bremer verlässt Hogan Lovells und schließt sich Wegner Ullrich an

Knapp zwei Jahre nach der Abspaltung des Berliner Hogan Lovells-Standorts kehrt der damals letzte verbliebene Partner der Kanzlei den Rücken. Der vor allem im Kartell- und Vergaberecht angesehene Eckhard Bremer (58) steigt zum Juli als Partner bei der Berliner Kanzlei Wegner Ullrich Müller-Helle ein. Der langjährige Hogan Lovells-Partner war seinen früheren Berliner Kollegen 2013 nicht zu Morrison & Foerster gefolgt, sondern arbeitete bis zuletzt von Hamburg aus für die Kanzlei.

Eckhard Bremer

Eckhard Bremer

Bremer war über 15 Jahre lang Partner bei Hogan Lovells und deren Vorgängereinheit Hogan & Hartson. 2001 gehörte er zu der Gruppe von Anwälten, die ein Berliner Büro für die aus Washington stammende Kanzlei eröffnete. Er ist Spezialist im Marktordnungsrecht und erfahren in Vergabe-, Regulierungs- und Kartellverfahren. Seine besonderen Schwerpunkte liegen auf den Branchen Transport & Verkehr, Medien, Telekommunikation und Internet.

Bremer beriet zuletzt in diversen Großverfahren im europäischen Infrastruktursektor. So begleitete er etwa die Westbahn beim Stopp der geplanten Vergabe von SPNV-Leistungen an die Österreichische Bundesbahn. Außerdem führt er häufig Verfahren im Medienmarkt, wo insbesondere Axel Springer zu seinen prominenten Mandanten zählt. Den Medienkonzern betreute er bei dessen Klage gegen das Fusionsverbot mit ProSiebenSat.1 und erwirkte 2014 vor dem Bundesverwaltungsgericht ein Grundsatzurteil für die Regulierung der Medienbranche. Auch im aktuell stark nachgefragten Geschäftsfeld Kartellschadensersatz hat Bremer Erfahrung, außerdem begleitet er die Verkehrs- und Logistikdienstleister HKX und RDC beim Marktzugang.

Bremer erhofft sich von dem Wechsel in eine kleinere Einheit eine größere Unabhängigkeit für seine Mandanten. Zugleich ist es für ihn eine Rückkehr nach Berlin, wo er den Großteil seiner beruflichen Laufbahn verbracht hat. Bei Wegnerpartner sticht er mit seiner Seniorität aus der bislang homogenen jüngeren Partnerschaft heraus. Zudem füllt er mit seiner Spezialisierung im Vergaberecht die Lücke, die der Weggang von Dr. Klaus Greb zu Avocado vor rund einem Jahr hinterlassen hatte. Die bislang als Wegner Ullrich Müller-Helle bekannte Kanzlei war 2007 als Spin-off von WilmerHale an den Start gegangen. Neben der starken gesellschafts-, immobilien- und arbeitsrechtlichen Beratung bilden auch die Medien- und IT-Praxis eine stabile Säule der Sozietät. Die Kanzlei besteht mit Bremer aus acht Partnern, neun Associates und einer of Counsel. (Eva Lienemann)

 

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