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09.03.2017

UBT-Sprung: Latham & Watkins verbessert die Produktivität

Im abgelaufen Geschäftsjahr hat die US-Kanzlei Latham & Watkins ihren Umsatz in Deutschland um knapp 6 Prozent auf 117,6 Millionen Euro steigern können. Noch deutlicher fällt das Plus beim Umsatz pro Berufsträger aus, als Index für die Qualität der geleisteten Arbeit: Der Wert steigt um fast zehn Prozent auf 780.000 Euro pro Kopf.

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Oliver Felsenstein

Damit rückt Latham hierzulande an die direkte Wettbewerberin Freshfields Bruckhaus Deringer heran, der es 2015/16 noch gelang, ihren UBT auf 776.000 Euro zu heben. Ob die Magic-Circle-Kanzlei in diesem Jahr wieder eine so deutliche UBT-Steigerung ausweisen kann und Latham damit erneut hinter sich lässt, werden erst die Zahlen zum Geschäftsjahresende im April zeigen.

So oder so ist das neue UBT-Niveau für Latham eine wichtige Stichmarke. „Unserem Ziel, langfristig noch höherklassige Mandate zu gewinnen, sind wir damit ein ganzes Stück näher gekommen“, sagt Managing-Partner Oliver Felsenstein. „Zur Steigerung des Umsatzes haben alle Praxen beigetragen.“

Die Litigation-Praxis war etwa erneut ausgelastet mit Langzeitmandaten wie der Vertretung von Scottish Widows (früher Clerical Medical) in knapp 2.000 deutschen Klageverfahren und Daimler im Tollcollect-Schiedsverfahren. Zudem blickt Latham laut Felsenstein auf ein gutes M&A-Jahr zurück. Unter anderem hat die Kanzlei Siemens beim Kauf des US-Software-Spezialisten Mentor für 4,5 Milliarden Dollar beraten und war an mehreren großen Private-Equity-Deals beteiligt.

Hochkarätige Quereinsteiger und prominente Abgänge

Dabei dürfte sich auch der Zugang einiger gewichtiger Quereinsteiger im Jahr 2015 bemerkbar gemacht haben – allen voran Felsenstein selbst. Der Private-Equity-Star übernahm im vergangenen Sommer auch das Management der Kanzlei. Die Finance-Praxis hat mit Quereinsteigerin Alexandra Hagelüken, die wie Felsenstein 2015 von Clifford wechselte, einen Schub erlebt. Allerdings machte sich Anfang 2016 auch die anerkannte Finanzexpertin Dr. Christina Ungeheuer selbstständig.

Auch 2016 gab es auf Partnerebene einige Zu- und Abgänge. So kam unter anderem Corporate-Partner Dr. Rainer Traugott von Linklaters, kurz darauf verstärkte Freshfields-Partner Michael Esser die Kartellrechtspraxis. Ende des Jahres wechselte dann Dr. Oliver Seiler zu Latham, zuvor Chef der Kapitalmarktpraxis von Allen & Overy.

In Frankfurt gingen aber auch die beiden Transaktionsexperten Dr. Dirk Oberbracht und Dr. Wilhelm Reinhardt zum US-Wettbewerber Gibson Dunn & Crutcher. Unterm Strich trugen 2016, gerechnet in Full-Time-Equivalents, etwas weniger Berufsträger zum Umsatz bei als im Jahr zuvor.

Weltweit klettert der Kanzleiumsatz ebenfalls in neue Höhen: Er wuchs um 6,5 Prozent auf 2,82 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Partner legte um gut 5 Prozent auf 3,1 Millionen US-Dollar zu. (Ulrike Barth)

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