Die Klage wurde beim Landgericht München zunächst nur gegen Gribkowsky eingereicht, um sich den Zugriff auf das Vermögen in Höhe von 25 Millionen Euro zu sichern, das Gribkowsky in seine österreichische Privatstiftung ‚Sonnenschein‘ eingebracht hatte.
Insgesamt beläuft sich die Forderung der BayernLB auf 200 Millionen Euro. Sie soll später auf mehrere ihrer Ex-Vorstände erweitert werden, darunter auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende Werner Schmidt.
„Wir haben im Verwaltungsrat beschlossen, gegen sämtliche Ex-Vorstände der Landesbank Schadensersatz-
Gribkowsky sitzt derzeit wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Steuerhinterziehung und Veruntreuung von Bankvermögen in Untersuchungshaft. Er soll in seiner Zeit als Risikovorstand der Bayern LB heimlich 50 Millionen US-Dollar kassiert haben. Woher das Geld stammt, ist derzeit noch unklar.
Vertreter BayernLB:
Hengeler Mueller (München): Dr. Viola Sailer-Coceani, Dr. Markus Meier (beide Federführung), Prof. Dr. Michael Hoffmann-Becking; Associates: Daniel Zimmer, Dr. Susanne Zech, Dr. Christopher Strehle, Verena Nosch
Clifford Chance (München): Dr. Patrick Biagosch (Corporate), Heinz-Günter Gondert (Corporate), Sebastian Rakob (Litigation; beide Frankfurt), Tim Schreiber (Litigation), Gwendolyn Müller (Corporate)
Vertreter Gribkowsky
Graf von Westphalen (München): Ulrich Stuhlfelner – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Dass Hengeler hier als Vertreterin der BayernLB auftritt, überrascht kaum, hatte die Kanzlei doch bereits zwei Gutachten – eines zum HGAA-Komplex, eines zu den ABS-Geschäften – erstellt, in denen auch die Frage der Haftung der ehemaligen Vorstände behandelt wurden (mehr…). In Sachen ABS-Strukturen hatte zudem Flick Gocke Schaumburg ein Gutachten für den bayerischen Landtag erstellt, das – entgegen dem Hengeler-Gutachten – neben den ehemaligen Vorständen auch die Ex-Verwaltungsräte für haftbar hielt.
Während Hengeler für die Generalversammlung der Bayern LB tätig ist, dürfte die Mandatierung von Clifford auf ihre Tätigkeit für den Freistaat Bayern im BayernLB-Komplex zurückgehen und enger an den Verwaltungsrat gebunden sein.
Über die fachliche Aufteilung zwischen beiden Kanzleien kann man in diesem frühen Stadium nur spekulieren. Die Berater werden sich aber sowohl mit dem HGAA-Skandal als auch mit den Fehlinvestitionen in ABS-Strukturen beschäftigen.
Über den Korruptionsskandal um Gribkowsky stolperte sein österreichischer Anwalt, Prof. Dr. Gerald Toifl. Dieser hatte für Gribkowsky die Privatstiftung ‘Sonnenschein’ in Salzburg eingerichtet und war Geschäftsführer der Stiftungsbeteiligung GREP, in der Gribkowsky 50 Millionen US-Dollar geparkt hat (mehr…). Leitner & Leitner ist in Deutschland mit Flick Gocke eng verbunden.
Gerhard Gribkowsky selbst setzt auf das Münchner Graf von Westphalen-Büro. Neben Ulrich Stuhlfelner, der den Ex-BayernLB-Vorstand wegen der Schadensersatzforderungen vertritt, ist auch Partner Dr. Reinhard Höß in dieser Sache aktiv. Die Staatsanwaltschaft München I wirft Gribkowsky Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vor. Aus dem Markt bekannt ist, dass Höß in strafrechtlicher Hinsicht mandatiert wurde.