Erst am Montag hatte der Prozess begonnen (mehr…), nach nur zwei Verhandlungstagen wurde er gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 100.000 Euro eingestellt. Für das Gericht war allerdings klar, dass der ehemalige VW-Chef Steuern in Höhe von knapp 235.000 Euro verkürzt hat. Pischetsrieder hatte in den Jahren 2000 bis 2003 Schuldzinsen von Darlehen für verschiedene Immobilien umgeschichtet, um einen maximalen Steuerspareffekt zu erzielen. Im Kern ging es darum, die Zinsen auf vermietete Häuser zu verbuchen.
Mit diesem Trick minderte Pischetsrieder die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und entsprechend die Steuerlast. In der Verhandlung bestritt der Manager, absichtlich falsche Angaben gemacht zu haben. Dieser Argumentation folgte das Gericht. Da sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Pischetsrieder der Entscheidung zustimmten, ist das Verfahren damit abgeschlossen.
Ein Betriebsprüfer des Finanzamts Rosenheim hatte die Ungereimtheiten in Pischetsrieders Steuererklärungen 2000 bis 2003 entdeckt. Zu dieser Zeit war er noch in führender Position bei VW tätig. 2006 trat Pischetsrieder beim Automobilkonzern zurück, sein Vertrag läuft allerdings noch bis 2012.
Vertreter Bernd Pischetsrieder
Wannemacher & Partner (München): Kurt Kürzinger
Staatsanwaltschaft München
Nicht bekannt
Landgericht München II, 5. Strafkammer
Martin Rieder
Hintergrund: Die Kanzlei Wannemacher & Partner ist bekannt für die Vertretung in steuerstrafrechtlichen Verfahren. Die Kanzlei ist aber auch auf dem Gebiet des allgemeinen Wirtschaftsstrafrechts tätig. So vertritt sie etwa Ex-BayernLB-Vorstand Michael Kemmer und andere Manager gegen Untreuevorwürfe (mehr…).