Freiwilliges öffentliches Teilangebot

Grosso Tec greift mit Pelzmann Gall und Pinsent nach S&T

Stück für Stück: Die Beteiligungsgesellschaft Grosso Tec verleibt sich immer mehr Anteile an dem Linzer Softwareunternehmen S&T ein. Das freiwillige öffentliche Teilangebot bezog sich auf den Kauf von bis zu 5,5 Millionen S&T-Aktien zu einem Preis von je 15,30 Euro. Zu diesem Kurs trennten sich jedoch nur wenige Anleger von ihren Aktien.  

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Mario Gall

Hinter der Käuferin stehen der S&T-CEO Hannes Niederhauser und der österreichische Investor Erhard Grossnigg. Grossnigg wiederum ist ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender von S&T und hielt über die ihm ebenfalls zuzurechnende Grosso Holding in der Vergangenheit bereits rund 14 Prozent an S&T. Von dieser Beteiligung trennte er sich 2016, als der taiwanesische Elektronikriese Foxconn bei S&T einstieg. 

Das nun im Rahmen des aktuellen Angebots erworbene Paket hätte bei vollem Umfang etwas mehr als 8 Prozent der S&T-Aktien entsprochen. Bis zum Ende der Annahmefrist Anfang April waren bei der Raiffeisen Bank International als der von der Bieterin bestellten Annahme- und Zahlstelle jedoch nur 26.635 S&T-Aktien in das Teilangebot eingereicht und damit rechtswirksam angenommen worden. Dies entspricht einem Anteil von 0,04 Prozent des gesamten Grundkapitals der S&T. Eine Meldepflicht besteht in Österreich ab 4 Prozent.

Doch Grosso Tec erwarb unabhängig von dem Teilangebot jede Menge weitere S&T-Aktien: So etwa Mitte April 335.448 Stück zu je rund 16 Euro. Zuletzt kaufte die Gesellschaft in zwei Etappen insgesamt weitere knapp 20.000 Aktien des Unternehmens, jeweils zu einem Kurs von mehr als 16 Euro pro Stück.

Internet of Things rückt in den Fokus

S&T selbst plant seit Längerem, seine IT-Dienstleistungssparte zu verkaufen und sein Know-how im profitableren Bereich des Internets der Dinge zu bündeln. Vor diesem Hintergrund soll auf der kommenden Hauptversammlung Anfang Mai auch eine Umfirmierung in ‚Kontron AG‘ beschlossen werden. Unter der Marke Kontron vertreibt das Unternehmen bereits jetzt seine Technologien rund um das Internet der Dinge. Im Zuge eines Verkaufs der IT-Dienstleistungssparte könnte auch die Marke S&T veräußert werden.

An dem Augsburger Rechnertechnologiehersteller Kontron hatte sich S&T im Jahr 2016 im Zuge des Einstiegs der taiwanesischen Foxconn bei S&T beteiligt. S&T kaufte damals von dem Finanzinvestor Warburg Pincus und der Beteiligungsgesellschaft Triton 29,9 Prozent der Aktien an Kontron. Der Kaufpreis belief sich auf knapp 60 Millionen Euro.

Berater Grosso Tec
Pelzmann Gall Größ (Wien): Dr. Mario Gall (Federführung); Associates: Dr. Zurab Simonishvili (beide Corporate/M&A; Kapitalmarktrecht), Georg Harer (M&A/Finanzierung)
Pinsent Masons (München): Thomas Mayrhofer (Federführung; Corporate/M&A), Gudrun Moll (Aktien-/Kapitalmarktrecht), Dr. Holger Kessen (Bank- und Kapitalmarktrecht); Associate: Domenico Schwan (Bank- und Finanzrecht)

Thomas Mayrhofer

Berater S&T
Schönherr (Wien): Dr. Sascha Schulz (Corporate/M&A), Christoph Moser; Associate: Angelika Fischer (Rechtsanwaltsanwärterin; beide Kapitalmarktrecht)
Hogan Lovells: Prof. Dr. Michael Schlitt (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Lutz Angerer (beide Federführung), Thomas Weber (beide Gesellschafts- und Finanzrecht; beide München); Associate: Leon Lindemann (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt)

Sascha Schulz

Berater Raiffeisen Bank International
Wolf Theiss (Wien): Marika Lomashvili (Federführung; Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Namenspartner Gall, eine Koryphäe im Übernahmerecht, berät den Investor Grossnigg seit Langem und hat in der Vergangenheit auch schon S&T zur Seite gestanden.

Pinsent Masons-Partner Mayrhofer ist ebenfalls kein Unbekannter im Zusammenhang mit S&T-Transaktionen. Er und Moll berieten das Linzer Unternehmen beispielsweise, als es sich 2016 an Kontron beteiligte.

Michael Schlitt

S&T ist auch eine langjährige Mandantin von Schönherr-Partner Moser. Die Federführung lag in diesem Fall allerdings beim Counsel und Übernahmerechtsexperten Schulz. Über Empfehlung der österreichischen Kanzlei kam auch Hogan Lovells ins Mandat. Der Frankfurter Partner Schlitt ist einer der deutschlandweit bekanntesten Anwälte im Eigenkapitalmarktrecht. Corporate-Chef Angerer ist ebenfalls eine Größe im deutschen Anwaltsmarkt.

Wolf Theiss-Anwältin Lomashvili wurde im September 2021 zur Partnerin ernannt.  Die Kanzlei gehört in Österreich im Bank- und Finanzrecht zur Marktspitze und ist im Kapitalmarktrecht die führende Praxis des Landes.

Copyright Teaserbild: Alexander Limbach/picture alliance

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