Nachhaltig finanziert

Mayr-Melnhof besorgt mit PHH Mittel für Maschinenumbau

Die Mayr-Melnhof-Gruppe hat erstmals ein Konsortialdarlehen aufgenommen, das als nachhaltig eingestuft ist. Die Finanzierung über 65 Millionen Euro dient dazu, die Kartonmaschine am Standort Neuss in Deutschland umzubauen und effizienter zu machen.

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Mayr-Melnhof investiert 65 Millionen Euro in den Umbau einer Kartonmaschine in Neuss. Foto: Mayr-Melnhof Karton

Als Regelwerk für den zertifizierten Kredit dient das ‚Green Loan Framework‘ der IKB Deutsche Industriebank. Eine Tranche von 25 Millionen Euro aus dem Gesamtdarlehen refinanziert die deutsche Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen ihres Umweltprogramms 240. Neben dem Düsseldorfer Institut gehören die NRW.Bank und die Oberbank dem Konsortium an.

Sprung bei Umsatz und Gewinn

Mayr-Melnhof beschäftigte Ende März knapp 12.700 Mitarbeiter, der Umsatz sprang im ersten Quartal 2022 auf rund 1,06 Milliarden Euro, was einer Steigerung von mehr als 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Das betriebliche Ergebnis stieg um knapp 82 Prozent auf rund 111 Millionen Euro. Als Ursache für dieses Wachstum nannte das Unternehmen in seinem Quartalsbericht die Zukäufe von Werken in Finnland und Polen im vergangenen Jahr. Auch gestiegene Kosten habe der Hersteller an Kunden weitergegeben.  

Wolfram Huber

Berater Mayr-Melnhof
PHH Rechtsanwälte (Wien): Dr. Wolfram Huber (Federführung; Finanzierung); Associate: Lisa Urbas (Finanzierung, ESG-Recht; Rechtsanwaltsanwärterin)
Inhouse Recht (Wien): Elvira Schmid (Head of Group Legal)

Berater IKB Deutsche Industriebank
Noerr (Frankfurt): Dr. Alexander Schilling (Federführung), Associate: Martina Buller (beide Finanzierung)

Hintergrund: PHH-Partner Huber ist für den Papier- und Kartonagenhersteller Mayr-Melnhof regelmäßig bei Finanzierungen als Berater eingebunden. Im vergangenen Jahr etwa mandatierte das Unternehmen Huber bei Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen über rund eine Milliarde Euro. Diese Mittel dienten den Zukäufen der Werke in Finnland und Polen.

Bei Mayr-Melnhof waren für die Transaktion Gernot Bauer als Head of Corporate Treasury und Martin Cvejkus als Manager Financial Exposure sowie die Leiterin der Rechtsabteilung Elvira Schmid zuständig.

Alexander Schilling

Frisch zum Partner ernannt

Das IKB-Mandat kam für Noerr aus bestehenden Kontakten zu der Düsseldorfer Bank zustande. Für die Beratung zu der nachhaltigen Finanzierung war Schilling aus dem Frankfurter Büro verantwortlich. Er gehörte bereits im Sommer 2021 zu dem Team, das die UniCredit bei einer ESG-gekoppelten Finanzierung über insgesamt 250 Millionen Euro für Varta beriet. Kurz darauf folgte ein Mandat der Schaltbau Holding für Konsortialkredite über 150 Millionen Euro, die ebenfalls Nachhaltigkeitskomponenten enthalten. Anfang 2022 ernannte die Kanzlei Schilling zum Equity-Partner, sodass die Finanzierungspraxis aktuell acht Partner zählt. Seit 2018 war Schilling als Salary-Partner bei Noerr tätig.

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