Insgesamt 16 Jahre arbeitete Müller (51) bei Dorda. 2008 war er von Weber Maxl & Partner – einer Vorgängereinheit der heutige Kanzlei Weber Harrer – zu Dorda gekommen. In seiner damals neuen Einheit übernahm er 2010 die Verantwortung für das Team im Öffentlichen Recht. 2011 wurde er dann zum Partner ernannt. Müller berät sowohl zu regulatorischen Fragen, beispielsweise im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien, sowie zum Vergaberecht.
Spezielle Beschaffung
Bei PwC Legal will sich Müller zukünftig stärker der Beratung zur Beschaffung von Rüstungsgütern widmen. Seit gut 30 Jahren gehört Müller dem Bundesheer an – inzwischen als Oberstleutnant der Miliz. Zudem sitzt er seit April 2023 der Beschaffungs-Prüfungskommission vor, die das Ministerium für Landesverteidigung zum Kauf von Rüstungsgütern berät. Entsprechend verfügt er über großes Know-how auf diesem Feld. Sein Fokus soll insbesondere auf der Begleitung von Auftragnehmern im Vergabeverfahren liegen, aber auch die Beratung aufseiten der öffentlichen Hand ist nicht ausgeschlossen.
Zukünftig möchte Müller bei der Beratung zur Beschaffung von Rüstungsgütern auch stärker mit den anderen Armen der Big-Four-Gesellschaft kooperieren, beispielsweise der Advisory und der zum PwC-Netzwerk gehörenden Strategieberatungsgesellschaft Strategy&. Die dort angesiedelten Beraterinnen und Berater sollen zum Beispiel bei der vorgelagerten Bedarfsermittlung hinzugezogen werden. In Deutschland bietet PwC bereits länger eine solche interdisziplinäre Beratung an. Hierzulande möchte Müller zudem auch die Beratung zu alternativen Finanzierungsmodellen, etwa über öffentlich-private Partnerschaften, für Beschaffungen für die Landesverteidigung vorantreiben.
Öffentliches Recht wiederbelebt
Für die Big-Four-Kanzlei bedeutet der Zugang des erfahrenen Partners, der gemeinsam mit einem Konzipienten wechselt, das Ende einer Vakanz im Öffentlichen Recht. Seit dem Abgang von Dr. Stefanie Werinos zu PHH im Jahr 2021 hielt PwC Legal keine dezidierte Praxis für die öffentlich-rechtliche Beratung vor. Kleinere Fragen aus diesem Themenfeld, wie etwa gewerberechtliche Anmeldungen beispielsweise im Zuge von Umgründungen und Transaktionen, deckte die Kanzlei über die Partner in den entsprechenden Rechtsgebieten ab.
Praxis mit neuem Gesicht
Bei Müllers ehemaliger Kanzlei Dorda setzt sich indes der personelle Umbruch der Praxis im Öffentlichen Recht fort, der mit dem Zugang von Dr. Tatjana Katalan im Oktober 2024 seinen Anfang genommen hat. Mit Dr. Philipp Pallitsch (47) stieß zum Jänner ein weiterer Quereinsteiger auf Partnerlevel hinzu. Er war zuletzt Partner der auf Öffentliches Recht spezialisierten Boutique SHMP Schwartz Huber-Medek Pallitsch. Gemeinsam mit ihm wechseln ein Rechtsanwalt und zwei Konzipientinnen zu Dorda. Pallitsch berät seine Mandanten sowohl im Vergaberecht sowie zu bau- und raumordnungsrechtlichen Fragen, aber auch zum Bauvertragsrecht. Zukünftig teilen sich Katalan und Pallitsch die Verantwortung für die Praxis Öffentliches Recht bei Dorda.
Beachtlicher Zuwachs
Durch seinen Zugang wächst das Team auf insgesamt sieben Personen an, zwei davon auf Partnerebene sowie insgesamt fünf Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Hinzu kommt Partner Dr. Heinrich Kühnert, der regelmäßig zu Fragen an der Schnittstelle zwischen Öffentlichem Recht und Kartellrecht berät. Damit hat sich die Praxis bei Dorda innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Anfang 2024 umfasste sie nur vier Personen inklusive Partner Müller.
Weiterhin gut aufgestellt
Pallitschs ehemalige Einheit SHMP Schwartz Huber-Medek Pallitsch firmiert inzwischen unter SHMP Schwartz Huber-Medek Partner. Die Kanzlei verfügt über ein anerkanntes Know-how auf den Feldern des Vergabe-, Glücksspiel- sowie Umwelt- und Planungsrechts. Die Beratung im Bau- und Raumordnungsrecht gehört auch nach dem Abgang von Pallitsch weiter zur Angebotspalette. Sowohl Partnerin Dr. Katharina Huber-Medek als auch Partner Dr. Walter Schwartz beraten Mandanten in entsprechenden Causen. Allerdings attestieren Marktbeobachter den beiden verbliebenen Partnern auf diesem Feld nicht die gleiche Visibilität, wie sie Pallitsch innehatte. Neben den Namenspartnern gehören zwei Rechtsanwältinnen, ein Rechtsanwalt sowie eine Konzipientin und ein Konzipient zur Kanzlei.