Raststätten

Rosenberger sucht mit Lind Sanierung

Der Raststättenbetreiber Rosenberger mit Sitz im niederösterreichischen Loosdorf ist insolvent. Das Landesgericht St. Pölten hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Passiva belaufen sich laut Kreditschutzverband (KSV) auf rund 13,3 Millionen Euro. Zum Masseverwalter wurde Dr. Christian Lind von Urbanek Lind Schmied Reisch bestellt.

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Betroffen sind nach Mitteilung des KSV 448 Mitarbeiter und 298 Gläubiger. Von den 13,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten entfallen auf Dienstnehmer und Banken jeweils etwa 3,6 Millionen. Die unbesicherten Verbindlichkeiten betragen nach Angaben der Gläubigerschutzverbände Creditreform und Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) 12,3 Millionen Euro. Die Rosenberger Restaurant GmbH bietet den Gäubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, was dem gesetzlichen Mindestangebot entspricht. Der KSV prüft, ob diese Quote angemessen und erfüllbar ist. Gläubiger können bis 29. Jänner beim KSV 1870 Forderungen anmelden.

Als Insolvenzursache gibt das Unternehmen seit Jahren rückläufige Umsätze an. Laut KSV verringerte sich der Umsatz von 41 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 33 Millionen im Jahr 2017. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens sollen nun notwendige Maßnahmen umgesetzt und gegebenenfalls unrentable Standorte geschlossen werden, um das Unternehmen fortführen zu können. Das Vermögen beziffern Creditreform und AKV mit 16,6 Millionen Euro, die freien Vermögenswerte im Liquidationsszenario betragen jedoch nur 570.000 Euro.

Die Unternehmensgruppe besteht aus der Rosenberger Tankstellen GmbH und der insolventen Rosenberger Restaurant GmbH. Beide sind hundertprozentige Töchter der Rosenberger Holding GmbH, die chinesische Eigentümer hat. Insgesamt betreibt das Unternehmen an 17 Standorten in Österreich 16 Autobahnraststätten, 3 Seminarhotels, 6 Tagungszentren, 11 Tankstellen und 2 City-Restaurants. Obwohl es rund 800 Mitarbeiter beschäftigt, hat es keinen Betriebsrat.

Masseverwalter
Urbanek Lind Schmied Reisch (Wien): Dr. Christian Lind, Dr. Gabriela Richter (Stellvertreterin)

Schuldnervertreter
SCWP Schindhelm (Wels): Dr. Alexander Anderle (aus dem Markt bekannt)

Hintergrund: ULSR-Namenspartner Lind wird in St. Pölten regelmäßig zum Verwalter bestellt. Die Kanzlei ist insbesondere für ihre Namenspartnerin Dr. Ulla Reisch im Markt bekannt. Sie gehört zu den anerkanntesten Insolvenzexpertinnen Österreichs und wird regelmäßig in Wien sowie von verschiedenen Gerichten in Niederösterreich, daneben auch in der Steiermark, bestellt. Ein viel beachtetes Mandat war beispielsweise die Masseverwaltung von Niki Österreich. Ungewöhnlich war zuletzt ihre Rolle als Beraterin von GA Europe beim Kauf von Charles Vögele aus der Insolvenz.

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