Die Kanzlei, die in 14 mittel- und osteuropäischen Ländern präsent ist, will mit dem Londoner Standort ihre internationale Wachstumsstrategie vorantreiben. „Unsere Kernkompetenz war schon immer die Kombination aus internationaler Ausrichtung und starker Präsenz in unseren lokalen Märkten“, erklärt Managing-Partner Dr. Alexander Popp. Das neue Büro soll einen direkten Kommunikationskanal zu bereits bestehenden Netzwerken sowie zu Finanzinstituten und Investoren schaffen.
Fokus auf vier Schlüsselindustrien
Standortleiter und Konfliktlösungspartner Lukic arbeitet seit jeher mit Schönherr-Kolleginnen und Kollegen aus anderen Praxisgruppen und Jurisdiktionen zusammen. Das Londoner Büro wird sich ihm zufolge auf vier Industriezweige konzentrieren: Finanzwesen, Defense, Sports & Entertainment sowie Energy & Infrastructure. In diesen Bereichen sieht die Kanzlei viel Potenzial in der CEE-Region. „Mit mehr als 100 Millionen Verbrauchern und Investitionen in Milliardenhöhe bietet die CEE-Region enorme Geschäftsmöglichkeiten“, so Lukic.
Anders als etwa die deutsche Kanzlei Ypog, die im September in London eröffnet hatte, will Schönherr dort kein englisches Recht anbieten. Stattdessen fungiert das Büro als CEE-Anlaufstelle für internationale Mandanten. Lukic wird einen großen Teil seiner Zeit vor Ort verbringen, situationsbedingt unterstützt von perspektivisch 10 bis 15 Juristen aus verschiedenen Schönherr-Büros.
Popp sieht London als zentralen Hub für globales Geschäft, unabhängig vom Brexit. Die Präsenz von US-Kanzleien und die Achse New York-London würden wichtiger, ebenso die Brückenfunktion zu internationalen Märkten, etwa dem Nahen Osten, Asien und Osteuropa. Private-Equity-Fonds und Infrastrukturfonds hätten dort ihren Sitz, was die Bedeutung Londons als Gateway bestätige. Das haben zuletzt auch andere Kanzleien erkannt: So eröffnete neben Ypog auch Advant Beiten im September in der britischen Hauptstadt.