Einigung in Ausrüsterstreit

Beiten begleitet Adidas in Schiedsverfahren mit DFB

Autor/en
  • JUVE

Adidas bleibt bis 2018 Ausrüster des Deutschen Fußballbunds (DFB). Mit Hilfe eines Schiedsgerichts haben der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach und der Verband ihren monatelangen Streit über die Verlängerung des Ausrüstervertrags beigelegt.Der Schiedsspruch sieht vor, dass Adidas während der Vertragslaufzeit rund 200 Millionen Euro an den DFB überweist.

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Die Bindung zwischen Adidas und dem DFB geht bis zum ersten Weltmeistertitel Deutschlands bei der Fußball-WM 1954 zurück. Seither besaß Adidas ein Monopol beim größten Sportverband der Welt: Alle DFB-Mannschaften mussten neben Adidas-Trikots auch Adidas-Schuhe tragen.

Erste Risse hatte die Partnerschaft während der WM 2006 bekommen, als mehrere deutsche Spieler beklagten, in Adidas-Schuhen auflaufen zu müssen.

Weltmarktführer Nike bot dem DFB wenig später 500 Millionen Euro für acht Jahre, also rund 62,5 Millionen Euro im Jahr. Adidas verdoppelte daraufhin sein Angebot von zuvor 11 auf 22 Millionen Euro jährlich.

Der DFB vertrat die Ansicht, der geltende Ausrüstervertrag mit Adidas laufe bis Jahresende 2010. Folglich könne man das Nike-Angebot ab 2011 annehmen. Dagegen reklamierte Adidas, der Vertrag habe sich per telefonischer Zusage im Sommer 2006 bis Ende 2014 verlängert. Weil zunächst keine Einigung zu erzielen war, suchten der DFB und adidas ein Schiedsgericht unter Vorsitz des ehemaligen BGH-Richters Prof. Dr. Willi Erdmann auf.

In den Verhandlungen wurde nun eine Lösung gefunden: Adidas zahlt mit sofortiger Wirkung 20 Millionen Euro statt bisher 11 Millionen Euro jährlich an den DFB, ab 2011 erhöht sich diese Summe auf 25 Millionen Euro. Zusätzlich soll der Sportartikelhersteller Geld in den Ausbau von Sportstätten investieren.

Mit dieser Entscheidung ist aber noch keine Ruhe eingekehrt: Die drei Vertreter der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im zwölfköpfigen DFB-Präsidium hatten aus finanziellen Gründen gegen den Vergleich gestimmt. Denn das Geld aus dem Ausrüstervertrag fließt neben den einzelnen Landesverbänden auch der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu. Der DFL-Vorsitzende Dr. Reinhard Rauball kritisierte, der DFB habe das finanziell bessere Angebot ausgeschlagen. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erwägt nun, die Staatsanwaltschaft einzuschalten, um einen etwaigen Untreuevorwurf sofort zu entkräften.

Vertreter Adidas

BEITEN BURKHARDT (München): Dr. Dirk-Reiner Martens (Sportrecht), Dr. Holger Peres (beide Federführung; beide Dispute Resolution); Associates: Dr. André Depping, Dr. Michael Ultsch (beide Dispute Resolution)

@HOLGER HOFMANN (Herzogenaurach)

@INHOUSE (Herzogenaurach): Frank Dassler (General Counsel), Dr. Markus Kürten (Associate General Counsel)

Vertreter DFB

HAVER & MAILÄNDER (Stuttgart): Prof. Dr. Peter Mailänder (Federführung); Associate: Dr. Michael Melber (beide Dispute Resolution)

INHOUSE (Frankfurt): Jörg Englisch (Justiziar)

Schiedsgericht, Stuttgart

Prof. Dr. Willi Erdmann (Vorsitzender Schiedsrichter), Prof. Dr. Peter Heermann (Parteischiedsrichter Adidas), Prof. Dr. Harm Westermann (Parteischiedsrichter DFB)

Beim Schiedsverfahren vertraute Adidas-General-Counsel Dassler auf das Dispute Resolution-Team aus dem Münchener Beiten-Büro. Mit Hoffmann griff Dassler als weitere Unterstützung auf einen lokalen Einzelanwalt zurück.

Für Adidas war Beiten bislang nur bei Transaktionen tätig: der Nünberger Corporate-Partner Dr. Thomas Sacher steuerte die Übernahme von Salomon und später den Kauf des US-Wettbewerbers Reebok. Allerdings ist die Kanzlei für ihre Stärke in der Vertretung vor Sportschiedsgerichten bekannt. Der Münchner Partner Martens zählt zu den anerkanntesten Sportrechtlern Deutschlands und war etwa als einziger deutscher Vertreter bei den vergangenen vier Olympischen Spielen im Ad-hoc-Schiedsgericht vertreten.

In Verfahren mit sportrechtlichem Hintergrund besitzt auch die Stuttgarter Kanzlei Haver & Mailänder einige Erfahrungen, insbesondere Peter Mailänder sen.

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