Juve Plus Emig soll 1,1 Millionen zahlen

Allen & Overy erwirkt für HR Schadensersatz

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  • JUVE

Dr. Jürgen Emig, wegen Untreue und Bestechlichkeit verurteilter früherer Ex-Sportchef des Hessischen Rundfunks, muss dem Sender mehr als 1,1 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. So urteilte das Arbeitsgericht Frankfurt, das zudem eine Kündigungsschutzklage Emigs abwies.

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Der wegen Untreue und Bestechlichkeit verurteilte frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR), Dr. Jürgen Emig, soll dem Sender mehr als 1,1 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Dazu verurteilte ihn das Arbeitsgericht Frankfurt. Es gab damit einer Zahlungsklage des HR (Az 3 Ca 3/10) zum Großteil statt und wies die Kündigungsschutzklage Emigs ab (Az 9 Ca 10984/09). Emig kündigte Revision an.

Thomas Ubber
Thomas Ubber

Hintergrund der Schadensersatzansprüche des HR ist, dass der heute 65 Jahre alte Journalist in seiner damaligen Funktion als HR-Sportchef unter anderem Sponsorenleistungen von Dritten eingefordert hatte. Die Gelder hatte Emig jedoch nicht dem HR zufließen lassen, sondern über Scheinfirmen dem eigenen Vermögen einverleibt.

Ursprünglich wollte der Sender von Emig 1,78 Millionen Euro Schadenersatz. Der HR hatte die Zahlungsklage Anfang 2010 eingereicht und mit Einnahmeausfällen begründet.

Die auch mit der Schadensersatzklage befasste Kammer wies zudem die Kündigungsschutzklage Emigs ab und bestätigte zugleich die mit Bestechlichkeits- und Untreuevorwürfen begründete fristlose Kündigung des HR.

Emig war im Oktober 2008 vom Landgericht Frankfurt wegen Untreue und Bestechlichkeit zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden, die der Moderator derzeit verbüßt (mehr…). Nach den Feststellungen der Richter hatte er zwischen 2001 und 2004 mehr als 300.000 Euro an Schmiergeld und Zahlungen für Schleichwerbung in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Bundesgerichtshof hatte das Landgerichts-Urteil 2009 bestätigt.

Vertreter HR
Allen & Overy
(Frankfurt): Thomas Ubber; Associate: Dr. Bettina Scharff (beide Arbeitsrecht)
Inhouse (Frankfurt): Dr. Reinhold Mösch (Leiter für Arbeitsrecht)

Vertreter Emig
Schütte & Kollegen (Wiesbaden): Reinhard Schütte (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Arbeitsgericht Frankfurt
Katja Molitor (Richterin am Arbeitsgericht)

Hintergrund: Zwischen dem HR und Ubbers ehemaliger Kanzlei Hogan Lovells bestehen außerhalb des Arbeitsrechts vielfältige Mandatsbeziehungen. Darüber gelangte Ubber ins Mandat, das er nach seinem Wechsel zu Allen & Overy in neuer Kanzlei weiterführte. Der HR-Arbeitsrechtsleiter Mösch verfügt über reichlich Erfahrung: Erstinstanzliche Prozesse führt er in der Regel selbst.

Wie schon im Strafprozess sollen Emig auch vor dem Arbeitsgericht wechselnde Anwälte vertreten haben. Marktbeobachtern zufolge vertraute er zunächst Dr. Mark Lembke von Greenfort in Frankfurt, anschließend Wolfgang Strba, Namenspartner der Frankfurter Kanzlei Strba. Zu den Gründen für die Wechsel wurde nichts bekannt.

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