Hohe Düne

Bewährungsstrafe für Investor und Krause-Mandant Løkkevik

Der Investor der Yachthafen-Residenz Hohe Düne, Per Løkkevik, hat wegen Sozialversicherungsbetrugs, Steuerhinterziehung und illegaler Beschäftigung von polnischen Arbeitnehmern eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung erhalten. Dazu verurteilte ihn das Landgericht Rostock. Zusätzlich muss er 180 Tagessätze Geldstrafe zahlen. Von den schwerwiegenderen Vorwürfen sprach ihn das Gericht frei.

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Alexandra Wagner
Alexandra Wagner

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren gefordert, die Verteidiger plädierten auf Freispruch. In Anbetracht der weit auseinanderliegenden Auffassung der Prozessbeteiligten dürfte das jetzige Urteil nicht das letzte Wort in dieser seit Jahren laufenden Strafsache sein.

Die Ermittlungsbehörden hatten dem Angeklagten auch Subventionsbetrug und Untreue vorgeworfen. Er habe das Projekt Hohe Düne künstlich gespalten, um höhere Subventionen zu bekommen. Die europäische Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF war seinerzeit auf einen erschlichenen Betrag von mindestens 30 Millionen Euro gekommen. Dieser Auffassung schloss sich das Landgericht nun nicht an. Was blieb, ist ein vergleichsweise marginaler Vorwurf.

Im Sommer 2013 hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Subventionsbetrugs eine Anklage gegen sechs weitere Personen nachgeschoben. Unter diesen ist auch der frühere Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Vertreter Løkkevik
Krause & Kollegen (Berlin): Alexandra Wagner
Kapellmann und Partner (Mönchengladbach): Dr. Oliver Kraft
Feigen Graf (Frankfurt): Dr. Bernd Groß

Vertreter Hanse Yachthafen (Nebenbeteiligte)
Kapellmann und Partner (Berlin): Prof. Dr. Martin Lailach

Staatsanwaltschaft Rostock
Harald Nowack, Holger Schütt

Landgericht Rostock, 8. Strafkammer
Uwe Fischer (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Alle Vertreter sind aus dem Markt bekannt.

Kapellmann hatte Løkkevik ursprünglich baurechtlich beraten, Lailach kam aufgrund der förderrechtlichen Implikationen ins Mandat. Wagner und Kraft wiederum sind schon seit Jahren von dem Investor strafrechtlich mandatiert, die Hauptverhandlung wurde vorwiegend von Wagner begleitet.

Wagner hatte erst vor wenigen Wochen gemeinsam mit einem Kollegen einen Freispruch in einem mecklenburgischen Verfahren mit förderrechtlichem Hintergrund erreicht: Das Landgericht Schwerin sprach ihren Mandanten, Finanzstaatssekretär Peter Bäumer, vom Vorwurf der Untreue frei.

In dem zweiten Verfahren, dessen Zukunft nach dem jetzigen Urteil eher unklar sein dürfte, verteidigen unter anderem der Hamburger Verteidiger Otmar Kury, der Bremer Revisionsspezialist Prof. Dr. Reinhold Schlothauer (Joester & Partner) sowie Prof. Dr. Alfred Dierlamm aus Wiesbaden.

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