Auslöser des Streits war eine Fotomontage von 2010, die Nike für eine Werbung für ‚Nikefootball +‘ angefertigt hatte. Darin waren zahlreiche internationale Fußballstars zu sehen, darunter der Brasilianer Kaká, der Spanier Xavi oder der Franzose Thierry Henry. Zudem sind in Großaufnahme Fußballschuhe von Nike zu sehen. Nike hatte sowohl online als auch im Print mit dieser Fotomontage geworben.
Bei ‚Nikefootball +‘ haben Fußballmannschaften, die bei Nike unter Vertrag stehen, Tricks gezeigt. Die Verbraucher konnten sich über über eine SMS dort anmelden, bekamen aber auch einen Zugangscode, wenn sie Nike-Schuhe kauften. Tatsächlich stehen die Spieler beziehungsweise die Mannschaften der Spieler zwar bei Nike unter Vertrag, individuell in Bezug auf Schuhe aber bei Adidas.
Das Gericht untersagte Nike nun, in dieser Werbung Abbildungen dieser Fußballspieler zu nutzen. Grundsätzlich dürfe das Unternehmen aber weiter mit den Fußballspielern werben. Schon das Landgericht hatte den Unterlassungsanspruch gegen Nike gestützt, da es als erwiesen ansah, dass „normal informierte Durchschnittsverbraucher“ aus der Werbung den Schluss ziehen könnten, die dort gezeigten Fußballer würden tatsächlich auch mit Nike-Schuhen spielen.
Gegen dieses Urteil hatte Nike Berufung eingelegt, unter anderem mit dem Hinweis, die Werbung sei nicht irreführend. Vielmehr nähme sie Bezug auf ein Online-Trainingsprogramm, in dem von Nike gesponsorte Fußballmannschaften gezeigt werden. Die Werbung enthalte daher gar keine Werbung für Schuhe.
Vertreter Adidas
Lorenz Seidler Gossel (München): Dr. Christian Raßmann
Inhouse (Herzogenaurach): Dr. Markus Kürten (Senior Director Legal & Compliance) – aus dem Markt bekannt
Vertreter Nike
Taylor Wessing (Hamburg): Dr. Dirk Wieddekind; Associate: Steffen Kaemper
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, 5. Senat
Heiner Steeneck (Vorsitzender Richter)
Hintergrund: Adidas vertraut seit Langem auf die Dienste der Münchner IP-Boutique Lorenz Seidler Gossel. So ist die Kanzlei beispielsweise immer wieder in Verfahren rund um die drei Adidas-Streifen zu sehen. Auch Nike ist eine langjährige Mandantin von Taylor Wessing.