Naturkosthandel

SuperBioMarkt mit Görg und Mönig unter dem Schutzschirm

Der Vorstand der Münsteraner SuperBioMarkt AG hat beim Amtsgericht Münster ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das 1973 gegründete und mehrheitlich familiengeführte Unternehmen mit 700 Mitarbeitern betreibt aktuell 30 Märkte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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Eine Filiale des Naturkosthändlers im Stadtteil Essen-Stadtwald

Nach eigenen Angaben musste die Kette wegen massiver Kostensteigerungen bei Energie, Mieten und Produkten starke Einbußen hinnehmen. Ihrem Antrag wurde stattgegeben.

Holger Rhode

Um die Stabilisierung binnen drei Monaten zu erreichen, hat der Vorstand um Firmengründer Michael Radau nun den ortsansässigen Restrukturierungsexperten Michael Mönig zum Generalbevollmächtigten bestellt. Mönig wird von seinen Partnern Eric Coordes (Insolvenz- und Arbeitsrecht) und Sebastian Voitzsch (Arbeitsrecht) unterstützt.

Vom Gericht eingesetzter Sachwalter ist Holger Rhode aus dem Düsseldorfer Büro der Kanzlei Görg, ihm steht sein Wuppertaler Kanzlei-Kollege Dr. Mike Westkamp (beide Insolvenzrecht) zur Seite. Mönig wie Rhode betonen im Gespräch mit JUVE die Sanierungsfähigkeit des Biounternehmens. Grundsätzlich bleibt die Geschäftsführung unter dem Schutzschirm verfügungsberechtigt.

Michael Mönig

Rhode wird regelmäßig von Gerichten in Nordrhein Westfalen zum Insolvenzverwalter bestellt und ist als Organ in der Eigenverwaltung tätig. Zudem berät er Unternehmen im Vorfeld von Insolvenzverfahren.

Mönig ist mit sechs weiteren Partnern und zehn Associates mittlerweile an neun Standorten vertreten. Der Fokus der Einheit liegt auf der Beratung mittelständischer Unternehmen.   

Nahversorgung gewährleistet

Den wichtigsten Lieferanten, die Coesfelder Weiling GmbH, vertritt die Kanzlei Messing und Goerke, genauer gesagt ihr Partner Markus Messing, ebenfalls aus Coesfeld. Nach Auskunft des Sachwalters treten derzeit keine bevollmächtigten Vertreter der Arbeitnehmerschaft auf.   

Der Geschäftsbetrieb in den meisten Filialen läuft weiter, zwei Schließungen gibt es jedoch, in Aachen und Düsseldorf. Die in einer eigenen GmbH ausgelagerte Filiale in Hamburg ist insolvent. Trotz aller Widrigkeiten ist 2024 die Eröffnung eines Ladens in Gremmendorf, einem Stadtteil von Münster, geplant, die dann siebte Filiale in der Universitätsstadt.

Das Gericht in Münster hat einen Gläubigerausschuss eingesetzt. Diesem gehören Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, der Kreditinstitute, der Lieferanten, der Vermieter und der Handwerker an.

Bioware kommt unter Druck

Marktbeobachter sehen derzeit neben den von der Geschäftsführung des SuperBioMarktes aufgeführten Gründen auch ein verändertes Konsumentenverhalten.

Tina Andres, Geschäftsführerin des Bundes Ökologische Landwirtschaft wird in der ‚Welt‘ mit der Aussage zitiert, Bio bleibe grundsätzlich stabil, aber die Kunden würden jetzt verstärkt in Discountern einkaufen statt im Naturkostfachhandel.

 

 

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