Insolventer Anlagenbauer

White & Case und Reimer begleiten Sanierung von Ludwig Pfeiffer

Der weltweit tätige Anlagenbauer Ludwig Pfeiffer Hoch- und Tiefbau hat beim Amtsgericht Kassel ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Zum vorläufigen Sachwalter wurde White & Case-Partner Dr. Andreas Kleinschmidt bestellt.  Thomas Rittmeister von der Kanzlei Reimer wurde zum Generalbevollmächtigten ernannt. 

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Andreas Kleinschmidt

Nach JUVE-Informationen hatte die insolvente Kasseler Gesellschaft coronabedingt zuletzt etwa 30 Millionen Euro weniger umgesetzt. Ihr Geschäft liegt vor allem im Ausland, in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Niger oder Ecuador. Vor Ort managt die Gesellschaft unter anderem auch in Kooperation mit der Weltbank Projekte zur Trinkwasserbereitstellung. Kleinschmidt, der zuletzt unter anderem das Berliner Unternehmen Spiele Max sanierte, kam auf Betreiben des Gerichts ins Mandat.

Rettet die Avale!

Insgesamt sind von der Insolvenz rund 50 Projekte betroffen, um deren Fortführung es den beteiligten Beratern nun primär geht. Kompliziert ist dabei, dass die Projekte neben Krediten meist individuell mit Avalen unterschiedlicher Banken finanziert sind, deren Ansprüche sich so leicht nicht bündeln lassen. Kleinschmidt und Rittmeister müssen folglich für jedes Projekt einzeln verhindern, dass die Auftraggeber vor Ort sofort die Bürgschaften ziehen.

Thomas Rittmeister

Für die Avalrettung gehören dem von Reimer-Partner Rittmeister angeführten sechsköpfigen Team auch Bau- und Arbeitsrechtler an. Kleinschmidts fünfköpfigem Restrukturierungsteam gehört wie schon bei der Spiele Max-Sanierung auch Associate Dr. Nicolai Fischer an. Gegenüber den Banken werden sie vom Diplom-Kaufmann Lars Winkelmann von der Winkelmann Consult aus Bremen unterstützt. Die Banken lassen sich nach JUVE-Informationen von den Noerr-Partnern Andreas Naujoks und Dr. Dorian Legel beraten.

Profitable Töchter vor Verkauf

Andreas Naujoks

Rittmeister und Kleinschmidt sind auch für das zeitgleich beantragte Eigenverwaltungsverfahren der Konzernholding Pfeiffer zuständig. Über die Konzernholding sollen die profitablen Unternehmensteile der Gruppe veräußert werden. Hierzu ist neben den Anwaltsteams PricewaterhouseCoopers-Partner Timo Klees als Transaktionsberater mandatiert. Insbesondere die Ludwig Pfeiffer Leipzig, deren Geschäft in Deutschland und Österreich liegt, ist von den Insolvenz nicht betroffen.

Die Ludwig Pfeiffer Kassel beschäftigt weltweit rund 1.000 Mitarbeiter, die Pfeiffer-Gruppe insgesamt rund 2.200 Mitarbeiter. Den Großteil des Jahresumsatzes von zuletzt knapp 84 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen mit Bauprojekten im Rohr- und Anlagenbau. 

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