Juve Plus Investoren-Deal statt IPO

10-Milliarden-Deal von Stada mit PE-Spezialisten von Willkie und Kirkland

Die Private-Equity-Gesellschaften Bain Capital und Cinven veräußern ihre Mehrheitsbeteiligung an Stada Arzneimittel. Käuferin ist die Londoner Investorin CapVest Partners. Bain Capital und Cinven behalten eine Minderheitsbeteiligung an dem Pharmaunternehmen. Der zwischenzeitlich angekündigte Börsengang ist damit vorerst vom Tisch.

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Die Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen steht, soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht, laut Medienberichten soll sich der Kaufpreis für das Unternehmen aus dem hessischen Bad Vilbel einschließlich Verbindlichkeiten auf etwa zehn Milliarden Euro belaufen. Stada beschäftigt weltweit rund 11.600 Mitarbeitende.

Bain Capital und Cinven hatten Stada 2017 für 5,3 Milliarden Euro übernommen und von der Börse genommen. Seitdem entwickelte sich das Unternehmen von einem klassischen deutschen Generikahersteller zu einer globalen Healthcare-Plattform mit Fokus auf Consumer Healthcare, Generika und Spezialpharmazeutika. Bekannte Marken sind Grippostad, Ladival-Sonnenschutz und der Hustensaft Silomat.  Der Umsatz stieg auf über 4 Milliarden Euro bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9 Prozent. Das bereinigte Ebitda hat sich mehr als verdoppelt.

Unter der Führung von Bain Capital und Cinven tätigte Stada über 25 gezielte Akquisitionen, darunter die Marke Nizoral von Johnson & Johnson, Walmark sowie Portfolios von Consumer-Healthcare-Marken von GlaxoSmithKline und Sanofi. Dabei ging das Unternehmen Medienberichten zufolge Verbindlichkeiten in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro ein. Mit CapVest als neuem Mehrheitseigentümer soll das weitere Wachstum vorangetrieben werden. Die Investorin bringt Branchenkenntnis und Erfahrung im Bereich Healthcare-Investments mit.

Noch im August hatte Stada-Chef Peter Goldschmidt in einem Interview einen bevorstehenden Börsengang angekündigt. Bankenseitig wurde das Projekt IPO von einem Konsortium um Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Goldman Sachs und die Deutsche Bank begleitet. Im Frühjahr hatte Stada einen ersten Anlauf wegen des volatilen Marktumfelds abgebrochen. Beobachter hatten mit einer Notierung im MDax gerechnet, je nach Erfolg sogar im Leitindex Dax. Zwischenzeitlich war auch über eine Übernahme durch das US-Beteiligungshaus GCTR spekuliert worden.

Mit dem knapp zweistelligen Milliardenerlös dürfte der Deal die bislang zweitgrößte Private-Equity-Transaktion nach dem Verkauf der Aufzugsparte des Thyssenkrupp-Konzerns, TK Elevator (TKE), im Jahr 2020 für 17,2 Milliarden Euro darstellen. Käuferin war seinerzeit ein Konsortium um Advent International, Cinven und die RAG-Stiftung.

Die Berater im Überblick

Nils Röver

Berater CapVest
Willkie Farr & Gallagher: David Arnold, Andrew Gray (beide London), Dr. Nils Röver (München; alle Federführung), Dr. Kamyar Abrar, Georg Linde (beide Corporate/Private Equity), Dr. Bettina Bokeloh, Dr. Patrick Meiisel (beide Steuerrecht), Matthias Schrader, Rita Mitchell (London; beide Konfliktlösung), Dr. Georg Weidenbach (alle Frankfurt), Rahul Saha (beide Kartellrecht), Anne Kleffmann (Arbeitsrecht), Dr. Richard Roeder (Compliance; beide München), Jacob Ahme (Corporate/Private Equity; München), Henning Aufderhaar (Immobilienrecht), Harry Nettlau (Konfliktlösung), Martin Waskowski (Arbeitsrecht; alle Frankfurt), Alaric Green (Kartellrecht; London); Associates:
Nils Bock, Dr. Patrick Kemper, Melina Terwesten, Jonas Volk, Sophie Wollenweber (alle Frankfurt), Fabiola Haas, Dr. Maximilian Schatz, Michael Wiesner, Dr. Zeno Wirtz (alle München; alle Corporate/Private Equity), Dr. Philipp Steinhausen (Bank- und Finanzrecht), Dr. Christian Werthmüller (Immobilienrecht), Sascha Winkler (Arbeitsrecht; alle Frankfurt), Dr. Maximilian Schlutz (Compliance), Dr. Laurin Havlik (Kartellrecht; alle München)
Novacos (Düsseldorf): Maria Heil (Federführung); Associates: Guram Gobechia, Christian Binder, Dr. Luis Kemter (alle Pharmarecht) – aus dem Markt bekannt

Benjamin Leyendecker

Berater Bain Capital/Cinven
Kirkland & Ellis (München): Dr. Benjamin Leyendecker, Dr. Philip Goj (beide Federführung), Maximilian Liegl (alle Private Equity/M&A), Dr. Michael Ehret (Steuerrecht), Christopher Shield, Sam Sherwood, Jerome Hoyle (alle Bank- und Finanzrecht; alle London); Associates: Dr. Marcus Commandeur, Dr. Tamara Zehentbauer, Dr. Sabrina Seitz, Lionel Reich (alle Private Equity/M&A), Emanuel Götz (Steuerrecht)

Berater Stada
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Christoph Dengler (EVP Legal, General Counsel, Federführung), Dr. Anna Wilcken (Director Legal Affairs Corporate Governance), Jan Schnabel (Director Legal Operations and Shareholder Support), Daniel Schafaghi (Vice President Global Compliance), Jörg Nothdorft (Head of Global Compliance Program), Dr. Senay Haas (Vice President Intellectual Property), Fatimah Sajjadi (Director Legal Sanctions and AML), Marcus Heppner (Director Legal Affairs – Global BD&L and M&A), Anna-Maria Krekeler (Senior Legal Counsel Legal Affairs BD & M&A), Dirk von Diringshofen (Associate Director Legal / Head of Global TM), Anna-Lisa Müller-Nagel (Director Legal Affairs Germany)

Berater Stada-Management
Poellath (München): Dr. Benedikt Hohaus, Silke Simmer; Associate: Ida Süß (alle Corporate/M&A)

Christoph Gleske

Berater Stada zum IPO
Freshfields (Frankfurt): Dr. Christoph Gleske (Federführung), Daniel von Bülow, Dirk-Jan Smit (alle Kapitalmarktrecht), Brechje Nollen (Arbeitsrecht; beide Amsterdam), Simone Bono (London), Christina Zapf, Dr. Nikolaus Bunting, Mark Maarschalkerweerd (Amsterdam; alle Kapitalmarkrecht), Kai Jungbluth (Corporate/M&A), Zach Truscott (Compliance); Associates: John Sichelschmidt (New York), John Haviland, Simon Cisneros, Noah Beukeboom (Amsterdam; alle Kapitalmarktrecht), Fabienne Tichelman, Claire Vossen (beide Corporate/M&A), Veere Everard (Arbeitsrecht; alle Amsterdam)

Alexander Rang

Berater Bankenkonsortium
Hengeler Mueller (Frankfurt): Alexander Rang; Associates: Dr. Pascal Brandt, Dennis Stottmann, Georg Tauser (alle Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Willkie ist international seit Jahren an der Seite von CapVest tätig, für die Beziehung steht vorwiegend der Londoner Partner David Arnold. Darüber wurde der von Managing-Partner Linde geführten deutschen Private-Equity-Praxis nun das Mandat für die dem Vernehmen nach größte Transaktion des Beteiligungshauses anvertraut. In der Federführung war der 2024 von Latham zu Willkie gewechselte Partner Röver.

Maria Heil

Die renommierte Düsseldorfer Lifescience-Boutique Novacos um Gründungspartnerin Heil arbeitet regelmäßig mit Willkie zusammen. Beispiele aus jüngerer Zeit sind etwa der Einstieg der Investorin CVC beim Koblenzer Medizinsoftwareanbieter CompuGroup Medical (CGM) Ende 2024 oder der Verkauf des deutschen Rollstuhlherstellers Sunrise Medical von Nordic Capital an die Willkie-Mandantin Platinum Equity im Juni 2024.

Leyendecker profilierte sich an der Seite von Kirkland-Seniorpartner Dr. Jörg Kirchner bei der Stada-Übernahme durch Bain und Cinven 2017 und war in der Folge zusammen mit ihm mandatiert, als die Investoren den Arzneimittelhersteller 2018 von der Börse nahmen. Eng verbunden bleibt der Name von Leyendecker mit der weiterhin größten PE-Transaktion, der von TKE. Das Käuferkonsortium beriet er 2020 zusammen mit seinem jetzigen Co-Lead Goj.        

Im Dual-Track-Verfahren war Freshfields mit den weit gediehenen Vorbereitungen zum IPO befasst. Die Praxis um Gleske zählt zu den führenden Sozietäten im Kapitalmarktrecht und war an zahlreichen prominenten IPOs beteiligt, etwa bei Schott Pharma, Ionos oder Vitesco.

Die Mandatierung von Hengeler durch das Bankenkonsortium geht dem Vernehmen nach unter anderem zurück auf die Beziehungen der Kanzlei zu den Sponsoren Bain Capital und Cinven.

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