Autovermietung

Konsortium um Volkswagen greift mit Freshfields nach Europcar

Das mehrheitlich Volkswagen gehörende Unternehmen Green Mobility hat sich Europcar gesichert. Der französische Autovermieter hatte am Mittwochabend zugesagt, das abgegebene Angebot in Höhe von knapp 2,5 Milliarden Euro anzunehmen. Wenn die zuständigen Behörden der Übernahme zustimmen, soll sie spätestens bis Anfang 2022 abgeschlossen werden.

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Das mehrheitlich Volkswagen gehörende Unternehmen Green Mobility hat sich Europcar gesichert. Der französische Autovermieter hatte am Mittwochabend zugesagt, das abgegebene Angebot in Höhe von knapp 2,5 Milliarden Euro anzunehmen. Wenn die zuständigen Behörden der Übernahme zustimmen, soll sie spätestens bis Anfang 2022 abgeschlossen werden.

Rick van Aerssen
Rick van Aerssen

Green Mobility und Europcar konnten sich in einer Vereinbarung auf einen Preis von 0,50 Euro je Aktie einigen. Dieser könnte jedoch um weitere 0,01 Euro je Aktie steigen, sollte nach Abschluss des Angebots die Squeezeout-Schwelle erreicht werden.

Dass die Mindestannahmeschwelle von 67 Prozent erreicht wird, gilt als gesichert, da Green Mobility von Aktionären, die insgesamt 68 Prozent der Aktien halten, bereits eine Zusage zur Annahme des Angebots erhalten hat. Neben dem am Green Mobility-Konsortium beteiligten Vermögensverwalter Attestor, der bereits 12,8 Prozent der Aktien hält, sind dies mehrere Hedgefonds, darunter Anchorage, Diameter, King Street Capital und Marathon.

Die US-Fonds hatten im vergangenen Herbst eine finanzielle Umstrukturierung der coronabedingt kriselnden Europcar Mobility Group zur Übernahme von Aktienanteilen genutzt, die sie nun wieder verkaufen. Der Londoner Vermögensverwalter Attestor entschied sich, seine Anteile nicht zu verkaufen. Er ist mit dem niederländischen Mischkonzern Pon Holdings an Green Mobility beteiligt. Die Gründung des Unternehmens über einen Konsortialvertrag war im Vorfeld der anvisierten Übernahme in Luxemburg gegründet worden. 

VW zeigte bereits länger Interesse an der Übernahme des Unternehmens, das von 1999 bis 2006 schon einmal zu VW gehörte, ehe es an die Beteiligungsgesellschaft Eurazeo verkauft wurde. Vor rund einem Monat war das Konsortium um VW allerdings mit einem ersten Angebot von 44 Cent je Aktie abgeblitzt. Die Übernahme von Europcar möchte VW nutzen, um eine innovative Mobilitätsplattform aufzubauen. 

Sebastian Pläster
Sebastian Pläster

Berater Volkswagen/Green Mobility Holding
Inhouse Recht (Wolfsburg): Dr. Sebastian Pläster (Inhouse Legal Counsel/M&A und Auslandsbeteiligungen), Dr. Markus Erdmann (Leiter Wirtschaftsstrafrecht und Kartellrecht), Gudrun Letzel (Senior Corporate Counsel), Maylin Behm (Legal Counsel)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen (Federführung), Hervé Pisani (Paris), Dr. Olga Stürmer (München; alle Corporate/M&A), Fabrice Grillo (Finanzierung; Paris), Dr. Martin Klusmann, Juliane Ziebarth (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf); Gwen Senlanne (Arbeitsrecht; Paris); Associates: Dr. Arne Krawinkel, Frauke Thole, Dr. Cosmas Weigel (alle Hamburg), Arnaud Mouton, Joaquim Traoré, Sara Gwiazda (alle Paris), Dr. Maxim Gomer (Düsseldorf; alle Corporate/M&A), Matthias Hofer, Lukas Treichl, Iris Amschl (alle IP/IT; alle Wien), Dr. Anne-Kathrin Bertke (Arbeitsrecht; Hamburg); Johanna Jansen (Kartellrecht; Düsseldorf)
Elvinger Hoss Prussen (Luxemburg): Toinon Hoss; Phillipe Hoss (beide Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater Europcar Mobility Group
Darrois Villey Maillot Brochier (Paris): Bertrand Cardi, Laurent Gautier; Associates: Hadrien Bourrellis, Thibault Verron, Catherine Ambos (alle Corporate/M&A) 
Clifford Chance (Paris): David Tayar, Dr. Dimitri Slobodenjuk (Düsseldorf); Associates: Alice Benayoun, Amine Mansour (alle Kartellrecht)

Berater Attestor
Prager Dreifuss (Zürich): Daniel Hayek (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Cleary Gottlieb (Paris): Pierre‑Yves Chabert (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Arendt & Medernach (Luxemburg): Laurent Schummer (Corporate), Thierry Lesage (Steuerrecht; beide Federführung), Séverine Brasseur (Corporate), Stéphanie Maschiella (Steuerrecht)

Berater Pon Holding
De Brauw Blackstone Westbroek (Amsterdam): Frank Hamming (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung zwischen Freshfields und Green Mobility geht auf VW zurück. Für das aktuelle Mandat konnte sich Freshfields unter anderem auch durch die Beratung der VW-Tochter Traton in Stellung bringen. Diese setzte bereits mehrfach auf ein Team um Freshfields-Partner van Aerssen, beispielsweise bei der Übernahme des US-Truckhersteller Navistar sowie bei gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Themen bei Tratons Börsengang. Zum Freshfields-Team gehörten auch Anwälte der Standorte London, Madrid, Mailand und New York.

Bereits im Vorfeld des Übernahmeangebots an Europacar hatte Freshfields zur nach deutschem Recht abgeschlossenen Konsortialvereinbarung mit Attesto und Pon Holding beraten. Für Attesto kamen französische und Schweizer Anwälte zum Zuge, Pon setzte auf die niederländische Kanzlei De Brauw. Für Fragen rund um die Gründung von Green Mobility in Luxemburg, zogen die Mitglieder des Konsortiums mit Elvinger Hoss Prussen und Arendt & Medernach zwei lokale Kanzleien hinzu. 

Europcar lässt sich von der französischen Kanzlei Darrois Villey Maillot Brochier um Partner Cardi sowie von Anwälten aus dem Pariser Büro von Clifford Chance beraten, die die kartellrechtlichen Themen übernahmen. Auch die französische Kanzlei Ayache Salama & Associés beriet neben Clifford zum Kartellrecht. Den Verkauf der Aktienpakete der an Europcar beteiligten Hedgefonds verhandelte Freshfields nach JUVE-Informationen mit Pariser Anwälten der Kanzleien White & Case, Latham & Watkins sowie Willkie Farr & Gallagher(Michael Forst, mit Material von dpa)

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