Autozulieferer

Faurecia kauft Continental mit Schulte Riesenkampff und Baker McKenzie Joint Venture ab

Autor/en
  • Norbert Parzinger

Der französische Automobilzulieferer Faurecia übernimmt SAS, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem deutschen Wettbewerber Continental, vollständig. Den Kaufpreis für den 50-Prozent-Anteil beziffert Faurecia mit 225 Millionen Euro.

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Anne-Marie Peter
Anne-Marie Peter

Mit rund 4.300 Mitarbeitern in Europa, Nord- und Südamerika setzte das Unternehmen mit Hauptsitz Karlsruhe im Jahr 2018 insgesamt 625,7 Millionen Euro um. In den nächsten fünf Jahren will Faurecia verstärkt den chinesischen Markt ins Visier nehmen und den SAS-Umsatz auf eine Milliarde Euro steigern. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Faurecia hatte erst im Frühjahr 2019 für rund 1,1 Milliarde Euro die Mehrheit an dem japanischen Fahrzeugelektronikanbieter Clarion übernommen. Ohne Clarion setzte Faurecia 2018 mit weltweit 114.600 Mitarbeitern rund 17,5 Milliarden Euro um. Das Unternehmen ist mehrheitlich im Besitz der PSA-Gruppe, zu der unter anderem die Automarken Peugeot, Citroën und Opel gehören.

Der Continental-Konzern ist mit weltweit 243.000 Mitarbeitern und 44,4 Milliarden Euro Umsatz (2018) deutlich größer und durchläuft seit rund einem Jahr einen grundlegenden Umbauprozess. Am Ende der Umstrukturierung sollen separate Tochterunternehmen für das Antriebs-, Gummi- und Autozulieferergeschäft stehen, gelenkt von einer Konzernholding. Aktuell ist geplant, die unter dem Namen Vitesco operierende Antriebssparte nach der Ausgliederung 2020 an die Börse zu bringen.

Für das laufende Jahr rechnet Continental damit, in die Verlustzone zu rutschen, maßgeblich wegen fälliger Abschreibungen im Geschäft mit Fahrzeuginnenausstattungen. Vor Kurzem gab der Konzern ein umfangreiches Sparprogramm bekannt, dem bis 2029 rund 20.000 Stellen zum Opfer fallen sollen, davon 7.000 in Deutschland. Zugleich versprach der Vorstand Wachstum in neuen, vor allem digitalen Geschäftsfeldern.

Jens Uhlendorf
Jens Uhlendorf

Berater Faurecia
Schulte Riesenkampff (Frankfurt): Dr. Anne-Marie Peter (M&A) – aus dem Markt bekannt
Baker & McKenzie (Brüssel): Dr. Werner Berg (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Nanterre) – keine Nennungen

Berater Continental
Inhouse Recht (Hannover): Michelle de Souza (Head of Law M&A), Matthias Wenk (Global Expert Team M&A)
Hogan Lovells (Düsseldorf): Jens Uhlendorf (Federführung; M&A), Dr. Heiko Gemmel (Steuerrecht), Dr. Martin Sura (Kartellrecht), Nico Neukam (Steuerrecht), Associates: Jan-Felix Wickermann (M&A), Milosz Chodziakiewicz (Kartellrecht)

Hintergrund: Faurecia arbeitet in Deutschland schon seit den 1990er Jahren mit den Anwälten, die im Jahr 2000 Schulte Riesenkampff gründeten. Bei internationalen Deals setzt der französische Autozulieferer immer wieder auf White & Case, so zuletzt etwa beim Kauf des Schweizer Abgasspezialisten Hug Engineering. Zur Clarion-Übernahme beriet Baker & McKenzie, die nun auch den SAS-Deal kartellrechtlich begleitet.

Continental beschäftigt zusätzlich zu ihrem großen Inhouse-Team eine große Bandbreite von Kanzleien. Besonders eng ist die Beziehung zu Freshfields Bruckhaus Deringer, die mit einem Team um den Hamburger Corporate-Partner Prof. Dr. Christoph Seibt die Umstrukturierung des Gesamtkonzerns begleitet. Zu einem Joint Venture mit Osram und zu diversen weiteren Transaktionen beriet Linklaters, beim Kauf der Automotive-Sparte von Kathrein kam zuletzt aber auch Shearman & Sterling zum Einsatz. Hogan Lovells war schon seit einigen Jahren nicht mehr an der Seite von Continental gesichtet worden, ist nun aber wieder bei Transaktionen für den Konzern tätig.

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