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Bankhaus Lampe geht mit Mayer Brown und Hengeler an Hauck & Aufhäuser

Die Oetker-Gruppe hat das Bankhaus Lampe an Hauck & Aufhäuser verkauft. Hauck & Aufhäuser ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des chinesischen Beteiligungskonzerns Fosun. Im Laufe des Bieterverfahrens hatte es mehrere Interessenten gegeben.

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Marco Wilhelm
Marco Wilhelm

Lampe gehörte bisher zum Bielefelder Oetker-Konzern, der wohl mindestens seit 2018 einen Käufer für die 1852 gegründete Bank sucht. Sie war eine der wenigen in Deutschland verbliebenen echten Privatbanken mit persönlich haftenden Gesellschaftern. Zu den Interessenten gehörten nach Marktinformationen die UBS, der französische Bankier Philippe Oddo, die ABN AMRO-Tochter Bethmann Bank und die Bawag P.S.K. Wichtig war Oetker wohl neben dem Preis auch der Verkauf der Gesamtbank und nicht nur einzelner Sparten.

Über den Wert der Transaktion vereinbarten alle Beteiligten Stillschweigen. Lampe beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter, erzielte 2018 einen Gewinn von 15 Millionen Euro und gilt in einigen Bereichen als margenschwach. Nach JUVE-Schätzung aufgrund vorliegender Wirtschaftsdaten dürfte das Volumen der Transaktion zwischen 200 und 400 Millionen Euro liegen.

Hauck & Aufhäuser bezeichnet sich als Privatbank, ist aber eine Aktiengesellschaft, die seit 2016 zu Fosun gehört. Oetker setzte 2018 mit Lebensmitteln, Getränken, Hotels, Chemie und Bankgeschäften 7,1 Milliarden Euro um. Die Gruppe bereinigt seit einigen Jahren ihr Geschäft und verkaufte 2017 ihre große Sparte Container-Schifffahrt.

Johannes Adolff
Johannes Adolff

Berater Hauck & Aufhäuser
Mayer Brown (Frankfurt): Dr. Marco Wilhelm, Dr. Ulrike Binder (beide Federführung), Carsten Flaßhoff (alle Corporate; Düsseldorf), Volker Junge (Steuerrecht), Dr. Martin Heuber (Bank- und Finanzrecht), Dr. Jan Kraayvanger, David Harrison, Chris Chapman (alle Litigation; beide London), Marlon Paz (Bankaufsichtsrecht; Washington), Dr. Malte Richter (Corporate), Susan Günther (Steuerrecht), Kirsten Schürmann, Neil Macleod (London); Associates: Marcel Hörauf, Emma Khoo (London), Ann-Kathrin Balster (alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Frank Kafka (Corporate), Marco Maurer, Hasine Azim (beide Arbeitsrecht), Philipp Studt-Tartarotti (Litigation; Brüssel), Benjamin Schulz (Immobilienrecht), Colleen Couture, Kyle Swan (beide Bankaufsichtsrecht; beide Washington)
Inhouse Recht (Frankfurt): Dr. Christian Weber (General Counsel), Dr. Philipp Wösthoff (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Dr. August Oetker
Hengeler Mueller (Frankfurt): Prof. Dr. Johannes Adolff, Dr. Maximilian Schiessl (beide Federführung, beide M&A; Düsseldorf), Dr. Dirk Bliesener (Bankaufsichtsrecht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Matthias Scheifele (Steuern; München); Jan Steffen (Bankaufsichtsrecht); Associates: Dr. Jan Häller, Dr. Christoph Roggemann (beide M&A), Dr. Sebastian Adam (Steuern), Christian Dankerl (Kartellrecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Bielefeld): Dr. Thomas Mai (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Bankhaus Lampe
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Henning Schneider (M&A), Dr. Markus Krüger (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Henning Schneider
Henning Schneider

Berater Bawag
White & Case (Frankfurt): Prof. Dr. Roger Kiem (Federführung), Dr. Stefan Bressler (beide M&A; Hamburg), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Wien): Dr. Guido Jestädt (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Vollzug der Transaktion unterliegt noch den Genehmigungen der Aufsichtsbehörden. Dadurch wird das Verfahren bis zum Closing noch rund ein Jahr dauern. Fosun hält sich als langfristiger Investor im Hintergrund. Bankaufsichtsrechtlich wird die Inhaberkontrolle jedoch noch eine Rolle spielen.

Mayer Brown hat neben dem Transaktionsrecht auch steuerliche und regulatorische Aspekte der Transaktion beraten. Das Mandat läuft seit Herbst 2019. Zuvor hatte Partner Wilhelm Hauck & Aufhäuser bereits in anderen Mandaten beraten. Lampe hat einige ausländische Tochtergesellschaften, sodass Mayer Brown seine internationale Ausbreitung ausspielen kann.

Hengeler berät Oetker immer wieder – spätestens seit dem Verkauf der Reederei Hamburg Süd auch zu Transaktionen. Damals war Schiessl ebenfalls federführend. Ansonsten kommen verschiedene Teams zum Einsatz, im Gesellschaftsrecht etwa um den Düsseldorfer Partner Dr. Georg Seyfarth. Für kleinere Auslandsaspekte wurde Slaughter & May hinzugezogen.

Schneider berät Lampe schon lange, etwa als 2017 der kanadische Asset-Manager Brookfield eine Fondsverwaltungs-Tochter des Bankhauses gekauft hat.  (Ludger Steckelbach)

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