Juve Plus Bayer lässt los

Leverkusener verkaufen Covestro-Aktien mit Linklaters

Bayer hat erneut ein milliardenschweres Covestro-Aktienpaket abgestoßen und damit auch die Kontrolle über ihre ehemalige Sparte abgegeben. Der Chemie- und Pharmakonzern hält damit direkt noch 24,6 Prozent an Covestro sowie über einen Pensionsfonds noch 8,9 Prozent. Außerdem haben Bayer und Covestro einen sogenannten Entherrschungsvertrag geschlossen.

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Stephan Semrau
Stephan Semrau

Mit der Vereinbarung verzichtet Bayer auf die Ausübung bestimmter Stimmrechte auf der Covestro-Hauptversammlung. Damit muss Covestro im Bayer-Konzernabschluss nicht mehr voll konsolidiert werden und kann in der Bilanz als „nicht fortzuführendes Geschäft” ausgewiesen werden.

Die Covestro-Papiere gingen an eine nicht näher bekannte Käufergruppe, die sich verpflichtet hat, die Anteile bis Mitte Dezember nicht zu verkaufen.

Bayer hatte den Ausstieg bei ihrer seit 2015 börsennotierten ehemaligen Kunststoffsparte im Frühjahr angekündigt und hat seitdem bereits Anteile im Wert von 3,7 Milliarden Euro verkauft. Nun kommt nochmals eine Milliarde dazu, die die Leverkusener für ihre geplante Monsanto-Übernahme gebrauchen können, die sie knapp 60 Milliarden Euro kosten soll.

Berater Bayer
Inhouse Recht (Leverkusen): Dr. Stephan Semrau (Head of Corporate, Finance and Capital Markets Law), Dr. Martin Eisenhauer (Finance and Capital Markets Law)
Linklaters: Dr. Nikolaos Paschos (Corporate; Düsseldorf), Peter Waltz (Kapitalmarktrecht; Frankfurt)
– aus dem Markt bekannt

Nikolaos Paschos
Nikolaos Paschos

Berater Käufer
Allen & Overy (Frankfurt): Martin Scharnke (Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Covestro
Inhouse Recht (Leverkusen): Dr. Amanda Lipuscek

Hintergrund: Für Paschos war dieser Deal eine der letzten Amtshandlungen für Linklaters, bevor er zum Oktober zu Latham & Watkins wechselte. Bayer ist eine seiner zentralen Mandanten, die er regelmäßig bei Umstrukturierungen und gesellschaftsrechtlichen Fragen berät. Bei Linklaters wird nun das eingespielte Corporate-Duo Dr. Ralph Wollburg und Kristina Klaaßen-Kaiser das Relationship-Team zu Bayer bilden.

Für den Covestro-Ausstieg waren die Teams wie folgt aufgeteilt: Corporate-Inhouse-Chef Semrau war mit Paschos für die Beratung zum Entherrschungsvertrag zuständig. Für die Aktienverkäufe der vergangenen Monate war Inhouse-Kapitalmarktrechtler Eisenhauer zuständig, diesen Part deckte aufseiten von Linklaters der Frankfurter Partner Waltz ab.

Allen & Overy pflegt über die Finanzierungsberatung ebenfalls enge Kontakte zu Bayer. Aktuell ist in die Finanzierung der Monsanto-Übernahme ein Team um Partner Dr. Neil Weiand involviert, das auch bei der Covestro-Abspaltung mitwirkte. Dem gehörte auch Kapitalmarktrechlter Scharnke an, der nun für die nicht näher bekannten Käufer tätig wurde.

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