Künstliche Intelligenz

BioNTech will mit Osborne Clarke britisches Start-up übernehmen

Das Biotechunternehmen BioNTech will das auf künstliche Intelligenz spezialisierte britische Start-up InstaDeep übernehmen. Mit einer geplanten Vorabzahlung von rund 410 Millionen Euro in bar und BioNTech-Aktien wäre die Übernahme von InstaDeep die größte in der bisherigen Firmengeschichte. 

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Die angestrebte Übernahme erweitere die Belegschaft um rund 240 Fachkräfte. Darüber hinaus eröffne sie BioNTech einen Zugang zu einem globalen Netzwerk von Forschungspartnern in den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Data Science. Das Unternehmen strebt an, die Übernahme noch bis Ende März abzuschließen, wie Vorstandschef Ugur Sahin ankündigte.

Ziel sei es, künstliche Intelligenz nahtlos in alle Bereiche der Arbeit zu integrieren. Zudem ermögliche die Übernahme BioNTech die Erforschung, Konzeption und Entwicklung von Immuntherapien der nächsten Generation.

Jürgen Frodermann

Weitere Zahlungen an Eigner möglich

BioNTech hält bereits Anteile an InstaDeep. Die beiden Unternehmen verbindet eine dreijährige erfolgreiche Zusammenarbeit unter anderem bei der Entwicklung eines Frühwarnsystems zur Erkennung möglicher Hochrisikovarianten von Sars-CoV-2. Über die 410 Millionen Euro hinaus sollen InstaDeep-Anteilseigner erfolgsabhängige Zahlungen in einer Gesamtsumme von bis zu 227 Millionen Euro erhalten.

InstaDeep soll nach der Übernahme als BioNTech-Tochter weltweit tätig sein und seinen Sitz in London behalten. Das Start-up wurde 2014 gegründet und hat Niederlassungen in Paris, Tunis, Lagos, Dubai und Kapstadt.

Berater BioNTech
Inhouse Recht (London): Yoshiteru Nakamura (Senior Director Legal), James Ryan (General Counsel), Irsida Zefi (Associate Legal Director), Jonathan Falconer (Legal Director)
Osborne Clarke (London): Matthew Edwards (Federführung), Philipp Reeb (beide Corporate/M&A), Dr. Andrea Schmoll (IP; beide Köln) – aus dem Markt bekannt

Berater InstaDeep
CMS Cameron McKenna Nabarro Olswang (London): Valentina Santambrogio, Andrew Quayle (beide Federführung), Jürgen Frodermann (Düsseldorf), John O’Connor (Dubai; alle Corporate/M&A), Kate Darracott (Bank- und Finanzrecht), Mark Joscelyne, Dr. Martin Friedberg (Düsseldorf), Annabelle Bailleul-Mirabaud, Thibault Jabouley (beide Paris), Bernard Mofokeng (Johannesburg; alle Steuerrecht), Jacqueline Vallat, Dr. Rolf Hempel (Stuttgart), Claire Vannini (Paris; alle Kartellrecht), Amelie Schäfer (Arbeitsrecht; Düsseldorf); Associates: Vitalii Mainarovych, Jennifer Ross, Raghav Vohora, Diana Pysarenko, Dimitar Kadiyski, Jack Eastwood, Mala Patel, Imogen Rohrs (alle Corporate/M&A), Isobel Thomas, Christoph Köberle (Stuttgart), Guillaume Melot (Paris; alle Kartellrecht), Nina Erler (Arbeitsrecht; Düsseldorf)

Berater Chimera Abu Dhabi
Latham & Watkins: Eyad Latif (Dubai), Mike Turner (London; beide Federführung), Omar Maayeh (Dubai); Associates: Pierre-Axel Aberg, Irene Brandão (beide London; alle Corporate/M&A)

Hintergrund: Das Londoner Inhouse-Team aus der BioNTech-Rechtsabteilung arbeitete dem Vernehmen nach mit einem internationalen Osborne Clarke-Team zusammen. Die Beziehung ist auch in Deutschland bewährt, zum Beispiel im IT- und Datenschutzrecht. Im vergangenen Dezember beriet ein Team um die Kölner Partnerin Schmoll das Biotechunternehmen bei einer Forschungskooperation mit der polnischen Ryvu Therapeutics.

Daneben waren weitere ausländische Kanzleien für BioNTech an dem internationalen Deal beteiligt, zum Beispiel die französische Scotto Partners sowie Covington & Burling, die zu US-Aspekten beriet. Letztere zählt ebenfalls zu den Stammberaterinnen des Biotechunternehmens, zum Beispiel begleitete sie 2019 seinen Börsengang an die Nasdaq.  

CMS auf Verkäuferseite im Lead

Auch CMS stand in der Vergangenheit bereits an der Seite von BioNTech: 2020 begleitete sie das Mainzer Unternehmen bei der Übernahme des Marburger Novartis-Werks zur Impfstoffproduktion. Im November 2022 stand die Kanzlei ihm zudem beim Kauf einer weiteren Novartis-Produktionsstätte, diesmal in Singapur, zur Seite. Bei der Übernahme von InstaDeep steht sie nun auf der Seite der Gründer und Investoren.

Laut Angaben von CMS waren an InstaDeep insgesamt 174 Investoren und Belegschaftsaktionäre beteiligt. Zu den Gesellschaftern zählte seit einer Finanzierungsrunde im Januar 2022 auch Chimera Abu Dhabi, die beim Verkauf ihrer Anteile auf ein Latham-Team aus London und Dubai setzte. (mit Material von dpa)

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