Automobil-Joint-Venture

BMW gelingt mit Allen & Overy Mehrheitsbeteiligung in China

BMW ist als einem der ersten ausländischen Unternehmen die Mehrheitsübernahme an einem chinesischen Joint Venture gelungen. Die regulatorisch komplexe Transaktion konnte nach einer Gesetzesänderung nun umgesetzt werden. 

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Bereits im Oktober 2018 hatte BMW als erster ausländischer Autobauer die Erhöhung der Beteiligung an der BMW Brilliance Automotive (BBA) für 3,6 Milliarden Euro vereinbart. Bei herkömmlichen Pkw ist eine solche Mehrheitsübernahme erst mit Beginn dieses Jahres möglich. Inzwischen hat BMW Brilliance Automotive (BBA) die notwendigen Lizenzen von den chinesischen Behörden erhalten und ist damit eins der ersten Unternehmen, dem eine Mehrheitsbeteiligung gelungen ist. BMW hält nun mittelbar 75 Prozent an BBA, bei Brilliance China Automotive verbleiben die restlichen 25 Prozent.

Andreas Liepe

BMW baut seit 2003 zusammen mit Brilliance Autos in der Metropolregion Shenyang. 2020 fertigte BBA mit rund 23 000 Mitarbeitenden mehr als 700 000 BMW-Autos. China ist der größte Einzelmarkt für BMW. 

Volkswagen hatte an seinem Elektroauto-Joint-Venture mit dem chinesischen Partner JAC bereits Ende 2020 die Mehrheit übernommen – bei alternativen Antrieben war dies schon etwas früher möglich.

Berater BMW
Inhouse Recht (München): Dr. Andreas Liepe (General Counsel), Dr. Carsten Lammers (Head of Legal Affairs BMW Group China), Dr. Stefan Schröcker (Assistant General Counsel), Dr. Karsten Erhardt, Dr. Matthias Wahl (beide Senior Legal Counsel), Dr. Moritz Mau (Legal Counsel)
Allen & Overy:  Jack Wang (Federführung; Schanghai), Jonathan Hsui (Hongkong), Dr. Astrid Krüger (München; alle Corporate/M&A), Francois Renard (Hongkong),  Jürgen Schindler (Brüssel; beide Kartellrecht)
Lang Yue (Schanghai) Paul Ying, Melody Wang, Ran Chen; Associate: Jiaming Zhang (alle Recht der Volksrepublik China)

Astrid Krüger

Berater Brilliance Automotive (CBA)
Fangda Partners (Hongkong)
JunHe (Volksrepublik China)

Hintergrund: BMW arbeitet in China bereits seit rund 14 Jahren mit dem in Schanghai ansässigen Partner Jack Wang zusammen. Die Verbindung bestand schon, als der Corporate-Anwalt mit US-amerikanischer Zulassung noch Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer war. Als er 2018 zu Allen & Overy wechselte, blieb ihm der Autobauer treu. Die Kanzlei berät BMW in China inzwischen in allen gesellschaftsrechtlichen und M&A-Themen, einschließlich Foreign-Direct-Investment-Fragen. Wang ist auch regelmäßig in München vor Ort.

Als ausländische Kanzlei darf Allen & Overy aber nicht im chinesischen Recht selbst beraten. Die Kanzlei hat daher wie viele andere internationalen Rechtberater ein Kooperationsbüro vor Ort. Anfang 2020 hatte sie von der Justizbehörde Schanghai die Genehmigung für die Kooperation mit der Kanzlei Lang Yue in der chinesischen Freihandelszone Schanghai bekommen. 

Fangda und JunHe, die aufseiten des chinesischen Joint-Venture-Partners berieten, zählen zu den angesehensten chinesischen Kanzleien und haben Standorte in zahlreichen chinesischen Wirtschaftszentren. Bei der Gründung des Joint Ventures hatte ein Team von Shearman & Sterling den chinesischen Autobauer CBA beraten. Die Mandantin engagierte das Team nun auch nach dessen Wechsel zu Fangda Partners für das Closing des Deals. Die chinesische Kanzlei JunHe war schon damals Local Counsel für das Recht der Volksrepublik China. (mit Material von dpa)

Copyright Teaserbild: Pan Yulong/picture alliance/Xinhua News Agency

 

 

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