Auf nach China

Hymer und Max Bögl wagen den Schritt mit GvW

Zwei deutsche Unternehmen machten 2018 einen entscheidenden Schritt auf den großen chinesischen Markt: Die Erwin Hymer Group gründete ein 50:50-Joint-Venture mit der chinesischen Gruppe Lingyu, um ihre Wohnwagen und Wohnmobile vor Ort produzieren zu können. Und der Oberpfälzer Baukonzern Max Bögl erhielt den Zuschlag, in der Millionenstadt Chengdu eine Magnetschwebebahn für den Personennahverkehr zu bauen.

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Patrick Heid
Patrick Heid

Max Bögl schloss eine  langfristige Vertriebspartnerschaft und Baukooperation mit dem Unternehmen Chengdu Xinzhu Road & Bridge Machinery. Gemeinsam wollen sie zunächst eine Teststrecke mit dem Transport System Bögl bestücken, um eine Zulassung des neuen Personennahverkehrssystems in China zu erreichen. Für die Magnetschwebebahn entwickelte das bayerische Traditionsunternehmen sowohl Fahrzeuge, Fahrweg als auch die Betriebsleittechnik. Es erwirtschaftete im Jahr 2017 rund 1,65 Milliarden Euro Umsatz. Der chinesische Kooperationspartner Xinzhu aus der Provinz Sichuan baut bislang Schienenfahrzeuge, Busse und Brücken. 

Steigende Mobilität in China

Hymers Joint-Venture-Partner Lingyu hat seinen Hauptsitz in der Provinz Henan und stellt unter dem Markennamen Loncen schon diverse Wohnwagenmodelle her. Das gemeinsame Unternehmen Luoyang Erwin Hymer-Loncen Caravan produziert nun Modelle beider Gesellschafter. Die Vereinbarung für China wurde bekannt, kurz bevor die Erwin Hymer Group im Herbst 2018 von dem amerikanischen Wohnmobilriesen Thor für rund 2,1 Milliarden Euro erworben wurde. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erwartet das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Bad Waldsee eine Umsatzsteigerung um fast 20 Prozent auf voraussichtlich 2,5 Milliarden Euro.

Wachstumsoptionen in China sieht auch BMW, die ihren Anteil an dem dortigen Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance Automotive von 50 auf 75 Prozent aufstocken möchte und dabei Investitionszusagen über drei Milliarden Euro machte. Laut Bloomberg überlegt nun auch Daimler, seinen Anteil an dem Produktions-Joint-Venture mit dem chinesischen Partner BAIC von 49 Prozent auf mindestens 65 Prozent zu erhöhen. Die chinesische Regierung hatte angekündigt, frühere Restriktionen im Automobilsektor zu lockern und auch Beteiligungen über 50 Prozent zuzulassen.

Erwin Hymer-Transaktion

Berater Erwin Hymer
GvW Graf von Westphalen (Schanghai): Patrick Heid (Federführung; Corporate/M&A), Wolfram Müller (Produkthaftungsrecht) Johan van der Veer (Vertriebsrecht; beide Hamburg); Associates: Dr. Dominic Köstner, Yingci Geng, Huanlei Yan (alle Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Bad Waldsee): Dr. Steffen Keinath (General Counsel)

Berater Lingyu Industries
Inhouse Recht (Hongke Technology; Guangzhou): Yanjie Zhang − aus dem Markt bekannt

Max Bögl-Transaktion

Björn Etgen
Björn Etgen

Berater Max Bögl
GvW Graf von Westphalen (Hamburg): Dr. Björn Etgen (Federführung), Patrick Heid (Schanghai); Associates: Ming Yi (Frankfurt), Xue Min (München)
Inhouse Recht (Sengenthal): Caroline Kraus − aus dem Markt bekannt

Berater Chengdu Xinzhu Road & Bridge Machinery
King & Wood Mallesons (Chengdu): Feng Liu; Associate: Mian Wang (beide M&A)

Hintergrund: Das GvW-Team am Standort Schanghai unter der Leitung von Partner Heid hat sowohl die langjährigen Eigner von Erwin Hymer als auch das Management von Max Bögl bei den Verhandlungen mit den chinesischen Partnern unterstützt. Es beriet beim Hymer-Deal zu den chinesisch-rechtlichen Aspekten der Transaktion und zeichnete für die Vertragsdokumentation verantwortlich. Diese umfassten auch Aspekte zu Lieferung, Lizenzierung und Wartung. Der Hamburger Vertriebsrechtler Müller ist ein Caravaning-Experte und steht daher schon langjährig mit Hymer in Kontakt.

Die Mandatsbeziehung zu Max Bögl brachte der federführende Chinaexperte Etgen ein, der viele Jahre für Beiten Burkhardt in Peking und Hongkong tätig war, bevor er sich 2016 GvW anschloss. 

BMW wird im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung seiner Beteiligung an der BMW Brilliance Automotive von Allen & Overy beraten, vor allem aus den Büros in Hongkong und Schanghai.

Die chinesischen Kooperationspartner setzten jeweils auf ihre lokalen Berater beziehungsweise auf Inhousekompetenz. Die Brilliance China Automotive Holdings hatte laut Presseberichten Shearman & Sterling und JunHe mandatiert.

 

 

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