Juve Plus Finanzierungsrunde

KI-Spezialist Aleph Alpha sammelt mit PwC Legal über 500 Millionen Dollar ein

Die Schwarz Gruppe, Bosch und SAP steigen bei dem Heidelberger Entwickler für KI-Anwendungen und ChatGPT-Alternative Aleph Alpha ein. Damit will Aleph Alpha im Wettbewerb zur ChatGPT-Konkurrenz OpenAI und Google aufholen. 

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Das erweiterte Investorenkonsortium wird von Bosch Ventures, den Unternehmen der Schwarz Gruppe und auch von IPAI angeführt. Hinter dem Kürzel steht der Heilbronner Innovationspark für künstliche Intelligenz und damit wiederum große baden-württembergische Industrieunternehmen wie Würth und Bosch sowie vor allem auch die Stiftung des Lidl-Eigentümers Dieter Schwarz. Im Sommer hatte Aleph Alpha sich entschieden, mit dem Heilbronner Park, der außerdem vom Land Baden-Württemberg gefördert wird, zu kooperieren.

Tobias Haar

Der Deal umfasst eine Kapitalerhöhung von 110 Millionen Euro und zusätzlich ein Investitionspaket von rund 300 Millionen Euro der Schwarz Gruppe. Die Finanzierungsrunde wurde bereits Anfang des Jahres vorbereitet. Erstes Interesse hatte ein Konsortium um den US-Konzern Intel angemeldet. Trotz weit fortgeschrittener Verhandlungen kam man am Ende aber nach JUVE-Informationen nicht überein. Aleph Alpha entschied sich schließlich für die Schwarz Gruppe. Regionale Souveränität sowie eine zehnjährige Beteiligung waren für die Wachstumsziele attraktiver.

Das ermöglichte Aleph Alpha, die Abteilung Forschung und Entwicklung (F&E) in eine neu gegründete Stiftungsgesellschaft auszulagern. Mit der IPAI Aleph Alpha Research GmbH werden KI-Lösungen und deren kollaborative Weiterentwicklung in Open Source Communities gefördert. Aufgrund der Gemeinnützigkeit können Entwickler aus der ganzen Welt mit einer Open-Source-Lizenz den Datenbestand des KI-Sprachmodells weiterentwickeln oder mithilfe der Ergebnisse daran forschen.

Die Rechte der exklusiven Kommerzialisierung bleiben allerdings bei Aleph Alpha, was ein weiterer Aspekt des Deals war. Ebenso verpflichteten sich die Investoren während der nächsten fünf Jahre einen bestimmten Umsatz bei Aleph Alpha zu generieren.

Investorenprominenz für die Konkurrenzfähigkeit

Weitere neue Investoren sind die Berliner Christ & Company Consulting, das globale Edge-to-Cloud-Unternehmen Hewlett Packard Enterprise und der europäische Marktführer für Softwaretechnologie SAP sowie Burda Principal Investments. Bestehende Investoren, wie Earlybird oder 468 Capital, beteiligten sich ebenfalls und vervollständigten die überzeichnete Runde.

Gerhard Wacker

Zusammen mit bestehenden Geldgebern aus früheren Runden fließen mehr als 500 Millionen US-Dollar – umgerechnet etwa 466 Millionen Euro – in Aleph Alpha. Das Unternehmen gehört damit zu den führenden für künstliche Intelligenz in Europa und sieht seinen Wachstumskurs gestützt. Das Unternehmen will im Wettbewerb zur Konkurrenz OpenAI und Google aufholen. 

Gerald Reger

Aleph Alpha erhält mit dem frischen Geld die Möglichkeit, die eigene KI-Forschung weiter voranzutreiben und die Entwicklung und Kommerzialisierung von generativer KI für komplexe und kritische Anwendungen in Industrie und öffentlicher Hand zu beschleunigen.

Berater Aleph Alpha
PricewaterhouseCoopers Legal (Berlin): Gerhard Wacker (Federführung), Dr. Minkus Fischer (Stuttgart; beide Corporate/M&A), Susanne Zühlke, Gerung von Hoff (beide Kartellrecht), Dr. Steffen Nguyen-Quang (Düsseldorf), Manuel Klingenberg (Frankfurt; beide Arbeitsrecht); Associate: Hannah Henning, Linda Kohal (Stuttgart; beide Corporate/M&A), Melanie Schwaderer (Kartellrecht)
PricewaterhouseCoopers (Berlin): Alexander Friedheim (Federführung; Steuerrecht)
Osborne Clarke (Köln): Adrian Schneider, Dr. Lina Böcker; Associate: Tim Schmetzer (Berlin; alle IP/IT) – aus dem Markt bekannt
Aitava (München): Dr. David Bomhard, Dr. Jonas Siglmüller (beide IT-Recht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Heidelberg): Tobias Haar (General Counsel), Daniel Sohn (Legal Advisor)

Berater Schwarz Gruppe (Innovation Park Artificial Intelligence – IPAI)
Noerr (München): Dr. Gerald Reger, Dr. Maurice Séché (beide Federführung), Sebastian Voigt (alle Corporate/M&A), Dr. Thomas Thalhofer, Dr. Tobias Bosch (Berlin; beide IT), Dr. Carsten Heinz, Michael Thommaso (beide Steuerrecht; beide Berlin), Peter Scheuch, Dr. Frank Schuck (München; beide Steuerrecht), Dr. Kathrin Westermann, Robert Pahlen (beide Kartellrecht), Dr. Stefan Schwab (Arbeitsrecht; alle Berlin), Christoph Rieken (IP), Hans Christian Kirchner (Litigation; Berlin), Dr. Moritz Koch (Hamburg), Dr. Georg Langheld (beide Corporate/M&A); Associates: Jan Lohse (Hamburg), Dr. Tobias Thiermann, Dr. Dominique Finke (Düsseldorf; alle Corporate/M&A), Dr. Niklas Maamar, Dr. Marvin Bartels (beide Berlin), Marieke Merkle, Raphaël Hebecker (London; alle IT), Dr. Paul Gur (Berlin), Dr. Constanze Wetzel (beide Steuerrecht), Steffen Sundermann (Berlin), Dr. Peter Körlings, Katharina Schwarz (beide Hamburg; alle Kartellrecht), Katja Steinthaler (IP)
Inhouse Recht (Neckarsulm): Dr. Georg Heiß (Leiter M&A), Dr. Patrick Winter (Senior Legal Counsel M&A), Dr. Bianca Vogt (Senior Legal Counsel Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuer (Neckarsulm): Marcus Hillen (Leiter Steuern), Manuel Schroth (M&A Tax) – aus dem Markt bekannt

Martin Viciano Gofferje

Berater Bosch Ventures
Gleiss Lutz (Berlin): Dr. Martin Viciano Gofferje (Federführung), Dr. Pirmin Emanuel Schreiner (beide VC/M&A), Dr. Alexander Molle (IP/IT), Dr. Johannes Hertfelder (Kartellrecht; Stuttgart)
Inhouse Recht (Stuttgart): Dr. Ulrich Zeller, Matthias Geiger (beide Corporate/M&A), Dr. Uwe Schneider (IP)

Alexander Veith

Berater SAP
Allen & Overy (München): Dr. Alexander Veith (Federführung; VC/M&A), Dr. Jens Matthes (IP; Düsseldorf), Dr. Magnus Müller (Steuerrecht); Associates: Sophia Braun (VC/M&A), Anna Kräling (IP; Düsseldorf), Dr. Jens Denninger (Steuerrecht)
Inhouse Recht: Julian Klose (M&A), Kevin Meier (Assistant General Counsel; San Ramon/California)

Berater Christ & Company Consulting
SZA Schilling Zutt & Anschütz (Frankfurt): Christian Gehling (Federführung), Dr. Christoph Nolden, Niklas Schmelzeisen (alle Venture Capital/M&A)

Berater Hewlett Packard Enterprise (HPE)
CMS Hasche Sigle (München): Richard Mitterhuber (Federführung; Corporate/M&A), Stefan Lehr (Kartellrecht; Frankfurt), Stefan Lüft (IP), Dr. Friedrich von Spee (Berlin); Associate: Sebastian Hummel (beide Corporate/M&A) – alle aus dem Markt bekannt

Christian Gehling

Berater Burda Principal Investments
Vogel Heerma Waitz – V14 (Berlin): Sabine Röth (Federführung), Dr. Lorenz Frey (beide Venture Capital/M&A), Alexis von Kruedener (IP/IT)

Berater Earlybird
BMH Bräutigam (Berlin):  Bastian Reinschmidt (Federführung; M&A), Dr. Alexander Wulff (Venture Capital/M&A), Dr. Jan Böhle (Venture Capital), Dr. Sebastian Krieg (Steuerrecht); Associate: Maximilian Frink (Venture Capital)

Berater LEA Venturepartner
Milbank (Frankfurt): Dr. Michael Bernhardt (Federführung), Sebastian Dexheimer; Associates: Johannes Wohlmuth, Steffen Post (alle Corporate/M&A)

Notariat
Ihde & Partner (Berlin): Dr. Claas Oehler – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Die noch kleine Rechtsabteilung von Aleph Alpha stemmte den Deal mit zwei Volljuristen – sämtliche Fäden liefen bei General Counsel Haar zusammen. Sohn verhandelte alle kommerziellen Verträge mit den Investoren. Die koordinatorische und logistische Herausforderung, zahlreiche Gesellschafter an einen Tisch zu bringen, managte ein Projektleiter.

PwC Legal hat 2019 erstmals die LEA und weitere Seed-Investoren im Rahmen des Seed Investments in Aleph Alpha beraten. 2021 begleitete das Team um Wacker Aleph Alpha bei der Serie-A-Finanzierungsrunde. Das junge Noerr-Spin-off Aitava begleitete das KI-Start-up zu IT-Themen. Zu der Open-Source-Lizenz zog Aleph Alpha ein Osborne Clarke-Team um Adrian Schneider hinzu.

LEA wurde in dieser Runde von dem Milbank-Partner Bernhardt betreut, der den Kapitalgeber regelmäßig zu Investitionen in Technologie- und Softwareunternehmen berät.

Richard Mitterhuber

Die Schwarz Gruppe und die Schwarz Stiftung lässt sich seit vielen Jahren in allen großen M&A-Transaktionen von Noerr beraten. Bei der aktuellen Investition hat Séché federführend verhandelt, zuletzt stand er ebenfalls beim Kauf der israelischen Cybersicherheitsfirma XM Cyber an der Seite des Mischkonzerns. Partner Reger begleitete die Schwarz Stiftung in der Vergangenheit unter anderem auch zur Finanzierung von 20 Professuren für die TU München. Wegen der Bezüge zum Gemeinnützigkeitsrecht kam dem Steuerteam der Kanzlei zudem eine wichtige Rolle zu, ähnlich den IT-Rechtlern.

Viele stabile Mandatsbeziehungen

Auch SAP setzte mit Allen & Overy auf eine bestehende Beziehung. Der M&A-Partner Veith war bereits im Beraterteam, als SAP dieses Jahr das Bonner IT-Unternehmen LeanIX übernahm. Auf Inhouse-Seite wurde der Deal auch aus den USA gesteuert, wo SAP wichtige Inhouse-Rechtsfunktionen vorhält.

Sabine Röth

Regionale Verbindungen brachten Gleiss Lutz und den Stuttgarter Konzern Bosch zusammen: Die Rechtsabteilung von Bosch fragte nach JUVE-Informationen direkt bei M&A-Partner Viciano für dieses Mandat an. 

Auf eine stabile Beziehung blickt auch V14 mit Burda Principal Investments zurück. Ursprünglich kam der Kontakt vor wenigen Jahren über einen Deal zustande, bei dem V14 die Gegenseite beraten hatte. Den Investor HPE hat laut JUVE-Information ein Team von CMS Hasche Sigle-Partner Mitterhuber beraten. Die Kanzlei begleitet HPE bereits seit vielen Jahren in Deutschland. Ebenfalls auf eine frühere Mandatierung geht das Mandat von SZA Schilling Zutt & Anschütz für den Investor Christ & Company zurück. Für Christ war SZA bei der bis dahin größten europäischen KI-Transaktion tätig, dem Verkauf der G2K Group an die US-amerikanische ServiceNow.

Die Bestandsinvestoren Earlybird haben sich dieses Mal – wie bereits bei der Serie-A-Finanzierungsrunde in 2021 – von BMH Bräutigam in Berlin beraten lassen.

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