Öffentliche Übernahme

EQT und Hellman & Friedman ziehen bei Zooplus-Übernahme an einem Strang

Der Übernahmekampf um den Online-Tierbedarfshändler Zooplus ist um ein weiteres Kapitel reicher: Die beiden Bieter EQT und Hellman & Friedman haben sich zusammengetan und ihr Angebot auf 480 Euro je Aktie erhöht. Das sind weitere 10 Euro mehr als bisher.

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Das neue Barangebot lässt den Wert von Zooplus auf rund 3,7 Milliarden Euro steigen, heißt es. Zooplus unterstütze das verbesserte und finale Angebot der Partner. Dieses erhöhe die Transaktionssicherheit.  

Arend von Riegen

Seit Mitte August hatte die Private-Equity-Gesellschaft Hellman & Friedman über die Holdinggesellschaft Zorro Bidco immer wieder Übernahmeangebote für Zooplus unterbreitet. Weil auch andere Finanzinvestoren wie EQT oder KKR sich interessiert gezeigt und teilweise ein Angebot abgegeben hatten, erhöhte Hellman & Friedman nach und nach seine Offerte. Zwischen dem ersten und dem jetzigen Angebot liegt eine Differenz von 90 Euro je Schein – Mitte August war Hellman & Friedman mit 390 Euro in den Übernahmekampf gestartet. Die Mindestannahmeschwelle für das Angebot soll weiterhin bei 50 Prozent plus einer Aktie liegen. Die Annahmefrist endet am 3. November. 

Für 17 Prozent der Anteile hatten Altinvestoren schon im Vorfeld ihre Zusage erteilt, ihre Papiere anzudienen. Auch sie profitieren von dem angekündigten Nachschlag.  Nach Abschluss der Transaktion wird sich  der neunte EQT-Fonds an der Muttergesellschaft von Zorro Bidco beteiligen und auf diese Weise die nachgebesserte Offerte mitfinanzieren. 

Berater Hellman & Friedman
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Arend von Riegen, Dr. Simon Schwarz, Dr. Kai Hasselbach (München; alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt 
Ernst & Young (München): Helmut Mendel (Steuern) – aus dem Markt bekannt 

Christoph Rothenfußer

Berater EQT IX
Milbank (München): Dr. Steffen Oppenländer, Dr. Christoph Rothenfußer (beide Federführung), Dr. Norbert Rieger (alle Corporate/M&A), Dr. Alexander Rinne (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Dr. Thomas Kleinheisterkamp (Steuern), Apostolos Gkoutzinis (Kapitalmarktrecht; London); Associates: Dr. Sebastian Reiner-Pechtl, Dr. Pascal Härdtner, Dr. Maximilian Pechtl, Manuel Bogenreuther, Svenja Tauchmann (alle Corporate/M&A), Dr. Nils Bremer, Stefanie Gschossmann, Alexander Zyrewitz (alle Kartell- und Außenwirtschaftsrecht) 

Berater Zooplus-Vorstand und -Aufsichtsrat
Inhouse Recht (München): Bettina Burkämper (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
GLNS (München): Dr. Tobias Nikoleyczik, Dr. Bernd Graßl (beide Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Anselm Lenhard (Finanzrecht), Malte Krohn; Associate: Nadja Crombach (beide Corporate/Kapitalmarktrecht)
Buntscheck (München): Dr. Andreas Boos (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt 

Tobias Nikoleyczik

Hintergrund: Das Beteiligungshaus Hellman & Friedman hatte für das öffentliche Übernahmeangebot ein Freshfields-Team mandatiert, das anschließend auch die Kommunikation zur mehrfachen Aufstockung flankiert haben dürfte. Nach JUVE-Recherchen gehörte zuletzt auch der Münchner Partner Hasselbach zum Kernteam um die Frankfurter Partner von Riegen und Schwarz.

EQT wiederum stand schon im Bieterprozess Milbank zur Seite und nun auch, als sie die strategische Partnerschaft zwischen Hellman & Friedman, EQT und Zooplus aushandelte. 

Die Münchner Kanzlei GLNS berät die Zooplus-Gremien und Chefjuristin Burkämper regelmäßig in gesellschafts- und kapitalmarkrechtlichen Fragen und saß daher laut Marktinformationen ebenfalls mit am Verhandlungstisch.

Gewichtige Altaktionäre von Zooplus, wie etwas Maxburg Beteiligungen und Luxempart, hatten im Sommer Teams von Ego Humrich Wyen und SZA Schilling Zutt & Anschütz hinzugezogen, als sie den Verkauf ihrer Aktienpakete zusicherten. Die ebenfalls investierte skandinavische Nielsen Capital hatte dem Vernehmen nach Hamburger Partner von Latham & Watkins mandatiert. (Mit Material von dpa) 

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