Bieterkampf um Zooplus

EQT legt Gegenangebot mithilfe von Milbank vor

Im Kampf um Zooplus hat der Investor EQT den Konkurrenten Hellman & Friedman überboten. EQT biete 470 Euro je Aktie und damit 10 Euro mehr als H&F, teilte das im MDax notierte Unternehmen mit. Das Aktienkapital des Onlinehändlers für Tierbedarf werde bei dem Gebot mit insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro bewertet. Das Angebot unterliege einer Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie.

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Steffen Oppenländer
Steffen Oppenländer

H&F hatte erst Mitte September sein Gebot deutlich auf 460 Euro je Aktie erhöht, um sich Konkurrenten wie EQT vom Leib zu halten. Bei KKR gelang das – der Finanzinvestor stieg nach dem angehobenen H&F-Gebot aus dem Ringen um Zooplus aus. EQT ließ sich davon aber nicht abhalten.

EQT und Zooplus rechnen damit, dass der Vollzug des Übernahmeangebots im vierten Quartal abgeschlossen sein wird. Das Unternehmen begrüßte die Offerte von EQT. Der Finanzinvestor habe eine ausgewiesene Expertise bei der Weiterentwicklung von Unternehmen im Heimtierbereich. So zählen IVC Evidensia, ein Anbieter von Veterinärdienstleistungen, die Musti Group, ein skandinavischer Händler für Heimtierbedarf, und der britische Anbieter von Heimtierversicherungen Bought By Many zum Portfolio von EQT. Der Investor lanciert die Offerte über die Pet Bidco, eine Holdinggesellschaft des Fonds EQT IX. Dieser will nach einem erfolgreichen Übernahmeangebot Zooplus zu gegebener Zeit von der Börse nehmen. Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag werde dagegen nicht angestrebt.

Mit dem jetzt gebotenen Preis liegt EQT fast 70 Prozent über dem Kurs, den das Papier vor dem ersten Gebot von H&F hatte. Die Branche für Heimtierbedarf boomt dank der Corona-Krise, da sich viele Menschen während der Pandemie Haustiere zugelegt hatten.

Berater EQT IX
Milbank (München): Steffen Oppenländer, Christoph Rothenfußer (beide Federführung), Norbert Rieger (alle Corporate/M&A), Alexander Rinne (Kartell- und Außenwirtschaftsrecht), Thomas Kleinheisterkamp (Steuern), Apostolos Gkoutzinis (Kapitalmarktrecht; London); Associates: Sebastian Reiner-Pechtl, Pascal Härdtner, Maximilian Pechtl, Manuel Bogenreuther, Svenja Tauchmann (alle Corporate/M&A), Nils Bremer, Stefanie Gschossmann, Alexander Zyrewitz (alle Kartell- und Außenwirtschaftsrecht)

Tobias Nikoleyczik
Tobias Nikoleyczik

Berater Zooplus-Vorstand und -Aufsichtsrat
Inhouse Recht (München): Bettina Burkämper (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
GLNS (München): Dr. Tobias Nikoleyczik, Dr. Bernd Graßl (beide Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Anselm Lenhard (Finanzrecht), Malte Krohn; Associate: Nadja Crombach (beide Corporate/Kapitalmarktrecht)
Buntscheck (München): Dr. Andreas Boos (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Bank
Clifford Chance (Frankfurt): Philipp Klöckner (Federführung; Kapitalmarktrecht/Corporate), Mark Aschenbrenner, Samuel Frommelt (beide M&A/Private Equity; beide München) – aus dem Markt bekannt

Philipp Klöckner
Philipp Klöckner

Hintergrund: Den guten Kontakt zu EQT hatte der Transaktionsspezialist Oppenländer 2017 von Hengeler Mueller mitgebracht. Unter der Flagge von Milbank verhandelte er schon einige milliardenschwere Transaktionen für das Private-Equity-Haus mit Hauptsitz in Stockholm. Für die öffentliche Übernahme nahm er den Aktien- und Kapitalmarktrechtler Rothenfußer mit in die Federführung.

Die Deutsche Bank griff zur rechtlichen Absicherung der Finanzierungsbestätigung nach JUVE-Informationen auf Clifford-Partner Klöckner zurück. Er hatte auch die UBS beraten, als sie 2020 EQTs Angebot für die VW-Tochter Renk finanziell unterlegte. Klöckner band nach JUVE-Recherchen auch die beiden Münchner Neuzugänge Aschenbrenner und Frommelt ein, die jüngst von Kirkland & Ellis zu Clifford wechselten.

Hellmann & Friedmann hatte Freshfields Bruckhaus Deringer für das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot mandatiert, mit einem Team um  Dr. Arend von Riegen und Dr. Simon Schwarz.

KKR, die auch kurzzeitig erwägt hatte, ein Angebot für Zooplus zu unterbreiten, hatte dem Vernehmen nach Hengeler Mueller mit einem Team um Dr. Bernd Wirbel an ihrer Seite im Due-Diligence-Prozess. Mit Hengeler unterbreitete sie vor fünf Jahren auch das Übernahmeangebot für die GfK-Aktien.

Die Münchner Kanzlei GLNS berät Zooplus fortlaufend seit mehr als sieben Jahren in gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Fragen. Zusammen mit der General Counsel Burkämper war das Team um Partner Nikoleyczik daher involviert, als die Due-Diligence-Prozesse durchgeführt sowie Sondierungsgespräche mit H&F und den weiteren Bietern geführt wurden. (Sonja Behrens; mit Material von dpa)

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