Juve Plus Erster Refinanzierungsschritt

EnBW setzt bei Anleihe auf Freshfields

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  • JUVE

Der Energieversorger EnBW hat einen ersten Schritt zur Refinanzierung des Unternehmens durchgeführt und sich über eine Anleihe 750 Millionen Euro frisches Kapital besorgt.

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Gegenüber allen anderen Verbindlichkeiten ist die Anleihe nachrangig. Sie ist als sogenannte Hybridanleihe ausgestattet, wodurch sie von den Ratingagenturen teilweise als Eigenkapital anerkannt wird. Barclays Capital und die Deutsche Bank strukturierten den Bond, weitere an der Platzierung beteiligte Banken waren Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Société Générale.

EnBW fuhr im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Verlust von 590 Millionen Euro ein, im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch einen Überschuss von 900 Millionen Euro erwirtschaftet. Vor allem der staatlich verfügte Atomausstieg belastet den drittgrößten deutschen Stromversorger, der so stark wie kein anderes der großen deutschen Energieunternehmen auf Atomstrom gesetzt hat.

Seit dem Sommer will EnBW einen drastischen Sparkurs fahren und zudem Beteiligungen verkaufen. Weiteres Geld will das Unternehmen über Kapitalspritzen generieren, EnBW hat einen Kapitalbedarf von 800 Millionen Euro bei den beiden Großaktionären angemeldet, dem Land und den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW). Um die Finanzmittel wird derzeit gerungen. Der kommunale Zweckverband OEW, ein Zusammenschluss von neun schwäbischen Landkreisen, will eine Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro mittragen, notfalls wäre OEW sogar bereit, auf 600 Millionen Euro zu erhöhen.

Berater EnBW
Inhouse (Karlsruhe): Dr. Werner Mangold – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen; Associates: Dr. Nikolai Vokuhl, Dr. Andreas Stefanski (alle Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht)

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Peter Waltz; Associate: Dirk Eisel – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Deutsche Bank; Frankfurt): Ingo Hatzmann – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung von EnBW und Freshfields ist historisch gewachsen. Die Kanzlei begleitete schon 1997 den Zusammenschluss der Badenwerk AG mit Energie-Versorgung Schwaben zu EnBW. Seitdem berät die Sozietät den Konzern auch umfangreich bei dessen Finanzierungsfragen, unter anderem vor sieben Jahren bei einer umfangreichen Kapitalmaßnahme (mehr…). Damals veräußerte EnBW eigene Aktien an die beiden Großaktionäre Electricité de France (EdF) und die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), die sich umgekehrt verpflichteten, im Anschluss an den Verkaufsprozess EnBW jeweils ein Gesellschafterdarlehen zu gewähren.

Auch im vergangenen Jahr stand Freshfields EnBW zur Seite, als das durch Gleiss Lutz begleitete Land Baden-Württemberg 45 Prozent an EnBW erwarb (mehr…). Den Einstieg des Landes hat der baden-württembergische Verfassungsgerichtshof inzwischen als verfassungswidrig eingestuft (mehr…), weil das Parlament bei der Transaktion umgangen wurde. Die rechtliche Aufarbeitung der Transaktion läuft derzeit (mehr…).

Für Linklaters war es in diesem Jahr bereits die dritte Hybridanleihe im Energiesektor, die die Sozietät begleitete. Zuvor arbeitete sie schon an den Emissionen von Dong Energy und der österreichischen OMV und dabei jeweils für eine der auch nun beteiligten Banken. Bei der Anleihe von Dong Energy führte die Deutsche Bank mit J.P. Morgan das Konsortium, bei dem Bond von OMV war es Barclays gemeinsam mit J.P. Morgan. Zu allen diesen Banken hat das Fremdkapitalmarktteam von Linklaters seit Jahren enge Beziehungen. (René Bender)

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