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Fest, fester, gefestigt

Nach solchen Deals lecken sich Großkanzleien die Finger. Für solche Deals wappnen sie sich mit hochkarätigen Partnern und einem Heer von Associates. Doch als jetzt die Strüngmann-Zwillinge Andreas und Thomas ihr Lebenswerk - den Holzkirchener Generikahersteller Hexal - an Novartis verkauften und damit die in 2005 bislang größte Transaktion lieferten, vertrauten sie die rechtliche Abwicklung einem Einzelkämpfer an. Dazu obendrein einem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Wenn man Wolfgang Boorberg im Internet sucht, findet man ihn dort nicht. Sein Beratungsunternehmen Boorberg GmbH hat keine Website. Versucht man ihn telefonisch über seine Firmennummer zu erreichen, wird man den Eindruck nicht los, fälschlicherweise die Privatnummer einer schwäbischen Familie gewählt zu haben. Denn es kommt schon einmal vor, dass Frau Boorberg den Hörer abnimmt. Boorberg mag es offensichtlich bescheiden und arbeitet lieber im Hintergrund. Dafür rufen die Brüder Strüngmann in letzter Zeit recht häufig bei Boorberg an. Allein in 2004 etwa zweimal, als es um die Veräußerung von Betapharm an 3i ging. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater beriet schon damals die Strüngmann-eigene Santo Holding GmbH (JUVE 05/04) - rechtlich. Ende 2004 folgte dann der Mehrheitserwerb an der Stuttgarter Südwestbank (JUVE 12/04). Und schließlich, kurz nach Karneval meldeten sich die Strüngmanns wieder: die familieneigene Hexal AG stand zur Disposition. Gerüchte über den Verkauf des zweitgrößten deutschen Generika-Herstellers kursierten schon zwei Wochen bevor am 21. Februar der Käufer Novartis bekannt wurde. Als eigentliche Überraschung empfand die Branche jedoch, dass die Santo Holding im gleichen Atemzug ihr 67,7-Prozent-Anteilspaket an dem US-Generika-Unternehmen Eon Labs benfalls veräußerte. 5,65 Milliarden Euro kostetn beide Erwerbungen den Schweizer Pharmariesen. Presseberichten zufolge spülte der Verkauf rund zwei Milliarden Euro in die Privatschatulle der Strüngmann-Familie. Seit 15 Jahren immer in solchen Fällen für die beiden Selfmade-Unternehmer fest im Sattel: Boorberg. Der Stuttgarter Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist als Rechtsbeistand für Hexal und Santo zugelassen. Ungleich größer nimmt sich die Beraterzahl beim Schweizer Käufer aus. Doch auch die deutsche Shearman & Sterling-Praxis kann auf eine gefestigte Beziehung zu ihrer Mandantin blicken. Geführt wurde das Shearman-Team von M&A-Partner Dr. Harald Selzner und Kartellrechts-Partner Dr. Jürgen Meyer-Lindemann. Es ist nicht das erste Novartis-Mandat für die deutsche Praxis der US-Kanzlei, aber die erste Transaktion nach der gescheiterten Aventis-Fusion, die sie hierzulande erfolgreich zum Abschluss bringen durften. Bevor die Schweizer sich als den größten Generika-Hersteller der Welt bezeichnen dürfen, bedarf es zwar noch der kartellrechtlichen Zustimmung in Brüssel und den USA. Das Mandat kann aber schon heute mit Fug und Recht als ein erfolgreiches Beispiel für das zuletzt im Markt angezweifelte Cross-Selling innerhalb der weltweiten Shearman-Praxis angeführt werden: Seit langem schon unterhält die US-Praxis Mandatsbeziehungen zu den Schweizern. Auch Meyer-Lindemann ist seit vielen Jahren im Kartellrecht für den Konzern tätig. Und nun gelang es also auch der deutschen M&A-Praxis die Bande nach Basel enger zu knüpfen. (MK)

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Berater Hexal
@Boorberg GmbH (Stuttgart): Wolfgang Boorberg
@Inhouse (Holzkirchen): Julia Barth

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