Juve Plus Gelandet

Kanadischer Pensionsfonds macht mit Linklaters Rennen um Hochtief-Flughafenbeteiligungen

Der kanadische Pensionsfonds Public Sector Pension Investment Board of Canada (PSP) hat von der Essener Hochtief AG alle Anteile der Hochtief AirPort GmbH gekauft. Das Transaktionsvolumen lag bei insgesamt 1,5 Milliarden Euro, einschließlich Minderheitsbeteiligungen in Höhe von 400 Millionen Euro.

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Ulrich Wolff
Ulrich Wolff

Die Hochtief-Tochter war ein Teilbereich der früher unter dem Namen Hochtief Concessions firmierenden Konzessions- und Betreiberprojektgesellschaft von Hochtief. Sie hält Beteiligungen an den Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Sydney, Budapest, Tirana und Athen. Mit der Transaktion, die rückwirkend zum Januar wirksam werden soll, hat Hochtief einen lang gehegten Plan endlich umsetzen können.

Dem jetzigen Verkauf ging ein langes Bieterverfahren voraus, die Zahl der Interessenten soll JUVE-Informationen zufolge im zweistelligen Bereich gelegen haben. Nach Berichten des Nachrichtendienstes Reuters Mitte April sollen darunter auch Fraport, Global Infrastructure Partners (Betreiber zweier Londoner Flughäfen), die kanadische Brookfield Asset Management und die Allianz gewesen sein. Zuletzt wurden in den Medien der französische Baukonzern Vinci und die chinesische HNA Group als mögliche Käufer genannt.

Kai Hasselbach
Kai Hasselbach

Insofern kommt der Verkauf an PSP überraschend. Der Auftritt des kanadischen Pensionsfonds als alleiniger Erwerber ist zudem eine neue Entwicklung im deutschen Markt. Vor allem bei Infrastrukturdeals traten derartige Fonds in der Vergangenheit vor allem als Co-Investoren auf.

Berater Public Sector Pension Investments
Linklaters (Frankfurt): Ulrich Wolff (Federführung Corporate), Ian Andrews (Federführung Projects; London), Dr. Thomas Elser (Steuern; München), Simon Pritchard (Competition; London), Dr. Sebastian Daub (Corporate), Dr. Jann Jetter (Steuern; München); Associates: Dr. Florian Harder (München), Dr. Moritz von Schlabrendorff, Mareike Ackermann, Andreas Müller (alle Corporate), Inaamul Laher (Projects; London),  Thorben Eisenbeiß (München), Johanna Pflug (beide Arbeitsrecht), Jan Zimmermann (Regulierungsrecht; Berlin), Paul Telford (Projects), Sally Southwell (Competition), Subir Rajadhyaksha (Projects; alle London)
Inhouse (Montréal): Mélanie Bernier
Clayton Utz (Sydney): Simon Brady, Noah Hong
Karatzas & Partners (Athen): Angeliki Tsatsi, Nikolaos Fragos
Tonucci & Partners (Tirana): Artur Asllani, Neritan Kallfa
Kinsteller(Budapest): Daniel Kaszas, Nagy Mate

Berater Hochtief
Freshfields Bruckhaus Deringer (Köln): Dr. Kai Hasselbach (Federführung), Dr. Ludwig Leyendecker (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Norbert Schneider (Steuern), Dr. Juliane Hilf (Öffentliches Recht), Yorck Jetter ( Finanzrecht; München), Dr. Sebastian Kalb (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Florian Haus (Kartellrecht); Associates: Johanna Linke, André Klüsener, Dr. Felix Ebbinghaus, Dr. Fabian Birkendahl, Dr. Martin Fröhlich, Dr. Vladimir Primaczenko (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Franziska Bühring (Steuern), Matthias Schleifenbaum (Öffentliches Recht)
Inhouse (Essen): Dr. Thomas Sonnenberg, Nils Hoffmann, Dr. Holger Rosenbauer (alle Hochtief AG), Dr. Rolf Schnitzler, Susanne Burkert-Vavilova, Dr. Juliane Werther (alle Hochtief AirPort GmbH)
Gilbert + Tobin (Sydney): Deborah Johns

Berater Brookfield
Weil Gotshal & Manges (München): Dr. Thomas Schmid (Corporate), Tobias Geerling (Steuern), David Dederick (Budapest), Phil Rosen (New York; beide Corporate); Associates: Dr. Annabell Grupp, Annamaria Csenterics (Budapest; beide Corporate)

 

Hintergrund: Linklaters trat erstmals für PSP prominent in Erscheinung: Der Frankfurter Corporate-Partner Wolff ist bei Linklaters global für Kanada und kanadische Mandanten zuständig, zudem hatte der Londoner Partner Andrews, Leiter der Infrastrukturgruppe der Kanzlei, Kontakte zu PSP aus vorherigen Mandaten. Im Zusammenhang mit Hochtief stand der Name der Kanzlei in den vergangenen Jahren vor allem für die Beratung des spanischen Baukonzerns ACS, der nach und nach zum Großaktionär aufgestiegen bei den Essenern aufgestiegen ist (mehr…). Die jetzige Transaktion stand damit aber nicht in Zusammenhang.

Bei der Übernahme durch ACS spielte auch Freshfields als Beraterin des Aufsichtsrates eine wichtige Rolle. Hengeler Mueller begleitete damals die Hochtief AG sowie den geplanten und abgesagten Börsengang von Hochtief Concessions. Das Team um den Kölner Freshfields-Partner Hasselbach arbeitete aber bereits seit 2011 an dem Mandat, als sich der damalige Hochtief-Chef Frank Stieler um den Verkauf der Flughafen-Beteiligungen bemühte. Freshfields übernahm auch die Koordination der Kanzleien in den weiteren Jurisdiktionen.

Mit der australischen M&A-Kanzlei Gilbert + Tobin etwa arbeitete Freshfields wiederholt zusammen. Für Hochtief waren zudem noch die griechische Kanzlei Koutalidis und in Budapest CHSH Deszö involviert.

Auf Inhouse-Seite bei Hochtief finden sich neben Corporate-Governance-Chef Sonnenberg, der erst vor einem knappen Jahr zu dem Konzern kam (mehr…), zudem einige Beteiligte, die früher einmal bei Freshfields gearbeitet haben: Nils Hoffmann gehörte bis Ende 2009 der Corporate-Praxis der Kanzlei an und auch Rolf Schnitzler und Susanne Burkert-Vavilova waren früher bei Freshfields tätig.

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