Juve Plus Geplanter Einstieg

Deutsche Bank setzt auf Freshfields, Sal. Oppenheim auf Shearman

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Europas größte Privatbank Sal. Oppenheim steht vor dem Verlust ihrer Unabhängigkeit. Die Deutsche Bank plant den Einstieg bei der angeschlagenen 220 Jahre alten Traditionsbank, die Gespräche der beiden Institute stünden kurz vor dem Abschluss, berichteten Medien übereinstimmend. Klar ist, dass die Deutsche Bank ein unverbindliches Angebot für eine Kapitalbeteiligung abgegeben hat. Die rund 40 Familienaktionären gehörende Privatbank hat einer Prüfung der Bücher zugestimmt. Presseberichten zufolge will die Deutsche Bank dabei zunächst eine Minderheit erwerben. Eine Mehrheitsbeteiligung oder sogar Übernahme könnte aber in einem zweiten Schritt erfolgen. Strukturelle Änderungen seien zunächst nicht geplant, beide Institute sollen nach wie vor unabhängig voneinander im Markt auftreten.

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Sal. Oppenheim leidet stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Die wegen fragwürdiger Geschäfte stark in der Kritik stehende Bank hatte sich unter anderem mit Investitionen in den mittlerweile insolventen Handelskonzern Arcandor und den Immobilienkonzern IVG verspekuliert. Daneben muss sie auch hohe Verluste aus Kapitalmarktrisiken und dem Einbruch des Zertifikate-Geschäfts verkraften.

Zwischenzeitlich war sogar spekuliert worden, dass bei Sal. Oppenheim staatliche Hilfe aus dem Bankenrettungsfonds SoFFin notwendig werden könnte. Die Gesellschafter hatten jedoch gesagt, ohne staatliche Hilfe auskommen zu wollen. Bereits zum Jahreswechsel hatten die Eigner rund 200 Millionen Euro in die Bank investieren müssen, um sie zu stützen. Zuletzt soll das Bankhaus seine Familiengesellschafter erneut um eine Kapitalerhöhung gebeten haben, der persönlich haftende Gesellschafter Christopher Freiherr von Oppenheim hatte weitere Maßnahmen nicht ausschließen wollen. Zwischenzeitlich hatte Sal. Oppenheim auch den Verkauf der BHF Bank erwogen, dies aber wegen zu geringer Gebote wieder verworfen. Mit dem Kauf der BHF war Sal. Oppenheim 2004 zur größten Privatbank Europas aufgestiegen. (René Bender)

Berater Deutsche Bank

INHOUSE (Frankfurt): Volker Butzke (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Peter Spitze (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER – aus dem Markt bekannt

Berater Gesellschafter Sal. Oppenheim

@SHEARMAN & STERLING (Düsseldorf) Georg Thoma, Dr. Hans Diekmann, Dr. Marco Sustmann, Winfried Carli (München) – aus dem Markt bekannt

Obwohl Freshfields bereits in verschiedenen Transaktionen für ihre Mandantin gearbeitet hat, überrascht sie nun in diesem Mandat an der Seite der Deutschen Bank. Bei Zukäufen im Bankbereich und bei großen M&A-Deals wie dem jetzigen gilt im Markt eigentlich Hengeler Mueller als beinahe gesetzte Beraterin. An der Seite der Großbank hätten Marktbeobachtrer den angesehenen Frankfurter Gesellschaftsrechts-Partner Dr. Burkhardt Meister vermutet, der das Institut schon seit mehr als 25 Jahren begleitet und dabei bei einer ganzen Reihe größerer Zukäufe beriet. So begleitete er zuletzt beispielsweise den 2,8 Milliarden Euro schweren Einstieg bei der Deutschen Postbank im vergangenen Jahr und vor drei Jahren den Kauf der Norisbank.

Auch Shearman als Beraterin der Oppenheim-Gesellschafter ist alles andere als eine selbstverständliche Wahl. Zwar hatte die Kanzlei das in Köln fest verwurzelte Bankhaus unter anderem schon bei der Übernahme der BHF Bank betreut, damals noch unter Federführung des heutigen Continental-Aufsichtsratschefs und Allen & Overy-Partners Rolf Koerfer. Allerdings streute Sal. Oppenheim in der jüngeren Vergangenheit ihre Mandatierungen recht breit, neben Shearman waren unter anderem auch CMS Hasche Sigle und Linklaters für die Privatbank tätig.

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