Grund für den Verkauf, den sie bereits im Frühjahr angekündigt hatten, ist die Fokussierung aufs Kerngeschäft. Das Unternehmen sieht sich laut Aussage seines CEOs als Infrastrukturkonzern und will sein Kapital auf das Geschäft mit Mautstraßen konzentrieren.
Atlantia betreibt in 24 Ländern Autobahnen und bietet Services zur Mautabwicklung sowie integrierte Mobilitätsdienstleistungen an.
Ausstieg nach vier Jahren
Der Verkaufspreis von knapp 578 Millionen Euro entspricht einem Kurs von 51,43 Euro pro Aktie. ACS hält durch den Zukauf künftig 70 Prozent der Anteile an Hochtief.
Die Anteile an Hochtief hatte Atlantia 2018 im Zuge der Übernahme des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis übernommen. Die aufsehenerregende Übernahme stemmte Atlantia im Konsortium mit Hochtief und ACS. Bereits 2019 machte Atlantia einen ersten Teil seiner in diesem Zuge gewonnenen Anteile an Hochtief zu Geld.
Berater Atlantia
Gleiss Lutz (Frankfurt): Martin Hitzer (Düsseldorf), Dr. Andreas Löhdefink, Dr. Christian Cascante (alle Federführung), Dr. Christoph Auchter, Kevin Löffler, Dr. Charlotte Evers (Düsseldorf; alle Corporate/M&A)
Berater ACS – nicht bekannt
Hintergrund: Für Atlantia und Gleiss war es nicht die erste Zusammenarbeit. Das italienische Unternehmen griff in der Vergangenheit bereits häufiger auf die deutsche Großkanzlei zurück. Etwa auch als der Konzern zusammen mit ACS und Hochtief Abertis übernahm und gleichzeitig bei Hochtief einstieg sowie im Frühjahr 2019 beim ersten Verkauf eines Hochtief-Aktienpakets. Die Federführung lag jeweils beim Frankfurter Corporate-Partner Cascante. Das Mandat kam aus dem internationalen Netzwerk zu Gleiss.
ACS war nach JUVE-Informationen bei diesem Deal nicht anwaltlich beraten. In der Vergangenheit setzten die Spanier häufiger auf ein Team von Clifford Chance. So war in die Abertis-Übernahme neben einem Team aus Madrid auch der Frankfurter M&A-Partner Dr. Markus Stephanblome involviert.