Juve Plus ‚Grüner‘ Kreditvertrag

Henkel geht mit Simmons und Latham voran

Henkel setzt auf Nachhaltigkeit: Der Düsseldorfer Dax-Konzern hat eine syndizierte Kreditlinie über 1,5 Milliarden Euro als sogenannte ‚Green Loan‘ abgeschlossen. Dafür schlossen sich 15 nationale und internationale Banken in einem Konsortium zusammen, das von Banco Santander und UniCredit angeführt wird. Henkel nimmt mit dem ‚grünen Kredit‘ im deutschen Markt eine Vorreiterrolle in Anspruch.

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Werner Meier
Werner Meier

Das neue Finanzierungspaket, das eine Laufzeit von bis zu sieben Jahren hat, löst zwei bestehende Kreditlinien in Höhe von 700 Millionen und 800 Millionen Euro ab.

Henkel teilte mit, es sei in Deutschland das erste Unternehmen, das einen sogenannten ‚Green Loan‘ abgeschlossen habe. Damit setzten die Düsseldorfer sich selbst finanzielle Anreize zur nachhaltigen Unternehmensführung. Denn der Zinssatz für das neue Darlehen richtet sich nach fest definierten Nachhaltigkeitskriterien in Form von sogenannten Nachhaltigkeitsratings für den Gesamtkonzern.

Neben Banco Santander und UniCredit waren auch die Großbanken Bank of America, BNP Paribas, Citibank, Deutsche Bank, HSBC, ING, J.P. Morgan, Royal Bank of Scotland, Société Générale und die britische Standard Chartered Bank als Bookrunner tätig. BayernLB, Commerzbank und Goldman Sachs nahmen als Lead Arranger an den Abstimmungen mit dem Kreditnehmer teil.

Bislang waren in Deutschland an grünen Finanzierungsinstrumenten nur der Green Bond und ‚grüne‘ Schuldscheinemissionen bekannt. Im Londoner Kreditmarkt hingegen ist die ambitioniertere Darlehensvariante schon länger etabliert. In der Schweiz setzte sich der Baukonzern Implenia im Sommer diesbezüglich neue Ziele, als er seine Finanzverbindlichkeiten neu verhandelte und auf 800 Millionen Schweizer Franken aufstockte. Einen Teil der Kreditmarge wurde an die Nachhaltigkeitsperformance gekoppelt.

Nachhaltigkeitsratings erstellen etwa Unternehmen wie die Amsterdamer Sustainalytics, der auf Beschaffungsketten und ‚gute‘ Unternehmensführung spezialisierte EcoVadis in Paris oder ISS-oekom, eine Münchner Ratingagentur für nachhaltige Investments, die im Frühjahr von der US-Firma Institutional Shareholder Services übernommen wurde.

Alexandra Hagelüken
Alexandra Hagelüken

Berater Henkel
Simmons & Simmons (Frankfurt): Werner Meier (Federführung; Finanzrecht), Heiko Stoll,  Hatice Ismail (London; beide Steuerrecht), Carla Sykes (Bankrecht; Bristol)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Sven Reißig

Berater Banken
Latham & Watkins (Frankfurt): Alexandra Hagelüken (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht; München); Associate: Martina Eisgruber (Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund:  Simmons & Simmons-Partner Meier, der regelmäßig an der Schnittstelle von Finanzierung und Restrukturierung tätig ist, brachte den Kontakt zu Henkel mit, als er sich im vergangenen Jahr der britischen Kanzlei Simmons & Simmons anschloss. Er hatte das Düsseldorfer Unternehmen schon unter der Flagge der New Yorker Kanzlei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton beraten, als es 2007 die Klebstoffsparte des holländischen Chemieriesen Akzo Nobel erwarb. Später unterstützte er es als Anwalt von King & Spalding bei der Finanzierung der über 3 Milliarden Euro schweren Übernahme des US-Wasch- und Reinigungsmittelherstellers Sun Products vor zwei Jahren.

Die Mandatsbeziehung zwischen Latham und den Banken überrascht nicht, weil Harald Selzner, deutscher Managing-Partner der US-Kanzlei, einer der langjährigsten Berater des Persil-Herstellers ist. Er unterstützte ihn im vergangenen Jahr auch bei der Übernahme des US-Beschichters Darex Packaging. Die hier federführende Latham-Partnerin Hagelüken wiederum steht für komplexe Finanzierungsdeals und brachte die Interessen der fünfzehn Banken rechtlich unter ein Dach. Sie unterstützte jüngst auch Cheplapharm Arzneimittel bei der Refinanzierung ihrer bestehenden Finanzverbindlichkeiten sowie die Pfleiderer Gruppe bei der Finanzierung ihres geplanten Aktienrückkaufs und der Anpassung vorrangig besicherter Kreditlinien.

Die Neuverhandlungen der Finanzierung der Schweizer Implenia begleitete ein Team der Schweizer Kanzlei Homburger. Die Federführung lag bei Jürg Frick.

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