Baumanagement

Hilti holt mit Jones Day und Gleiss Lutz US-Softwareanbieter ins Haus

Der liechtensteinische Bauzulieferer Hilti erweitert sein Software-Portfolio zum Management von Bauprojekten. Dazu erwirbt der Konzern für 300 Millionen US-Dollar – umgerechnet rund 264 Millionen Euro – den kalifornischen Softwareentwickler Fieldwire.

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Ansgar Rempp

Neben Hilti waren bislang die Investoren Menlo Ventures, Brick & Mortar Ventures, Formation8 und Bloomberg Beta an dem Unternehmen beteiligt; sie ziehen sich aus der Zielgesellschaft zurück. Es stehen behördliche Freigaben aus, doch ein Abschluss der Transaktion ist noch für 2021 geplant.

Fieldwire entstand 2013 und durchlief seither mehrere Finanzierungsrunden. Hilti war erstmals 2017 bei einer Series-B-Finanzierung über 8,5 Millionen US-Dollar dabei und beteiligte sich seither an weiteren Kapitalmaßnahmen.

Von Hardware unabhängig

Das Unternehmen aus San Francisco betreibt eine digitale Plattform, mit der Nutzer Baustellen verwalten können. Im Einsatz ist die Plattform bei General- und Spezialunternehmen. Fieldwire verweist auf 4.000 zahlende Kunden und eine Million Bauprojekte, bei denen diese Software-as-a-Service (SaaS) schon im Einsatz gewesen sei.

Neben der Zentrale unterhält Fieldwire Niederlassungen in Phoenix und Paris. Das bestehende Team aus rund 130 Mitarbeitern soll unverändert bleiben, auch die Gründer Yves Frinault und Javed Singha bleiben als Manager an Bord.

Hilti selbst beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter in 120 Ländern. Das Unternehmen beliefert die Bau- und Energiebranche weltweit mit technologischen Produkten, Systemlösungen, Software und Dienstleistungen. Der Umsatz des Konzerns lag 2020 bei über 5,3 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet 5,1 Milliarden Euro).

Patrick Grüner

Berater Hilti
Jones Day: Ansgar Rempp (Düsseldorf), Korel Kaplan (beide Co-Federführung), Sabine Weiß (beide München), Audrey Bontemps (Paris; alle M&A), Dr. Undine von Diemar (Datenschutz; München), Dean Bachus (Chicago), Emmanuelle Rivez-Domont (Paris; beide Arbeitsrecht), An Doan (IP-Recht; Silicon Valley), Dr. Jürgen Beninca (Frankfurt), Schuyler Schouten (Washington; beide Regulierung), Teresa Maloney (Steuern; San Francisco); Associates: Ben Chouka (Co-Federführung), Debbie Chen (beide Irvine; beide M&A), Christopher Schmidt (Datenschutz; Frankfurt)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Patrick Grüner (Federführung), Dr. Ulrich Denzel; Associate: Andrea Preuße (alle Kartellrecht)
Davis Polk Wardwell: Jarrett Arp (Washington), Arthur Burke, Mary Marks (beide New York; alle Kartellrecht)
Inhouse Recht (Schaan): Dr. Kyriaki Maurer (General Counsel)

Berater Fieldwire
Wilson Sonsini Goodrich & Rosati (San Francisco): Rich Mullen (Federführung; M&A), Yoichiro Taku (Corporate), Chris Paniewski (IT/M&A; Palo Alto;), Matt Staples (Datenschutz/IT; Austin), Myra Sutanto Shen (Steuerrecht; Palo Alto), Brandon Gantus, Rebecca Stuart (beide Arbeitsrecht), Jamillia Ferris (beide Palo Alto), Todd Hahn (New York; beide Kartellrecht), Josh Gruenspecht, Tarek Helou, Anne Seymour (alle Washington; alle Investitionskontrolle), James McCann (Immobilienrecht; Palo Alto), Martin Sul (Umweltrecht); Associates: Brian Chan, Stephanie Chen (beide M&A), Avi Emanuel (Corporate), Abigail Givol (beide Palo Alto), Dena Smith (New York; beide IT/M&A ), Daniel Chen (Palo Alto), Edward Ruse (Washington; beide Datenschutz/IT), Mark Cornillez-Ty (San Francisco), Jason Chan, JeAnne Reyes (beide Palo Alto; alle Arbeitsrecht), Seth Cowell (Investitionskontrolle; Washington), Brooke Elberger, Sierra Bunnell (beide Immobilienrecht; beide Palo Alto)

Hintergrund: Hilti mandatiert immer wieder Teams von Jones Day um Partner Rempp in Transaktionen. Dazu zählte 2017 bereits der Einstieg des liechtensteinischen Konzerns bei dem Softwareanbieter, damals im Zuge der Series-B-Finanzierungsrunde. Auch bei nachfolgenden Kapitalmaßnahmen blieb die Kanzlei an der Seite von Hilti. In Europa beriet sie im Sommer 2017 außerdem zum Zukauf von Oglaend, einem Zulieferer für die Wind-, Öl- und Gasindustrie aus Norwegen.

Für die Fusionskontrolle beauftragte Hilti als Berater Gleiss Lutz, den Lead übernahm Counsel Grüner. Bei Gleiss lag auch die Koordination dieses Transaktionsstranges, den auf US-Seite Davis Polk Wardwell bearbeitete. 

Wilson Sonsini, die die Mitgesellschafter von Fieldwire mandatiert hatten, ist eine der angesehensten PE- und VC-Kanzleien an der US-Westküste, mit engen Kontakten in die dortige Technologieszene. Freshfields Bruckhaus Deringer holte von Wilson im Sommer 2020 zwei Litigation-Experten, als sie ihr neues Büro im Silicon Valley eröffnete.

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