Vegane Welle

IPO von Veganz mit Noerr, Goodwin und Hogan Lovells

Die Aktien der Berliner Veganz Group werden jetzt im Scale Segment an der Frankfurter Börse gehandelt. Bei dem Börsengang wurden sowohl neue Aktien als auch Papiere der bisherigen Anteilseigner verkauft.

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Veganz Messestand (picture alliance / dpa | Andreas Gebert)

Bisherige Investoren um den Süßwarenhersteller Katjes nutzten die aktuelle Popularität veganer Produkte, um Bestände an Anleger zu verkaufen.

Veganz ist damit der erste Hersteller veganer Nahrungsmittel, der an einer europäischen Börse gelistet ist. Der Umsatz im ersten Halbjahr erreichte rund 16 Millionen Euro. Veganz erwirtschaftete dabei einen hohen Verlust und weist daher einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus, gilt aber wegen der aktuellen Beliebtheit veganer Produkte als Wachstumsunternehmen.

Laurenz Wieneke

Die Angebotsspanne lag zwischen 85 und 110 Euro je Aktie. Die Papiere waren zwar zunächst überzeichnet, so dass alle Aktien am unteren Ende der Spanne zu 87 Euro platziert werden konnten. Das Unternehmen wurde damit mit rund 106 Millionen Euro bewertet. Im Vormittagshandel sackte der Kurs am Tag der Erstnotiz allerdings auf 83 Euro.

Der Börsengang erfolgte zum Teil mit neuen Aktien und zum Teil aus Beständen veräußernder Aktionäre. Das platzierte Volumen beläuft sich auf rund 48 Millionen Euro. Konsortialbanken waren M.M. Warburg & CO und die Quirin Privatbank.

Berater Veganz
Noerr (Frankfurt): Dr. Laurenz Wieneke, Dr. Julian Schulze De la Cruz (beide Federführung), Dr. Dominik Kloka (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Jens Kunz (Bankaufsichtsrecht); Associates: Dr. Philip Schmoll, Dr. Dirk Buken, Thomas Thies, Jens Göb, Dominique Stütz (alle Kapitalmarktrecht)
Goodwin Procter (Frankfurt): Dr. Markus Käpplinger (Federführung; Gesellschaftsrecht), Heiko Penndorf , Felix Krüger (beide Steuerrecht); Associates: Jochim Robert, Bastian Schmack (beide Corporate)

Michael Schlitt

Berater Katjes Greenfood
Hogan Lovells (Frankfurt): Prof. Dr. Michael Schlitt (Federführung), Dr. Susanne Ries, Mark Devlin; Associates: Christian Schröder, Dr. Timo Lockemann, Leon Lindemann (alle Corporate/Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Noerr setzte sich offenbar in einem Pitch durch und beriet die Emittentin zu allen kapitalmarktrechtlichen Fragen in enger Zusammenarbeit mit dem Goodwin-Team. Noerr war dabei in einer doppelten Funktion als sogenannter Transaction Counsel auch für die beiden Konsortialbanken aktiv. Die Kanzlei hatte zuletzt auch beim Börsengang von Mr. Spex Investoren beraten sowie Borussia Dortmund und Mutares bei Bezugsrechtskapitalerhöhungen.

Goodwin hat den Börsenneuling zu allen gesellschaftsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem IPO beraten. Käpplinger war von Veganz bereits 2016 mandatiert. Als Katjes damals dort mit fünf Prozent der Anteile einstieg, war er dabei federführender Partner bei Allen & Overy. Anfang des Jahres war er zu Goodwin gewechselt.

Auch Hogan Lovells blickt bereits auf eine jahrelange Mandatsbeziehung zurück: Der angesehene Kapitalmarktrechtler Schlitt hatte Katjes mit einem Team bereits 2011 bei der Begebung einer Unternehmensanleihe beraten. Seitdem war die Kanzlei mehrfach dort eingebunden.

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